Billig-Reifen: Warum Sie besser die Finger davon lassen sollten

Billig-Reifen: Warum Sie besser die Finger davon lassen sollten

Ein Satz Reifen unter 300 Euro ist fast immer ein Griff daneben. Das ergab ein Test des Arbö der zehn aktuell angebotenen Billig-Sommerreifen. Wann Billig-Reifen besonders kläglich versagen und in welchen Situationen und welche Ausnahmen fast schon Premiumniveau haben. Welche Faustregel man beim Reifenkauf beachten sollte.

Billige Reifen sind eine Verlockung. Optisch bleibt es bei schwarzem Gummi. Wer kein Rennfahrer ist, sollte auch mit Reifen auskommen, die keine Spitzenqualität aufweisen - möchte man meinen. Arbö warnt nach einem Test vor den meisten Billigreifen. Der Verkehrsclub hat die aktuellen Billig-Sommerreifen getestet. Damit ist etwa ein Satz Reifen in der Dimension 195/65 R15 gemeint, der weniger als 300 Euro kostet.

Der Praxistest fand im norddeutschen Testzentrum von ATP (Automotive Testing Papenburg) statt. Aufgezogen wurden die Reifen auf einen VW Golf VII, mit dem die Sicherheit der Reifen auf nassen wie auf trockenen Straßenverhältnissen geprüft wurde. Neben diesen Kriterien wurden auch der Rollwiderstand und das Vorbeifahrgeräusch bewertet.

Während das Handling auf trockener Straße keine allzu großen Unterschiede ergab, teilt sich sich das Feld der getesteten Reifen auf nasser Fahrbahn in zwei Lager.

Auf nasser Fahrbahn auf verlorenem Posten

Erschreckend war das Ergebnis vom GT Radial Champiro FE1, der auf nasser Fahrbahn gerade einmal 18 Punkte erreichen konnte, in drei Disziplinen sogar mit 0 Punkten bewertet wurde. Der Bremsweg dieses Reifens beträgt bei einem Tempo von 100 km/h 61,7 Meter bis zum Stillstand, also um 15,4 Meter mehr als jener des Testsiegers (Nexen N’blue HD Plus). Insgesamt erreicht der GT nur 86 von 170 möglichen Punkten. An der 100-Punkte-Marke scheitert mit einer Gesamtanzahl von 98 auch der High Performer Sport HS-3. „Beide Pneus verzögern auf nasser Fahrbahn extrem schlecht und können aus technischer Sicht nicht empfohlen werden“, so ARBÖ-Technikchef Erich Groiss.

Mit einem „nicht empfehlenswert“ müssen sich auch der Barum Brillantis 2, der BF Goodrich g-Grip, der Sava Intensa hp sowie der Viking City Tech II abfinden. Im Mittelfeld platzierte sich mit 115 Punkten der Debica Presto, der es in den Disziplinen „Aquaplaning längs“ und „Handling“ durchaus mit den Testsiegern aufnehmen kann.

Welche Billigreifen fast in der Oberliga mitspielen

Diese kommen aus dem Hause Pneumant, Hankook und Nexen, wobei vor allem die beiden letztgenannten lobenswert erwähnt werden müssen: Beide spielen qualitativ schon fast in der „Oberliga“ mit: der Nexen N’blue HD Plus verfehlte mit einer Gesamtzahl von 134 um nur einen Punkt das Ranking „sehr empfehlenswert“.

Arbö-Experte Groiss: "Grundsätzlich sollte bei Reifen nicht gespart werden. Während man bei Premium-Produkten getrost zu jedem Reifen greifen kann – die Unterschiede sind hier äußerst gering – muss man bei günstigen Produkten schon genauer hinsehen, damit es keine bösen Überraschungen gibt."

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