BMW fährt im Jubiläumsjahr vorausschauend vorsichtig

BMW fährt im Jubiläumsjahr vorausschauend vorsichtig

Große Modelle sollen BMW den Schritt zur Digitalisierung bringen - und finanzieren.

Nach dem Rekordjahr 2015 und der Feier zum 100. Firmenjubiläum steigt BMW auf die Bremse. 2016 wird nur ein leichtes Absatz- und Ergebnisplus angepeilt. Die Digitalisierung soll mit mehr großen Modellen finanziert werden.

München. Der deutsche Autobauer BMW wird nach einem Rekordjahr vorsichtiger. Zwar peilt das Unternehmen neue Bestmarken bei den Auslieferungen und dem Konzernergebnis vor Steuern an, rechnet aber lediglich mit leichten Zuwächsen, wie BMW am Mittwoch zur Bilanzpressekonferenz in München mitteilte.

Einer "grundsätzlich positiven Entwicklung" auf den Automobilmärkten stünden ein harter Wettbewerb, steigende Personalkosten und hohe Investitionen in Zukunftstechnologien gegenüber. Auch das wirtschaftliche und politische Umfeld dürfte unsicher bleiben, erwartet BMW.

Im vergangenen Jahr verkaufte der Hersteller 2,2 Millionen Autos und damit so viele wie nie zuvor. Der Umsatz kletterte um fast 15 Prozent auf 92,2 Milliarden Euro, und das Vorsteuerergebnis legte um knapp sechs Prozent auf 9,2 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich verdiente BMW rund 6,4 Milliarden Euro und damit zehn Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Digitale Hoffnung

Künftig will der Konzern mehr Geld mit digitalen Diensten und außerhalb des klassischen Autoverkaufs verdienen und setzt sich dafür neue Ziele bis 2020. Ab 2017 wird eine Umsatzrendite vor Steuern (EBT-Marge) von mindestens zehn Prozent angestrebt. 2015, im sechsten Rekordjahr in Folge, wurde dieser Wert bereits erreicht. Die Motorrad-Sparte soll vor Zinsen und Steuern eine Rendite zwischen acht und zehn Prozent abwerfen; zuletzt betrug die Ebit-Marge hier 9,1 Prozent. Das Pkw-Geschäft soll nach wie vor zwischen acht und zehn Prozent Rendite einfahren.

"Strategie und Profitabilität sind für uns untrennbar miteinander verbunden", sagte Finanzchef Friedrich Eichiner. Der Wandel der Autobranche koste die Hersteller immens viel Geld. "Wir führen die BMW Group in eine neue Ära", erklärte Konzernchef Harald Krüger. Mit Hilfe von digitaler Vernetzung, neuen Serviceangeboten und automatisiertem Fahren solle das mobile Leben einfacher, komfortabler und sicherer werden. Die Elektromobilität will BMW ausbauen - ein neues Modell der i-Reihe kündigte Krüger für den Beginn der 2020er Jahre an, nannte aber keine Details.

Um die hohen Investitionen in Vernetzung und auch in neue Antriebsformen wie etwa Brennstoffzelle zu finanzieren, setzt BMW vor allem auf große Modelle, die viel abwerfen. Dazu zählen der geplante große Geländewagen X7, mögliche 7er-Ableger und weitere Modelle der PS-starken M-Reihe.

Die BMW-Aktie (ISIN DE0005190003) notiert aktuell bei 82,60 Euro, ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vortag.

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