Mercedes Vision Van: Die Zukunft der Logistik

Mercedes Vision Van: Die Zukunft der Logistik

Gemeinsam mit dem Start-up Matternet hat Daimler erforscht, wie die Zukunft der Logistik aussehen könnte - das Ergebnis ist der "Vision Van", der auf Drohnen, Roboter und E-Mobilität setzt. Rund 500 Millionen Euro will der Konzern nun in derartige Projekte investieren, 200 Mitarbeiter werden in die Gestaltung der Zukunft eingespannt. Die Kooperation mit Start-ups steht dabei im Vordergrund.

Lautlos und ohne Abgase auszustoßen fährt der elektrisch betriebene Kleinlaster "Vision Van" durch die ruhigen Vorstadtstraßen, nachdem er mit einer einzigen Batterieladung bereits 270 Kilometer zurückgelegt hat. Als er Fußgänger über die Straße gehen lässt, blickt der Klein-LKW freundlich - über ein Display auf der Frontseite kann er mit seinem Umfeld kommunizieren. Auf dem Fahrersitz sitzt der LKW-Fahrer, der das Gefährt mit einem einfachen Joystick steuert; über Kameras hat er einen Einblick in den Laderaum und auf alles, was sich hinter dem LKW abspielt. Vor der Abreise war die Fracht noch von Robotern vollautomatisiert eingeladen worden, nun hält der Fahrer an und bringt die Ware zum Kunden. Ein Paket überbringt er persönlich, zwei weitere werden von Drohnen geliefert, die während der Fahrt auf dem Dach des Vans geparkt hatten. Der Vorteil der Drohnen: Sie können die Ware auch dann im Garten des Kunden abliefern, wenn dieser gar nicht zuhause ist.

Den "Vision Van" gibt es noch nicht im echten Leben - es handelt sich dabei um eine Konzeptstudie von Mercedes-Benz, die zeigt, wie sich die Deutschen die Zukunft der Logistik vorstellen. Mit Themen wie Elektromobilität, Automatisierung und Drohnenlogistik rennt der Konzern offene Türen ein, denn neben US-Konzernen wie Amazon und dem Google-Mutterunternehmen Alphabet testet auch die Deutsche Post schon die Zustellung von Paketen mit Drohnen. Als ein anderer Vorreiter in diesem Feld gilt das Start-up Matternet: Wie in dem nachfolgenden, kurzweiligen Video erläutert wird, möchte Matternet logistische Dienstleistungen in Gegenden bieten, in denen es keine Straßen gibt - mit Hilfe von Drohnen. So soll es etwa möglich sein, lebensnotwendige Medikamente in entlegene afrikanische Dörfer zu bringen. Wer der Homepage von Matternet nun einen Besuch abstattet, der wird angenehm überrascht: Denn Daimler hat in Matternet investiert, der "Vision Van" ist in einer Kooperation zwischen dem Konzern und dem Start-up entstanden.

Produkte wie der "Vision Van" und Kooperationen wie jene mit Matternet zeigen, wo bei Daimler die Reise hin gehen soll: Rund 500 Millionen Euro möchte der Konzern in den kommenden fünf Jahren in Digitalisierung, Automatisierung und Robotik investieren, mit der Division "Future Transportation Sytsems" wurde von Mercedes Benz dafür eine neue Unternehmenseinheit geschaffen. Teil dieser Strategie ist auch die enge Kooperation mit Start-ups, inklusive strategischer Investitionen - insgesamt arbeiten schon 200 Daimler-Mitarbeiter an neuen Projekten in Stuttgart, Berlin und dem Silicon Valley.

Mercedes-Benz Vans, das im ersten Halbjahr 2016 die besten Ergebnisse seiner Geschichte einfuhr - der Absatz stieg um 21 Prozent, der Umsatz um 19 Prozent und das EBIT um 56 Prozent auf 702 Millionen Euro - möchte sich damit für die Zukunft rüsten. Unter anderem hat man dabei die gesellschaftliche Entwicklung der Urbanisierung im Auge: Bis 2030 werden laut Daimler zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben - dass man diese Menschen nicht unnötig mit LKW-Lärm und Abgasen belästigt und stattdessen auf E-Mobilität setzt, ist eine von vielen logischen Konsequenzen daraus.

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