Autohausriese AVAG expandiert weiter in Österreich

Die Augsburger AVAG-Gruppe hat sich binnen weniger Jahre durch bemerkenswerte Übernahmen einen Fixplatz im österreichischen Autohandel erobert. Nun eröffnet das Unternehmen drei neue Autohäuser für Toyota in Wien und Salzburg.

Autohausriese AVAG expandiert weiter in Österreich

AVAG-Manager Ulf Pfeiffer (Toyota, Nissan & Honda), Roman Still (Opel & Hyundai), Albert C. Still (Ford & Ausland), Markus Kruis (Finanzen).

Wenn in Österreichs Autohandel Betriebe schlossen oder interessante Standorte zum Verkauf anboten, war die Augsburger Unternehmerfamilie Still in den letzten Jahren oft zur Stelle. Die Familie steht hinter dem Unternehmen AVAG, einem der größten Autohäuser Europas.

Nun sind die Augsburger wieder zur Stelle. Toyota Frey wird seine Autohäuser in Wien-Inzersdorf und Wien-Donaustadt schließen, AVAG legt los. Im November eröffnet AVAG zwei Standorte in Wien und einen in Salzburg. Die Standorte werden zunächst als Toyota-Servicebetriebe geführt, ab 2021 werden dort auch Autos der japanischen Marke verkauft.

Dass AVAG nun als Toyota-Händler in Österreich aktiv wird ist kein Zufall. Das Unternehmen ist in Deutschland bereits eng mit der Marke Toyota verbunden und führt betreibt dort 15 Toyota- und drei Lexus-Betriebe.

AVAG übernimmt weiter

Seit Ende 2000 ist die AVAG-Gruppe im österreichischen Markt präsent und kauft seither Schritt für Schritt Autohändler auf. Als erstes wurde das Autohaus Sulzbacher mit Standorten in Linz und Traun übernommen. Nach dem Einstieg in den Wiener Markt vor knapp 20 Jahren gelang AVAG im Jahr 2005 die Übernahme von Wiens größtem Opel-Händler Opel & Beyschlag. Anfang 2008 schluckte die Autohandelsgruppe vier Standorte der Österreichischen Fahrzeugbau GmbH (ÖFAG) in Salzburg und avancierte damit zum größten Partner von General Motors in Österreich.

Ende 2017 übernahm AVAG acht Standorte von Mercedes Wiesenthal. Mit dem Kauf stieg die Holding in den Premiummarkt ein. Groß und damit offenbar auch finanzstark genug um die Übernahmen und Neugründungen zu stemmen ist das Unternehmen. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte AVAG einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro.

Sparsam und bodenständig

Die hemdsärmeligen Augusburger erklären ihren Erfolg so: „Unsere Strategie, den Bestand, den Prozess und die Kosten laufend zu optimieren, hat unsere Autohäuser gestärkt.“ Gutes Management ist bei dem Expansionsdrang der Deutschen auch essentiell. AVAG Vorstand Albert Still ist klar: "Expansion in gesättigten Märkten ist nur durch Verdrängung möglich und das bedeutet Preiskampf. Um verdrängen zu können, müsse ein Unternehmen die Kostenführerschaft übernehmen.

Teure Prestigeobjekte sind denn nicht ihre Sache. Experimente etwa mit Luxussportmarken, die schon so manchen Autohändler in den Ruin oder zumindest um viel Erspartes gebracht haben: Fehlanzeige. Der typische AVAG-Kunde, so Vorstand Albert Still einmal in einem Interview, "ist bodenständig und kein Kaviar-Canapee-Kunde."

Entsprechend Bodenständig sind - bis auf Mercedes - auch die Marken, die das Unternehmen vertreibt. Man ist mit Opel groß geworden und hat Anfang der neunziger Jahre begonnen, nach Osteuropa zu expandieren.

Das Austro-Business

In Österreich vertreibt die AVAG die Marken der AVAG Opel, Ford, KIA, Nissan, Mercedes und Citroen. Der Marktanteil der AVAG Holding beträgt damit hierzulande 2,53 Prozent.Insgesamt sind bereits 29 Standorte in den Händen der Augsburger.

Im Wirtschaftsjahr 2018/19 erzielte das Unternehmen in Österreich einen Umsatz von 356 Millionen Euro und verkaufte 8.093 Neuwagen und 5.867 Gebrauchte. Europaweit setzte die AVAG 134.000 Fahrzeuge ab.

„Für das gute Geschäftsjahr 2018/19 mitentscheidend war auch die fortgeschrittene Integration der sieben Mercedes-Standorte in Österreich“, so AVAG Vorstand Albert Still. Hier befinde man sich auf einem guten Weg. Die Restrukturierung der ehemaligen Wiesenthal-Betriebe schreitet offenbar voran: „Wir sind intensiv damit beschäftigt, die Mercedes-Betriebe in die Erfolgszone zu führen.“

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