E-Auto Verbrauchstest: Die Stromsparer und die Stromfresser

E-Auto Verbrauchstest: Die Stromsparer und die Stromfresser

Am Prüfstand: Der Stromverbrauch von E-Autos

Der Stromverbrauch von Elektroautos ist eine kritische Größe, denn davon hängen die Reichweite, die Zahl der Ladezyklen und damit auch die Lebensdauer der Batterie ab. Der deutsche Verkehrsclub ADAC hat den Verbrauch von zwölf Elektroauto-Modellen im Echtbetrieb ermittelt. Die Unterschiede sind beträchtlich.

Die wenigsten, die mit dem Kauf eines Elektroautos liebäugeln, denken zuerst daran wie viel Strom das Auto braucht. Dabei gibt es aber beim Verbrauch der einzelnen Modelle erhebliche Unterschiede, was sich letztlich auch auf die Betriebskosten niederschlägt.

Ein groß angelegter Verbrauchstest des deutschen Verkehrsclub ADAC zeigt nicht nur, dass einzelne Modelle bis zu doppelt so viel Strom verbrauchen wie andere. Der mit zwölf Elektroauto-Modellen im Realbetrieb durchgeführte Ecotest des ADAC hat auch Testergebnisse geliefert, die teilweise stark von den Messergebnissen des vorgeschriebenen Prüfzyklus NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) abweichen.

Zwischen dem sparsamsten und dem energiehungrigsten Modell liegt demnach eine Differenz von 13,4 kWh pro gefahrenem Kilometer. Und wie bei Autos mit konventionellem Antrieb liegt der tatsächliche Verbrauch der deutlich über den NEFZ-Angaben.

Öfter und länger laden

Ein höherer Stromverbrauch bedingt auch kürzere Ladezyklen und längere Ladezeiten - zwei zumindest derzeit noch besonders kritische Punkte rund um E-Autos. Nicht vergessen werden darf auch, dass sich ein höherer Energieverbrauch auch auf die Lebensdauer der Akkus niederschlägt.

Und so ohne sind die Kosten für das auch nicht. Der Preis für 1 kWh Strom liegt laut E-Control zwischen 13 und 23 Cent - je nach Wohnort, Verbrauch und Stromlieferant. Im günstigsten Fall kostet die Energie für 100 Kilometer Fahrt mit einem E-Auto somit 1,91 Euro (ADAC-Ecotest), im ungünstigsten Fall 6,46 Euro.

Noch teurer wird es, wenn man das E-Auto an öffentlichen Ladesäulen zum Auftanken anschließt. Bei Smatrics, dem größten Hochleistungs-Ladenetz Österreichs, empfiehlt es sich, die Tarife gut zu vergleichen, denn ohne monatliche Bindung können 30 Minuten an der Ladesäule 13,50 € kosten (im Highspeed-Modus bei bis zu 50 kW Leistung 0,45 € pro Minute).

Die Sparmeister und die Stromfresser

Doch zum Ergebnis des ADAC-Ecotests. Bemerkenswert ist, dass zwar alle getesteten Modelle im Realbetrieb mehr Energie verbrauchen wie laut NEFZ angegeben ist, sich aber in der Reihenfolge sortiert nach Energieverbrauch kaum Verschiebungen ergeben. Nur der Renault Zoe rutscht einen Platz zurück, hinter dem Opel Ampera.

Das sparsamste der zwölf getesteten Elektroautos ist demnach der Hyundai Ioniq Elektro, der im ADAC-Test 14,7 kWh auf 100 Kilometer verbraucht. Auf Platz zwei rangiert der VW e-Golf. Mit einem Verbrauch von 17,3 kWh auf 100 km, gefolgt vom Verkaufshit BMW i3 ist mit 17,4 kWh. Das Smart Fortwo Coupé schluckt als viertgereihtes Modell mit 18,3 kWh für seine Größe allerdings relativ viel.

Alles andere als sparsam ist hingegen der Nissan Elektro-Transporter e-NV 200 Evalia. Das Modell braucht mit 28,1 kWh fast doppelt so viel Energie wie der Hyundai Ioniq. Die beiden großen und leistungsstarken Tesla-Modelle S P90D und X 100D haben ebenfalls einen ziemlichen Energiehunger und konsumieren knapp auf 100 gefahrene Kilometer um 9,3 kWh mehr als der Hyundai.


E-Auto Vergleichstest: Stromverbrauch

Modell Verbrauch ADAC Ecotest (kwh/100 km) Verbrauch NEFZ (kwh/100 km)
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Beim Stromverbrauch der Elektroautos ist aber nicht nur entscheidend, wie effizient die getankte Energie verwendet wird. Zusätzlich fallen auch beim Laden Verluste an - es wird mehr Energie aufgenommen als letztlich in der Batterie ankommt.

Diese Ladeverluste sind zum Teil recht beträchtlich. Die beiden getesteten Teslas und der Opel Ampera schnitten bei dem Testbereich am schlechtesten ab. Um die 100-kWh-Batterie des Tesla Model X100 D vollzumachen müssen laut Ecotest 108,3 kWh geladen werden. Auch bei Opel Ampera-e (67,4 zu 60 kWh) und BMW i3 (32,6 zu 27,2 kWh) sind die Ladeverluste groß.

„Bei einem Benziner wäre das etwa so, als würde man bei jedem Mal Tanken ein paar Liter verschütten“, ziehen die ADAC-Tester den Vergleich. Energie, von der man nichts hat, die man aber dennoch bezahlen muss. Deshalb wurden die Ladeverluste auch in die Realbetrieb-Kalkulation des ADAC mit einbezogen.


Adac-Ecotest für Elektroautos

  • Für Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride gibt es einen speziellen Elektrozyklus, der aus einem angepassten WLTC samt Autobahnzyklus besteht.
  • Bei Elektrofahrzeugen wird der Gesamtenergieverbrauch ermittelt und daraus die CO2-Emissionen berechnet. Zusätzlich wird die Reichweite einer Akkuladung bestimmt. Der Schadstoffausstoß von Elektrofahrzeugen wird nicht separat betrachtet, da die Emissionen nicht lokal entstehen.
  • Das Testverfahren für Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge und Elektrofahrzeuge mit Reichweitenverlängerer (Range Extender) setzt sich zusammen aus einem Testlauf mit leerer Hochvoltbaterie analog zum Testablauf für Fahrzeuge mit konventionellem Verbrennungsmotor und einem Testlauf mit voller Hochvoltbatterie im Elektrozyklus.

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