Chiptuning: Frisierte Autos am Stickoxid-Pranger

Chiptuning: Frisierte Autos am Stickoxid-Pranger

Chiptuning soll laut einer aktuellen Messung für besonders schlechte Abgaswerte verantwortlich sein.

Nach Diesel und Verbrennungsmotoren im Allgemeinen rückt Chiptuning, eine beliebte Methode, um aus Autos mehr Leistung herauszuholen, in die Kritik. Schadstoffmessungen zeigen hohe Überschreitungen der Abgas-Grenzwerte.

Wer sich ein Auto kauft, ist nicht immer mit der Power zufrieden, die der Motor hergibt. Dem kann durch sogenanntes Chiptuning ganz leicht nachgeholfen werden. Ein Software-Update kann da, wie man seit dem VW-Dieselskandal weiß, einiges verändern. Weniger Abgase, oder in diesem Fall, mehr Leistung. Eine kleine Softwareoptimierung und schon ist Leistung oder Drehmoment größer oder der Treibstoffverbrauch geringer. Dazu vielleicht noch als Draufgabe ein kleiner Radarwarner. Das Angebot an solchen Tunern ist groß. Alleine auf willhaben.at gibt es derzeit 282 Anzeigen zu diesem Thema. So wird um 59 Euro eine Chip Powerbox angeobten, mit der man eine Mercedes C- oder E-Klasse aufmotzen kann. Für einen Opell Astra kostet ein kleiner Leistungsschub auf dem virtuellen Marktplatz 30 Euro. Firmen wie Chipfactory.at, Chiptuning.at oder swperformance.at machen nichts anderes als Autos zu pimpen. Ganz legal versteht sich.

"Chiptuning für miserable Abgaswerte verantwortlich"

Die Regeln was erlaubt ist und was nicht, sind streng und werden von der Polizei auch genau kontrolliert. Doch nun geraten die getunten Autos aus einem anderen Grund ins Visier. „Ein Prozent der Fahrzeuge im Straßenverkehr verursachen 25 Prozent der Gesamtemmissionen. Bei vielen ist Chiptuning für die miserablen Abgaswerte verantwortlich", sagt Vorarlberger Mobilitätsreferent Landesrat Johannes Rauch.

Grundlage dafür bildet eine Untersuchung des Vorarlberger Umweltinstituts im Auftrag des Verkehrsministeriums, das moderne Abgasmessungen durchgeführt hat. Dabei sind neueste Messtechnik zum Einsatz gekommen ist, die emmissionsstarke Fahrzeuge identifiziert. Gemessen wird die relative Zusammensetzung der Emissionen vorbeifahrender Fahrzeuge: Dabei werden die Ausstoße von Kohlenmonoxid (CO), unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC), Stickstoffoxid (NOX) und die Trübung gemessen. In den nächsten Wochen sollen auch an der Autobahn Messungen durchgeführt werden, berichtete Arthur Sottopietra vom Umweltinstitut des Landes.

"Chiptuning ist kein Kavaliersdelikt und soll ein Straftatbestand werden"

Neben den Ausstoßen von Dieselfahrzeugen, die nun besser gemessen werden sollen, prangert Landesrat Rauch vor allem chipgetunte Autos als Umweltsünder an. "Das ist kein Kavaliersdelikt". Und spricht sich dafür dagegen aus, dass Produkte und Dienstleistungen für Fahrzeugmanipulationen in Österreich offen angeboten und in den Verkehr gebracht werden: "Dem muss gesetzlich verboten werden". So soll es im Kraftfahrgesetz eine ausdrückliche Bestimmung geben, wonach Änderungen an Fahrzeugen unzulässig sind, wenn dadurch die Verkehrssicherheit oder die Umweltverschmutzung dadurch verschlechtert wird. " Fahrzeuge mit dadurch sehr hohem Schadstoffausstoß sollen per Gesetz sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Rauch spricht sich bei Chiptuning auch für die Einführung eines Straftatbestands im Strafgesetzbuch aus.

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