BMW schockt Anleger mit Gewinnwarnung

BMW warnt für 2018 vor geringeren Umsätzen und Gewinnen als prognostiziert. Anleger warfen daraufhin die Aktie reihenweise aus dem Depot. Die Gründe und Auswirkungen auf die Produktion.

BMW schockt Anleger mit Gewinnwarnung

BMW-Chef Harald Krüger investiert hohe Summen in Zukunftsthemen, doch das nagt unter anderem am Gewinn.

Bei BMW ist das Geschäft ins Stottern gekommen. Die Bayern haben eine Gewinnwarnung ausgegeben und damit die Aktionäre in Alarmstimmung versetzt. Die Folge: Die Aktie des Münchner Premiumherstellers (ISIN DE0005190003) brach am 25. September zeitweise um bis 6,9 Prozent ein und fiel zum Börsenschluss gegenüber dem Vortag um fünf Euro - von 83,50 Euro auf 78,50 Euro.

Die Mitteilung des Konzerns, der lange Zeit ein Rekordergebnis nach dem anderen verkündet hatte, war für die Anleger aber auch starker Tobak: Umsatz und Gewinn werden 2018 deutlich geringer ausfallen als prognostiziert. Gerechnet hatte man mit einem weiteren Anstieg des Geschäftserfolgs. Noch 2017 war BMW der profitabelste Autohersteller der Welt. Zur Halbjahresbilanz verkündete der Konzern noch Gewinnmargen von acht bis zehn Prozent. Nun ist alles anders. Sowohl das dritte als auch das vierte Quartal sind laut BMW von dem schwächeren Ergebnis betroffen.

Es wird den Bayern ein schwacher Trost sein, dass sie in der Branche nicht die einzigen sind, die einen Geschäftsrückgang hinnehmen müssen. Unter anderem haben auch Daimler und der Zulieferer Continental bereits ihre Prognosen für das zweite Halbjahr gekappt.

Rabattschlacht setzen BMW zu

Als einer der Hauptgründe werden von den Bayern wegen der Umstellung auf den neuen Abgasprüfzyklus WLTP „Angebotsverwerfungen“ genannt. BMW hat mehrere hundert Modellvarianten dem neuen Prüfzyklus unterzogen und mit der Umstellung auch rechtzeitig begonnen. Von den Auswirkungen dieser großen Umstellung blieben die Bayern dennoch nicht verschont. Denn die anderen Hersteller, die die Umstellung nicht rechtzeitig bis 1. September 2018 schafften, haben bis dahin kräftig an der Rabattschraube gedreht, um so noch alle nicht neu typisierten Modelle zu Schleuderpreisen auf den Markt zu werfen.

Die auf mehreren Märkten gleichzeitig geführten Rabattschlachten führten laut BMW zu einem „unerwartet hohem Wettbewerb“. Besonders aber in Europa, wo BMW gut 40 Prozent seiner weltweit ausgelieferten Autos verkauft.

Zusätzlich belasten der Handelsstreit mit den USA und der Rückruf von Dieselmodellen den Konzern.

Gewinne schrumpfen merklich

BMW wird aufgrund dieser Entwicklung die Produktion zurückfahren und den Vertrieb entsprechend anzupassen. Die Gewinn-Marge soll 2018 bei sieben Prozent, statt der bisher prognostizierten acht bis zehn Prozent betragen. Noch im Vorjahr lag die Ebit-Marge in der Automotive-Sparte in den ersten neun Monaten bei 9,1 Prozent.

Das Management versucht dennoch auf Kurs zu bleiben. Das vorrangige Ziel sei, solide Gewinne einzufahren. Geplant ist, die Kosten weiter zu reduzieren und effizienter zu arbeiten. Unter dem Titel: "Number One" sollen Profit, Wachstum und Zukunftsfähigkeit gestärkt werden.

Eine neue Produktoffensive soll den Umsatz ankurbeln. Darunter das Sportcabrio BMW Z4, gebaut in Graz, mit Motoren vom BMW-Werk in Steyr. Das agile Gefährt wird mit 4- und 6-Zylinder angeboten. Geld in die Kassen spülen soll auch der XL-Large SUV BMW X5 Sports Activity und der neue Elektrosportwagen BMW 8er Coupé.

Hohe Investitionen für Mobilität der Zukunft und Währungseffekte

Am Gewinn nagen aber auch hohe Investitionen für die Elektromobilität und alles was unter das Schlagwort „Mobilität der Zukunft“ fällt. Dafür wurde heuer eine Milliarde Euro an Vorleistungen investiert. Hohe Ansprüche kosten letztlich Geld: BMW-Chef Harald Krüger: "Die BMW Gruppe steht weiter zu ihrem Anspruch, die Transformation der Branche anzuführen.

Die Elektroautos von BMW kommen gut an, wenn der Anteil am Umsatz auch noch klein ist. Im ersten Halbjahr 2018 war der i3 erneut das meistverkaufte E-Auto im Premium-Kompakt-Segment. Seit Jahresbeginn gingen bis Jahresmitte über 60.600 elektrifizierte Fahrzeuge an Kunden. Ein Anstieg um über 40 Prozent im Vergleich zum 1. Halbjahr 2017. Derzeit bieten der Hersteller insgesamt zehn Elektro- und Plug-in-Hybrid-Modelle an.

"Einen hohen dreistelligen Millionenbetrag" machen laut Konzern des weiteren Währungseffekte aus. Zudem wird die Bilanz durch mehr Fälle von Gewährleistung und Kulanz getrübt, die auch höhere Rückstellungen bedingen.

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