Carsharing: Share Now weitet Elektro-Autoflotte in Wien massiv aus

Carsharing: Share Now weitet Elektro-Autoflotte in Wien massiv aus

Derzeit bietet Share Now in Wien nur 20 Elektroautos an. Das soll sich bald ändern.

Wie trend.at exklusiv erfuhr, plant Share Now, nach dem Zusammenschluss von Car2go und Drive Now, der größte Carsharing-Anbieter Österreichs, seine Elektroautoflotte in Wien massiv aufzustocken. Was Share Now CEO Olivier Reppert im Interview noch verriet.

Share Now plant in Kürze seine Elektroautoflotte von derzeit 20 Stück massiv aufzustocken. Damit soll die BMW i3 Flotte,20 diese Elektrofahrzeuge sind bereits im Bestand, deutlich ausgeweitet werden. „Viele Kunden kommen so überhaupt das erste Mal in Berührung mit einem Elektroauto“, erklärt Olivier Reppert, CEO von Share Now. So gaben laut der Studie von Share Now 77 Prozent der Befragten an, durch den Carsharing-Anbieter erstmals mit einem Elektroauto gefahren zu sein.

Umdenkprozess durch E-Carsharing forcieren
Die Möglichkeit so Elektroautos unkompliziert und unverbindlich zu testen, sei „ein nicht zu unterschätzender Aspekt, wenn es um den Einstieg in die Elektromobilität geht“, befindet Reppert. Käufer von Elektroautos sind gerade in Österreich noch dünn gesät. So fahren auf Wiens Straßen gerade einmal 2.000 Elektroautos. Österreichweit sind es nicht mehr als drei Prozent aller Neuzulassungen. Für die Autohersteller BMW und Mercedes, die hinter der Marke Share Now stehen, sind E-Carsharing-Modelle damit auch eine gute Möglichkeit potentielle E-Autokäufer auf den Geschmack zu bringen und den Umdenkprozess zu forcieren.


Paris hat massiv in die Ladeinfrastruktur investiert


Nicht nur in Wien, auch in anderen europäischen Städten in denen Share Now noch eine gemischte Flotte betreibt, soll der E-Auto-Anteil zumindest deutlich erhöht werden. Ziel ist es diesen Anteil am europäischen Markt von Share Now von derzeit 20 Prozent auf 25 Prozent bis Ende des Jahres zu erhöhen. In den Städten Berlin, Paris, Madrid und Amsterdam ist die Flotte bereits zu 100 Prozent vollelektrifiziert. Dafür hat die Politik jedoch auch einiges getan. Reppert: „Paris hat beispielsweise massiv in die Ladeinfrastruktur investiert.“

3.200 Elektroautos insgesamt in der Flotte
In 30, überwiegend europäischen Städten, hat Share Now von 20.000 Autos bereits 3.200 Elektroautos im Einsatz. In Wien sind es insgesamt rund 1.500 Fahrzeug, der Marken BMW, Mercedes, Mini und Smart, 20 davon sind Elektroautos.

Gewünschte Ergebnis mit der Stadt Wien noch nicht erreicht
„Die Basis für ein E-Autoflotte, die gut angenommen wird, ist die Infrastruktur und die ist in Wien noch nicht ausreichend gegeben“, stellt Reppert klar. Wie wichtig ausreichend Ladepunkt sind, zeigt auch die Umfrage unter Share-Now-Kunden in Wien. 64 Prozent sind nur bereit selbst das Elektroauto zu betanken, wenn sie dafür keinen Umweg fahren müssen. Das Management von Share Now in Wien ist zwar in Gesprächen mit der Stadt Wien, aber das erwünschte Ergebnis sei noch nicht erreicht.

Können gut simulieren, wo noch Ladepunkte nötig sind
Share Now bietet der Stadt Wien beim Aufbau der Infrastruktur auch ihre Know How an. Reppert: „Wir können aufgrund unserer jahrelangen Erfahrung gut simulieren, wo genau noch Ladepunkte nötig sind.“ Wissen, das der Carsharer auch in anderen Metropolen gesammelt hat. Bei der momentan regelmäßige Betanken, der mühsamste Teil beim Betrieb eines Elektroautos, funktioniert nach Angaben des Share-Now-Bosses ganz gut. Ansonsten betanken die Mitarbeiter die Fahrzeuge. Die E-Autoflotte ist allerdings noch überschaubar. „Die Kunden, die das Fahrzeug betanken, erhalten bis zu 20 Freiminuten. Dieses Angebot wird gut angenommen.“ Der Preis pro Minute ist mit 38 Cent gleich hoch wie etwa für einen BMW 1er oder einen Mini Countryman.

E-Modelle kosten gleich viel pro Minute wie vergleichbare Verbrenner
Den erst im August an den Start gegangene Elektroautoanbieter Eloop sieht Share-Now-Chef Reppert nicht als Konkurrenten: „Je mehr Anbieter auf Elektromobilität setzen und das Fahren damit populärer macht, umso besser.“ Wie bei Share Now kostet bei Eloop die gefahrene Minute für einen BMW i3 38 Cent pro Minute. Im Gegensatz zu Share Now stehen allerdings auch andere Elektro-Modelle zur Auswahl: Der Smart ED4 (33 Cent pro Minute) und der Smart ED3 (30 Cent pro Minute).


Je länger Kunden Carsharing nutzen und für unterschiedliche Nutzungsfälle einsetzen können, umso loyaler sind sie

Derzeit nutzen laut einer aktuellen Untersuchung rund 100.000 Wiener Carsharing. Fast 80 Prozent der Wiener, die Carsharing nutzen, leben nicht im innerstädtischen Bereich, also im 1. Bezirk oder im 3. bis 9. Bezirk. Knapp 60 Prozent der Nutzer verfügen über kein eigenes Auto. „Je länger die Kunden Carsharing nutzen und für unterschiedliche Nutzungsfälle einsetzen können, umso stärker wird ihnen klar, dass sie kein eigenes Auto mehr brauchen und umso loyaler sind die Kunden“, weiß Reppert.

In immer mehr Städten profitabel
Share Now führt das Unternehmen nach eigenen Angaben in immer mehr Städten auch profitabel. Noch vor der Fusion erklärt das Management von Drive Now in Wien beispielsweise, dass die Kosten so hoch sind, dass es nicht gelungen sei, positiv zu sein. So schmälern Fixkosten wie Parkgebühren, Anmeldung und Versicherung und die Reinigung der Autos die Einnahmen. „Das Verhalten der Kunden im Auto ist nach wie vor eine Herausforderung“, so Reppert. Klagten doch Anbieter bereits in der Vergangenheit über verunreinigt zurückgegebene Autos und auch immer wieder über Schäden bei den Modellen, die mitunter liebloser behandelt werden als das eigene Auto. „Das Monitoring der Modelle durch die Bewertung der Kunden wird jedoch immer besser“ so der Share-Now-Manager. Und so werden die Verursacher immer öfter zur Kasse gebeten. Es gebe auch viele ehrliche Kunden betont Reppert. "Diese würden sofort Bescheid geben, wenn ihnen etwas der Kaffee im Auto ausgeronnen ist."

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