E-Mobilität nimmt in Österreich langsam Fahrt auf

Elektroauto

Praktisch, sauber, gut: Elektroautos stehen hoch im Kurs, aber es gibt noch gewichtige Gründe, die gegen sie sprechen.

Eine Studie zeigt: 42 Prozent der am Thema Interessierten wollen in kommenden fünf Jahren ein Elektroauto kaufen. Zu hohe Preise und zu geringe Reichweiten sind derzeit noch ein Hemmschuh. Die Jugend ist bei E-Autos Vorreiter und interessiert sich vor allem für E-Carsharing. Das Interesse an Dieselfahrzeugen sinkt vergleichsweise stark.

Während das Interesse an Dieselfahrzeugen zurück geht, nimmt das Thema Elektromobilität in Österreich zusehends Fahrt auf: Bereits 42 Prozent der am Thema E-Autos grundsätzlich interessierten Bevölkerung können sich unter bestimmten Umständen vorstellen, innerhalb der kommenden fünf Jahre auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine soeben von der Wirtschaftsuniversität Wien, der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt, dem Unternehmensberater Deloitte und dem Landesenergieversorger Wien Energie präsentierte Studie.

Voraussetzung für einen Umstieg auf ein Elektrofahrzeug ist allerdings, so fand die Untersuchung heraus, dass die Preise fallen. Konkret wollen die Befragten nicht mehr als 20.000 Euro für ein E-Auto ausgeben. Außerdem müsse die Reichweite im Vergleich zu den heutigen technischen Möglichkeiten deutlich verbessert werden, so die Studien-Autoren. „Zu geringe Reichweite bei den Fahrzeugen, eine unzureichende Ladeinfrastruktur und nach wie vor zu hohe Preise sind oftmals noch hinderlich“, betont Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich. „Laut Studie kostet das Wunsch-E-Auto 20.000 Euro, fährt mit einer einzigen Ladung 650 Kilometer und ist nach einer Stunde wieder vollständig aufgeladen.“

Anforderungen: 650 km Reichweite, 115 PS, in einer Stunde geladen und ein Kaufpreis von unter 20.000 Euro.

Jugend setzt auf Elektromobilität

Vor allem die Jugend, so ein weiteres Ergebnis der Studie, steht dem Thema E-Mobilität positiv gegenüber. So können sich sogar 61 Prozent der befragten Jugendlichen vorstellen, ein E-Auto anzuschaffen. Besonders E-Carsharing erfreut sich bei den Jungen großer Beliebtheit. Dem allgemeinen Trend zur E-Mobilität tragen die Landesenergieversorger als wichtigste Stromproduzenten bereits Rechnung und unterhalten bereits Flotten mit mehreren hundert Elektro-Autos. Für sie stellt die künftig steigende Stromnutzung durch E-Autos ein erhebliches geschäftliches Potenzial dar. Bei der Energie Steiermark etwa geht man davon aus, dass sich mit dem Mehrverbrauch durch E-Fahrzeuge die Einsparungen der Haushalte wegen verbesserter Speicher-Techniken kompensieren lassen.

Gleichzeitig geht das Interesse an herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen in Österreich langsam aber stetig zurück. Mit 31 Prozent würde bei einem Autokauf heute nicht einmal mehr ein Drittel der im Rahmen der Studie Befragten einem Benzin-Fahrzeug den Vorzug geben. Ein Dieselauto würden derzeit 28 Prozent kaufen. Für ein Hybrid-Auto würde sich mit 20 Prozent der Befragten bereits ein Fünftel der Neuwagenkäufer entscheiden, 16 Prozent würden ein rein elektrisch betriebenes Auto kaufen. Auch von der Beschaffenheit ihrer künftigen Elektro-Autos haben die Österreicher relativ klare Vorstellungen. So wünschen sich etwa 31 Prozent der Befragten einen Kombi, 24 Prozent einen Kleinwagen und 11 Prozent eine Limousine.

E-Autos: Kombis und Kleinwägen wären den Österreichern am liebsten.

Nische mit Perspektive

Im Jahr 2017 ist die Zahl der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge um 42 Prozent auf 5.433 gestiegen. Insgesamt gab es laut Statistik Austria 353.320 Pkw-Neuzulassungen. Damit liegt der Anteil der Elektroautos unter den Neuwagen bei rund 1,5 Prozent.

Wie auch Bundesministerin Elisabeth Köstinger (Nachhaltigkeit und Tourismus) im trend-Interview betont, ist ein Ausbau der Ladestationen dringend notwendig, um die Zulassungszahlen zu steigern. Die Ministerin kann sich außerdem weitere, nicht nur finanzielle Anreize vorstellen, um die Elektromobilität voranzutreiben. "Das ist die Technologie der Zukunft", ist sie sich jedenfalls sicher.

Wien Energie baut zum Beispiel die E-Tankstellen in der Bundeshauptstadt massiv aus: Im Februar werden die ersten 20 der insgesamt 1.000 zusätzlichen öffentlichen Ladestellen in den Bezirken Wien-Neubau und Wien-Floridsdorf errichtet. Im Wochentakt geht es dann bis Sommer in den anderen Bezirken weiter. Die Inbetriebnahme der ersten neuen Ladestellen ist für Anfang März geplant. Bis Mitte 2018 sollen in jedem Wiener Gemeindebezirk zehn neue öffentliche Ladestellen verfügbar sein. Ende 2020 soll die Erweiterung des Ladestellennetzes um 1.000 zusätzliche Ladestellen abgeschlossen sein. Investiert werden insgesamt 15 Millionen Euro. Aktuell hat die Wien Energie 550 E-Tankstellen in Garagen, vor Einkaufsfilialen oder am Flughafen Wien in Betrieb.

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