Deutschland fördert E-Autos mit bis zu 4000 Euro

Deutschland fördert E-Autos mit bis zu 4000 Euro

Subventionen für den E-Auto-Kauf und für Stromtankstellen - die deutsche Regierung gibt sich spendabel für die E-Auto-Ambitionen, wie sie die Auto-Konzerne im Sommer 2015 gefordert haben.

Ab Mai fördert die deutsche Bundesregierung den Kauf von E-Auto. Wer zuerst kommt bekommt die Förderung zuerst. Insgesamt hat die deutsche Regierung 1,2 Milliarden Euro dafür reserviert. Vom ursprünglichen Ziel hat die Regierung nun Abstriche gemacht. Ifo-Chef hält Prämie für schweren Fehler. In Österreich gibt es Steuervorteil für Unternehmen.

Berlin Die umstrittenen Kaufprämien für Elektroautos sollen bereits vom kommenden Monat an gezahlt werden. Der Start sei ab dem Tag des für Mai angestrebten Kabinettsbeschlusses geplant, sagte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Mittwoch in Berlin. Die Förderung hat eine befristete Laufzeit bis höchstens 2019, die Mittel würden aber hoffentlich lange vorher aufgebraucht sein.

"Wer zuerst kommt, bekommt die Förderung", sagte Schäuble. Wenn das Volumen von 1,2 Mrd. Euro abgefragt sei, ende die Prämie.

Das Konzept umfasst Kaufzuschüsse von 4000 Euro für reine Elektro- und 3000 Euro für Plug-in-Hybridautos. Finanziert werden soll dies je zur Hälfte von Bund und Industrie, wie am Dienstagabend bei einem Treffen im Kanzleramt mit Spitzenvertretern der Branche vereinbart wurde. Die deutsche Autoindustrie bietet derzeit 50 Automodelle an, von denen mehr als 40 als Hybridmodelle neben dem E-Antrieb auch einen Verbrennungsmotor unter der Haube haben.

Zudem sollen 15.000 neue Ladestellen aufgebaut werden, sagte Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). 5000 Ladestellen sollen Schnellladestationen sein. Bisher hat Deutschland gerade einmal rund 3000 öffentliche Ladestationen. Der deutsche Bund will den Ausbau des E-Tankstellennetzes von 2017 bis 2020 mit rund 300 Millionen Euro subventionieren.

Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, mit den insgesamt vereinbarten Maßnahmen hoffe man, die Zahl der E-Autos über die Schwelle von 500.000 zu heben. Ziel sei es, auf dem Heimatmarkt zu zeigen, dass man die Antriebsform beherrsche und "massenmarktfähig" mache. In Deutschland müsse mehr geforscht und die industrielle Fertigung künftiger Batterien zurückgeholt werden. Bis zum Jahr 2020 hatte sich Deutschland das Ziel gesetzt es bei den Neuzulassungen bis zum Jahr 2020 auf 1 Million E-Autos zu kommen. Derzeit sind gerade einmal 50.000 E-Autos in Deutschland im Betrieb.

Geschlossene Front

Beim Mobilitätsgipfel im Sommer 2015 hatte vor allem die deutsche Automobilindustrie geschlossen eine Front gegen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel gebildet. Die Auto-Chefs forderten damals, dass die deutsche Bundesregierung sein Staatssäckel öffnen müsse, damit die Autoindustrie den Bau von E-Autos forcieren werde. Sie will sich die Entwicklung von E-Autos neben den EU-Fördergeldern auch von der deutschen Bundesregierung mit Steuergeldern subventionieren lassen.

Schäuble machte deutlich, dass Kunden nur dann eine Prämie erhalten, wenn ihr Hersteller sich an der vereinbarten hälftigen Finanzierung beteiligt. Daimler, VW und BMW sagten dies laut Regierung bereits zu.

Der Chef des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Clemens Fuest, indes nannte die Kaufprämie einen "schweren Fehler". "Die 600 Millionen Steuergelder wären besser in der Erforschung und Entwicklung neuer Umwelttechnologien angelegt", so der Ökonom zu Reuters.

Umweltpolitisch wäre es richtig, die Verursacher von Emissionen zu belasten und nicht das Unterlassen von Emissionen mit Steuergeldern zu fördern. "Zweitens fallen bei der Produktion von Elektroautos und bei der Stromproduktion erhebliche CO2-Emissionen an, so dass die Gesamtbilanz weniger gut ist als oft behauptet wird", sagte Fuest. "Drittens ist die Technologie, die hier gefördert wird, nicht neu. Sie ist beispielsweise in Kalifornien gut erprobt."

In Österreich haben Firmen, die sich ein Elektroauto kaufen, einen Steuervorteil. Seit 2016 können sie einen Vorsteuerabzug geltend machen, zudem entfällt der Sachbezug. Von der NoVA und der motorbezogenen Versicherungssteuer waren Elektroautos schon vorher befreit.

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller und der "Sedric", der vollelektrisch und autonom fahrende Minivan.

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