Die katastrophale Bilanz der Elektroauto-Zulassungen

Die katastrophale Bilanz der Elektroauto-Zulassungen

Eine Studie des Center of Automotive legt schonungslos die Marktanteile bei Elektroautos weltweit offen und so auch die Schwäche Österreichs in diesem Bereich. In welchen Ländern die Verkäufe für E-Autos steigen, wo die Begeisterung für E-Autos sinkt und was Politik und Autohersteller tun müssen, um Schwung in die Sache zu bringen.

Die Entwicklung der E-Mobilität kommt, bis auf einige wenige Länder, praktisch nicht voran. Zu den Schlusslichtern im globalen Vergleich zählt auch Österreich. Im Schnitt lag der Marktanteil weltweit bei Pkw-Neuzulassungen im Jahr bei nur 0,7 Prozent. Österreich schaffte es gerade einmal einen Marktanteil von 0,9 Prozent zu erzielen. Global ist der E-Automarkt nach vorläufigen Schätzungen des Center of Automotive Management (CAM) vor allem dank China um rund 75 Prozent auf rund 560.000 Pkw gewachsen.

Die Top-5 der Leitmärkte weltweit sind China, USA, Holland, Norwegen und Großbritannien. Der Anteil der Neuzulassungen liegt in Norwegen bereits bei 23 Prozent, in Holland bei zehn. Auch Schweden, Dänemark und die Schweiz liegen deutlich über dem E-Auto Mittelwert von Westeuropa von 1,4 Prozent.

Positiv haben sich 2015 auch die großen traditionellen Automärkten Frankreich und Großbritannien entwickelt, bei denen sich der E-Auto Marktanteile auf 1,2 bzw. 1,1 Prozent der Neuzulassungen fast verdoppelt hat.

Sinkende Begeisterung für Elektroauto registrierten dagegen die USA und Japan. Während in den USA der E-Autoanteil an den Neuwagenzulassungen von 0,73 auf 0,66 Prozent zurückging, kommt Japan nach vorläufigen Zahlen nur noch auf einen E-Autoabsatz von rund 25.000, was einem Marktanteil von 0,6 Prozent entspricht. Dagegen liegt der Anteil der E-Mobilität in China, dem größten Automarkt der Welt, bereits bei rund 1 Prozent und ist angesichts starker Förderkulissen bzw. Rahmenbedingungen in den letzten Monaten stark ansteigend.

Ohne umfangreiche Anreize geht nichts

Doch ohne umfangreiche Anreizstrukturen geht offenbar nichts, wie nicht nur China sondern auch das Beispiel Holland zeigt, wo es zahlreiche Förderungen für E-Autos gibt. Mit einer Verdreifachung der Pkw-Neuzulassungen auf über 43.000 E-Autos liegt Niederlande nach China (207.000) und den USA (115.000) auf Rang 3 der Länder mit den meisten Elektroauto-Neuzulassungen.


"Für ein nachhaltiges Wachstum der Elektromobilität braucht es eine Kombination von Innovationen im Bereich Elektromobilität der Automobilindustrie sowie ein Gesamtkonzept von ordnungspolitischen Rahmenbedingungen und finanziellen Anreizstrukturen", so CAM-Studienleiter Stefan Bratzel. "Die viel diskutierten Kaufprämien in Deutschland greifen deutlich zu kurz."

"Für ein nachhaltiges Wachstum der Elektromobilität braucht es vor allem eine Kombination von Innovationen bei E-Autos, politische Rahmenbedingungen und finanziellen Anreizstrukturen", so CAM-Studienleiter Brazel.

Größere Reichweite unerlässlich

In erster Linie müssen nach Einschätzung der Studienautoren die Hersteller, die Wettbewerbsfähigkeit von Elektroautos im Vergleich zu konventionellen benzin- und dieselbetriebenen Fahrzeugen verbessert werden. Brazel: "Innovationen zur Erhöhung der Reichweite und zur Reduzierung der Batterie-Kosten sind notwendig und damit des Endkundenpreises umgesetzt werden, die bei Kunden Begehrlichkeitauslösen."

Ladeinfastruktur derzeit nicht ausreichend

Zweitens wird sich die Elektromobilität nicht durchsetzen solange keine ausreichend dichte
(Schnell)Ladeinfrastruktur existiert. Bislang fehlt es für mögliche Betreiber - wie Energieversorger - an soliden Geschäftsmodellen, die Investitionen rechtfertigen. Hier erscheinen öffentliche Förderungen den Studienautoren im Verbund mit der Automobilindustrie als sinnvoll.

Nur sinnvoll, wenn Strom aus regenerativen Quellen stammt

Drittens ergibt Elektromobilität im Vergleich zum Verbrennungsmotor ökologisch nur dann wirklich einen Mehrwert, wenn der Strom zur Ladung aus regenerativen Quellen stammt. Entsprechende Rahmenbedingungen sind auch staatlicherseits zu schaffen. Schließlich sind ordnungspolitische und finanzielle Anreizstrukturen zu schaffen, die umweltverträgliche (Auto-)Mobilität bevorzugen. Grundsätzlich können dabei auch Bonus-Malus-Systeme in Erwägung gezogen werden, so dass eine staatliche Ausgabenneutralität möglich ist.

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