Betrunken am Steuer erwischt: Überwachung per Alko-Locks folgt

Betrunken am Steuer erwischt: Überwachung per Alko-Locks folgt

Künftig dürfte es reichen, wenn das Auto vor dem Wegfahren den Alkoholgehalt in der Luft erkennt.

Der Gesetzgeber verschärft die Gangart gegen Alko-Lenker. Künftig soll der Alkoholkonsum von einmal erwischten Fahrern rigoros kontrolliert werden und Alko-Blocker zum Einsatz kommen.

Alkohol ist einer der größten Risikofaktoren im Straßenverkehr. Bei rund 6,5 Prozent aller Verkehrsunfälle ist zumindest ein Verkehrsteilnehmer alkoholisiert. Der Großteil dieser Unfälle, neun von zehn, wird von Männern verursacht. Jeder dritte dieser Unfalllenker ist erst zwischen 15 und 24 Jahre alt.

Der Gesetzgeber verschärft nun die Gangart gegen alkoholisierte Lenker. In einer ersten Stufe sollen Wiederholungstäter der Führerscheinklasse B, die bereits einmal mit einem Alkoholspiegel von über 0,8 Promille am Steuer erwischt wurden, davon betroffen. Die Fahrzeuge dieser Lenker sollen mit Alkohol-Messgeräten und Wegfahrsperren, so genannten Alko-Locks, ausgestattet werden.

Die Details zu den Alko-Locks, auch "Alternatives Bewährungssystem" (ABS) genannt, sind in einer Verordnung geregelt. Die Autos bekommen dazu Wegfahrsperren eingebaut. Ein Achterl Wein oder ein kleines Bier sind dann nicht mehr drinnen, wenn man danach noch mit dem Auto fahren möchte. Die Probanden müssen nüchtern bleiben, die Autos können nur bei einer Atemluft von weniger als 0,1 Promille in Betrieb genommen werden. Das ist der gleiche Wert, der auch für Führerschein-Neulinge gilt. Das bedeutet, dass diese Fahrer bestenfalls einen Apfelsaft - der nach dem Konsum im Magen leicht vergärt - trinken dürfen.

Harte Strafen geplant

Alkohol beeinträchtigt erwiesenermaßen die Reaktionsfähigkeit und erhöht gleichzeitig die Risikobereitschaft. Pro Stunde werden vom Körper nur 0,15 Promille abgebaut. Das heißt, dass die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen auch Stunden nach dem Alkoholkonsum noch stark eingeschränkt sein können.

Mit der Novelle des Führerscheingesetzes, die im Parlament noch vor Jahresende behandelt werden soll, sind Alko-Locks für Lenker, die mit einem Alkoholspiegel zwischen 0,8 bis 1,2 Promille erwischt wurden, vorgesehen. Fahrer, die zwischen 1,2 und 1,6 Promille "getankt" haben, sollen zusätzlich den Führerschein für mindestens vier Monate abgeben. Im ABS-System dauert der Entzug dann zwei Monate, zusätzlich müssen mindestens sechs Monate die Alko-Locks verwendet werden. Wer mit mehr als 1,6 Promille am Steuer erwischt wird, ist den Schein für mindestens sechs Monate los. Im Pilotprojekt dauert Entzug der Lenkberechtigung drei Monate, dazu kommt für ein halbes Jahr der Einbau der Wegfahrsperre.

Bei Verstößen endet der ABS-gestützte Entzug. Dann muss die ursprünglich von der Behörde festgesetzte Entzugsdauer erfüllt werden. Ein Wiedereinstieg in das ABS-Programm ist nicht möglich. Der Versuch, das Fahrzeug unter Umgehung der Sperre zu starten oder diese zu deaktivieren hat das sofortige Ende zur Folge. Während der Fahrt wird es Wiederholungstests geben, bei Werten über 0,1 Promille ist das Projekt für den Teilnehmer ebenso beendet. Das gleiche gilt für Fristüberschreitung bis zum nächsten Monitorgespräch sowie mangelnde Mitarbeit. Dass Kinder anstatt der Erwachsenen das Auto in Betrieb nehmen, ist laut dem Verkehrsministerium nicht möglich, das System würde dies erkennen.


Alkohol am Steuer - die Regeln (Stand Oktober 2016)

  • 0,5 Promille Diese gesetzliche Höchstgrenze für Alkohol im Blut gilt in Österreich grundsätzlich gilt für alle Verkehrsteilnehmer
  • 0,1 Promille Ist die Höchstgrenze für alle, die den Führerschein noch auf Probe haben, LKW- und Busfahrer
  • 0,5 bis 0,79 Promille werden mit Verwaltungsstrafen zwischen 300 Euro und 3.700 Euro und einer Vormerkung geahndet
  • Wiederholungsfall beim ersten Mal Nachschulung durch Psychologen, beim zweiten Mal Führerscheinentzug für mindestens drei Monate
  • 0,8 bis 1,9 Promille werden mit Verwaltungsstrafen zwischen 800 und 3.700 Euro und einer Vormerkung geahndet, Führerscheinentzug für ein Monat
  • Wiederholungsfall Führerscheinentzug für mindestens drei Monate
  • 1,2 bis 1,59 Promille Ab 1,2 Promille kostet das Vergehen zwischen 1.200 und 4.400 Euro. Der Führerschein ist mindestens 4 Monate weg. Zusätzlich muss eine Nachschulung absolviert werden.
  • Ab 1,6 Promille Es drohen Strafen von 1.600 bis 5.900 Euro und ein Führerscheinentzug von mindestens 6 Monaten sowie eine Nachschulung,ein Termin beim Amtsarzt und eine verkehrspsychologische Untersuchung.
Christian Schneider, Digitalchef bei FCA

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