Doppelschlag von Tesla: Neuer Roadster und Elektro-Truck

Doppelschlag von Tesla: Neuer Roadster und Elektro-Truck

Tesla CEO Elon Musk mit dem Roadster Typ 2. Geplanter Produktionsstart: 2020

Elektroauto-Vorreiter Tesla hat ein großes Ding aus der Garage geholt: Den Elektro-Truck "Semi", der eine neue Ära im Transport- und Logistikgeschäft einläuten soll. Als Draufgabe hat Firmenchef Elon Musk auch noch einen neuen Roadster präsentiert, der ab 2020 das neue Beschleunigungs-Rekorde aufstellen soll.

Keine Präsentation ohne Überraschung - das ist eines der Mottos, an das sich Tesla-CEO Elon Musk seit jeher hält. Und so durfte man auch gespannt sein, womit der 1971 in Pretoria, Südafrika geborene Gottseibeiuns der klassischen Automobilindustrie bei der am Abend des 16. November 2017 auf einem Flugplatz nahe San Francisco angesetzten Präsentation aufwarten würde.

Zunächst kam das Erwartete und bereits Angekündigte: Der Tesla-Truck "Semi", mit dem Musk im Transport- und Logistikgeschäft eine neue Ära einläuten will: Die der geräuschlosen, umweltfreundlichen, wartungsfreien und gegebenenfalls auch autonom fahrenden Großtransporter. Eine Million Meilen, also 1,6 Millionen Kilometer soll der mit vier Elektromotoren bestückte Sattelschlepper ohne eine einzige Panne abspulen können - und das bei deutlich geringeren Gesamtkosten, als das mit den klassischen Diesel-Trucks möglich ist: Musk rechnete vor, dass der Elektro-Truck pro gefahrener Meile um 25 US-Cent günstiger wäre als die berüchtigten "Roadkings" auf den US-Highways. Noch günstiger wird es wenn die Semi-Trucks im Konvoi fahren. Musk rechnet vor, dass sich die Kosten pro gefahrener Meile in dem Fall von 1,51 US-Dollar auf 0,85 Dollar pro Meile nahezu halbieren werden.

Tesla CEO Elon Musk mit den "Semi" Trucks: Das Transport-Business aufmischen.

Eine Ersparnis von bis zu 66 Cent pro gefahrener Meile ist im harten Konkurrenzwettbewerb der Transportbranche, die mit Margen von wenigen Prozent kalkuliert, eine absolute Sensation. Auch was die Reichweite der E-Trucks betrifft - die im Business-Einsatz noch erheblich mehr Gewicht hat als im Privatverkehr - hat der "Semi" einiges zu bieten. 500 Meilen, also rund 800 Kilometer soll der Truck mit einer vollen Akku-Ladung abspulen können - bei einer Beladung von 40 Tonnen und normaler Autobahn-Fahrgeschwindigkeit. Über ein Netz von mit Solarstrom betriebenen "Megachargern" sollen die Trucks binnen einer halben Stunde Saft für weitere 640 Kilometer Fahrt auftanken können.

Roadking und Roadster

Die Überraschung des Abends kam, nachdem der Applaus für den Truck bereits verhallt war, Musk Hände geschüttelt hatte und die Gäste bereits gedacht hatten, die Show wäre vorüber: Zu den Klängen des Beastie-Boys Klassikers "Sabotage" öffnete sich die Ladeklappe eines Semi-Trucks und heraus rollte ein knallroter neuer Roadster - ein Geschoß, mit dem Tesla ab dem Jahr 2020 neue Rekorde aufstellen will: Der Wagen soll in 1,9 Sekunden von null auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h) beschleunigen, bei normalem Autobahn-Tempo eine Reichweite von 1.000 Kilometern haben und eine Höchstgeschwindigkeit von über 250 mph (400 km/h) erreichen.

Mit dem Roadster schleißt sich bei Tesla ein Kreis: 2006 hatte Das Unternehmen mit dem Roadster ihr erstes Auto vorgestellt, ein noch auf einer Karosserie von Lotus aufgesetztes Sport-Cabrio mit einer damals für ein Elektroauto noch sensationellen Reichweite von 340 Kilometern, das in vier Sekunden non null auf hundert beschleunigte. So wie der erste Roadster, von dem im Produktionszeitraum bis 2012 insgesamt 2.450 Stück gebaut wurden, wird allerdings auch die hochmotorisierte Neuauflage einem sehr exklusiven Kundenkreis vorbehalten bleiben. Der Grundpreis für den Elektro-Supersportwagen liegt nämlich bei 200.000 Dollar. Um gleich bei der ersten Tranche, die im Jahr 2020 ausgeliefert werden soll, zum Zug zu kommen, hätte man am besten sofort bei der Präsentation sein Scheckbuch zücken und eine Anzahlung von 50.000 Dollar an Tesla leisten müssen.

Tesla Roadster, Typ 2

Tesla Roadster Typ 2: 50.000 Dollar Anzahlung, Liefertermin ungewiss.

Da gibt es selbst den Truck, für den Tesla übrigens keinen Vekaufspreis nannte, schon eher und mit einer geringeren Anzahlung. Um 5.000 Dollar kann man den E-Sattelschlepper vorreservieren, die Produktion soll im Jahr 2019 anlaufen.

Ehe der erste Truck und später dann der erste Roadster Typ 2 aus der Fabrik rollen kann hat Tesla jedoch noch einige Hürden zu bewältigen. Aktuell hat das Unternehmen massive Probleme, die Produktion für seinen auf den Massenmarkt zugeschnittenen Model 3 in Gänge zu bekommen. Die ersten Wagen der Serie sind zwar wie geplant im Juli vom Band gerollt und konnten den lange wartenden Käufern übergeben werden, seither ist das Projekt abe gewaltig ins Stocken geraten. Das Ziel, wöchentlich 5.000 Stück von dem Auto herzustellen, liegt noch in weiter Ferne. Im letzten Quartal konnten von den geplanten 1.500 Autos nur 260 produziert werden. Weiterhin warten rund 400.000 Kunden, die eine Anzahlung von 1.000 Dollar/Euro geleistet haben, auf ihre Autos.

Die Tesla-Aktie (ISIN US88160R1014) hat nach der Vorlage der jüngsten Quartalsergebnisse, bei der ein Verlust von 619 Millionen Dollar eingestanden werden musste, deutlich an Wert abgegeben. Im letzten Monat hat das Papier rund 13 Prozent seines Werts verloren.

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