Diesel-Verkäufe in Österreich brechen ein

Niemand kann derzeit seriös voraussagen, wie sich die Preise von gebrauchten Dieselautos entwickeln werden - vor allem wenn Fahrverbote kommen und der Hauptfokus auf Stickoxiden bleibt.

Niemand kann derzeit seriös voraussagen, wie sich die Preise von gebrauchten Dieselautos entwickeln werden - vor allem wenn Fahrverbote kommen und der Hauptfokus auf Stickoxiden bleibt.

Neuwagenkäufer sind immer weniger bereit das Risiko eines Preisverfalls bei Dieselautos in Kauf zu nehmen und lassen die Finger davon. Im April ist der Absatz in Österreich dramatisch eingebrochen.

Bis Ende März war die Welt für Händler und Hersteller von Dieselautos noch Ordnung. Es gab entweder Zuwächse oder marginale Rückgänge bei den Neuzulassungen von Autos dieses Antriebs. Doch im April, von dem nun die Statistiken vorliegen, ist der Absatz in Österreich um 16,3 Prozent eingebrochen. Ähnlich hoch ist der Rückgang in Deutschland. Wenn der Anteil der verkauften Diesel im April in Österreich mit 58 Prozent auch weiterhin hoch war.

Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Autoinstitut CAR an der Uni Duisburg hat dafür nur eine Erklärung: „Autokäufer sind abgeschreckt durch Berichte über erhöhte Stickoxid-Ausstöße und fürchten einen Wertverfall bei Dieselautos, selbst bei neuen Euro-6-Diesel-Autos.“

Vor allem bei jenen Neuwagenkäufern, die ein Auto nicht leasen, sei der Rückgang eklatant. Denn anders als bei Firmen- oder Privatkunden, die ihre Neuwagen leasen, können Privatkäufer das Risiko eines Wertverfalls nicht an eine Leasing-Gesellschaft in Form von vorher garantierten Restwerten weitergeben. Aus Unsicherheit über die Entwicklung von Gebrauchtwagenpreisen verweigern diese den Kauf eines Diesels. „Für Autobauer langfristig ein sehr bedrohliches Szenario", so Dudenhöffer. Und gibt zu bedenken: „Wenn private Neuwagenkäufer dem Diesel davonlaufen, schwappt der Trend auch auf den Gebrauchtwarenmarkt über“.

Die Entwicklung könnte eine Preisespirale nach unten auslösen, befürchtet Dudenhöffer. Werden deutlich weniger Dieselneuwagen verkauft, werden auch Gebrauchtwagenhändler auf diesen Modellen sitzen bleiben, da mehr als 95 Prozent der Gebrauchtwaren von Privaten gekauft werden. Auch diese könnten sich vermehrt hüten, ein Dieselauto zu kaufen, wenn die Preise sinken zu drohen. "Dann baut sich eine gigantische Halde an gebrauchten Diesel-Autos auf, die aus dem Firmengeschäft kommt", erklärte Dudenhöffer. Ein Preisverfall könnte nur über Exporte abgefangen werden. Das könnte für Hersteller aber teuer werden. Ob Hersteller dazu jedoch bereit sind, ist nicht absehbar.

Auf Online-Autogebrauchtwagen-Plattformen wie dasweltauto.at werden jedenfalls aktuell rund 5.500 Autos mit Benzin-Antrieb angeboten, aber rund 13.300 gebrauchte Diesel-Pkw.

Bisher war Österreich ein stark von Dieselautos geprägtes Land, auch aufgrund des Steuerprivilegs für diese Modelle. Im Vorjahr kauften sich rund 180.800 Neuwagenkäufer einen Diesel (ein Plus von fünf Prozent gegenüber 2015). Diesen standen 122.800 Verkäufen von Benzinautos gegenüber. Ein Zuwachs von 7,3 Prozent.

Auto & Mobilität

Plug-in-Hybride: Die Öko-Mogelpackungen

Auto & Mobilität

Der neue VW Polo: Dem Golf dicht auf den Fersen

Auto & Mobilität

Erzbergrodeo: Offroad-Motorrad-Spektakel der Extraklasse