Autos: Modelle und Klassen mit dem höchsten Preisverfall

So schön sie auch anzusehen sind, sobald ein Sportwagen nicht mehr funkelnagelneu ist, wird er zum Ladenhüter.

So schön sie auch anzusehen sind, sobald ein Sportwagen nicht mehr funkelnagelneu ist, wird er zum Ladenhüter.

Ein Neuwagen verliert in den ersten drei Jahren, je nach Kategorie, fast bis zur Hälfte seines Wertes. Bemerkenswert ist, dass der Preisverfall in einigen der gängigsten Fahrzeugklassen am höchsten ist.

Wer einen Neuwagen kauft, blendet den Preisverfall in den ersten drei Jahren gerne aus. Dabei sollte eigentlich hinlänglich bekannt sein, dass der Wertverlust von Autos in dieser Zeit am größten ist. Schon im ersten Jahr verliert ein Neuwagen bis zu 20 Prozent an Wert, innerhalb von drei Jahren sind es durchschnittlich 40 Prozent.

Falsche Vorstellungen von der Höhe des Preisverfalls

Das Gebrauchtwagen-Verkaufsportal autoscout24.at hat nun aus den ursprünglichen Listenpreisen und den der Verkaufspreisen der auf der Plattform gehandelten Fahrzeuge ermittelt, wie groß der Wertverlust tatsächlich ist und zusätzlich unter den Benutzern der Plattform eine entsprechende Umfrage durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Abschläge je nach Fahrzeugklasse und Modell recht unterschiedlich sind. Und dass nur wenige Autobesitzer eine korrekte Vorstellung von der Wertminderung bei Neuwagen haben.

Nur 30 Prozent der Befragten haben den Wertverlust richtig eingeschätzt. Für den spielt übrigens nicht nur das Alter des Fahrzeugs eine Rolle, andere Faktoren haben zum Teil noch mehr Einfluss auf den Marktpreis. In der Befragung wurde das Alter unter den relevanten Faktoren zur Bewertung eines Verkaufspreises erst an vierter Stelle genannt. Für rund jeden dritten Befragten (35 Prozent) hat der einwandfreie Zustand des Autos den größten Einfluss auf den Wiederverkaufswert, gefolgt vom Kilometerstand (27 Prozent) und der Fahrzeugmarke (16 Prozent). Erst dahinter kommt das Alter (12 Prozent).

Günstige Massenmodelle verfallen im Preis um bis zu 45 Prozent

Die Untersuchung von Autoscout zeigt auch, dass es in den Modellkategorien, in denen die meisten Neuwagen verkauft werden - nämlich die Mittelklasse und Kompaktwägen - den höchsten Wertverlust gibt. Der Wertverlust in der Mittelklasse beträgt nach nur drei Jahren 45 Prozent. Was klarerweise auch am großen Angebot an Gebrauchtwagen aus diesem Segment liegt.

Wer beim Kauf eines Neuwagens den Wiederverkaufswert mitkalkuliert könnte daher die Entscheidung für enen Mittelklassewagen überdenken. Bei Modellen der oberen Mittelklasse liegt der Preisverlust etwa mit minus 37 Prozent merklich niedriger. Wer billig kauft, spart da vielleicht am falschen Fleck.

Ladenhüter gebrauchter Sportwagen

Noch größer ist der Preisverfall bei Sportwagen. Nach nur drei Jahren sind diese oft nur mit einem Abschlag von 47 Prozent an den Mann oder die Frau zu bringen.

In diesem Fall stößt eine geringe Nachfrage nach solcherart gebrauchten Modellen auf ein höheres Angebot. Bei richtig teuren Modellen können nach dieser Zeit schließlich auch die Reparaturkosten nach oben schnellen. Ein paar tausend Euro sind da schnell zusätzlich futsch.

Vans: Eine Fahrzeugklasse am absteigenden Ast

Besonders hoch ist der Wertverlust auch bei Modellkategorien, die bei der Kundschaft nicht mehr so gut ankommen wie noch vor Jahren. Dazu zählen Großraum-Vans wie Renault Espace, VW Sharan, Ford Galaxy oder Seat Alhambra.

SUVs: Die beste Investition

Die familientauglichen Vans wurden in der Käufergunst von den SUVs überholt. Wer heute was Großes will, nimmt sich lieber einen Geländewagen. In diesem derzeit wachstumsstarken Segment hält sich deshalb die finanzielle Einbuße auch in relativ in Grenzen. Nach drei Jahren liegen die Einbußen bei vergleichsweise moderaten 25 Prozent. „Kein Wunder, der SUV-Boom hält an und die Nachfrage ist groß. SUV sind also eine gute Investition“, meint Markus Dejmek, Österreichchef von AutoScout24.

Wertverlust nach 3 Jahren pro Segment bzw. nach Marke/Modell

Online-Fahrzeugbewertungen für Verkäufer

Spätestens wenn man den fahrbaren Untersatz verkaufen möchte, wird die Frage nach dem Wert so richtig interessant. Orientierungshilfen bieten Online-Portale mit kostenlosen Möglichkeiten zur Fahrzeugbewertung.

AutoScout24 hat ein Online-Tool erstellt, bei dem neben Marke und Modell unter anderem auch Alter und Kilometerstand sowie Kraftstoff, Motorisierung und Getriebeart in die Fahrzeugbewertung mit einbezogen werden. Die automatisierte, komplexe Berechnung beruht auf einer historisierten Datenbasis, die mehr als eine Million private Fahrzeuginserate aus Österreich umfasst.

Für den Verkauf an privat oder an Händler werden gesonderte Preise ausgewiesen, denn schließlich haben Händler eine andere Kostenstruktur und müssen unter anderem die Garantieleistung und die Fahrzeugaufbereitung für den Wiederverkauf miteinkalkulieren. Außerdem wird eine Preisspanne aufgezeigt, auf der man sein Auto abhängig vom Fahrzeugzustand verorten kann. Und es wird ein Angebotspreis empfohlen, der als erste Basis für das eigene Verkaufs-Inserat dienen kann.

Auch das ist auf den Verkauf von Schnäppchen, Neuwagen und Kurzzulassungen spezialisierte Portal Autogott.at, nimmt kostenlos Fahrzeugbewertungen vor. Weiterhin kostenpflichtig ist hingegen das Service des Gebrauchtwagenbewerters Eurotax, der in den vergangenen 50 Jahren das Geschäft dominierte. ÖAMTC-Mitgliedern bietet Eurtotax jedoch pro Kalenderjahr fünf kostenlose Abfragen.


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