Autonomes Fahren: Der Fahrer bleibt in der Haftung

Autonomes Fahren: Der Fahrer bleibt in der Haftung

Software lenkt Auto - bei der Haftung gibt es Uneinigkeit.

Die Haftungsfrage beim autonomen Fahren wird derzeit in der Versicherungsbranche heftig diskutiert. BMW und Allianz kommen sich nun näher. Und es scheint, dass der Fahrzeughalter weiterhin das alleinige Risiko trägt.

München. Für Technologiegläubige ist's bereits klar: Die Steuerung des Autos durch Softwaretechnologie anstatt von Menschenhand wird die Unfallgefahr und auch die Zahl der Unfälle senken. Aber was passiert, wenn die Technik versagt und die automatische Steuerung zu dem unausweichlichen Unfall führt? Und vor allem, was Versicherer ebenso interessiert: Wer haftet für die Schäden, die aus dem autonomen Fahren resultieren? Der Fahrzeughalter, der Autohersteller oder dessen Softwarelieferant? Ganz abgesehen davon, handelt es sich bei der Diskussion auch um ein ethisches Thema, das in der wissenschaftlichen Community äußerst heftig diskutiert wird.

Die Diskussionen zu den Haftungsfragen sind entbrannt. Autokonzerne, Versicherer und Technologieinstitute kreuzen dabei ihre Klingen. Die Position der Versicherer ist dabei klar: Sie wollen bei der Haftungsfrage nicht rütteln. Europas größter Versicherer Allianz sieht die Haftung weiterhin beim Fahrzeughalter. In dem neuen Positionspapier von Allianz Worldwide Partners und der Autobauer BMW geht eindeutig hervor, dass sich der Halter auch künftig gegen Fehler des Fahrers und mögliche technische Defekte des Autos versichern müsse.

Erst in zweiter Linie soll laut Positionspapier zwischen dem Kfz-Versicherer und dem Autobauer geprüft werden, ob Letzterer dann doch für eine Fehlfunktion zahlen müsse.

Der pragmatische Ansatz

Für die Versicherer steht der Pragmatismus für eine Beibehaltung der Halterhaftung an oberster Stelle. "Kommt es zu einem Unfall, erhalten dann sowohl der Fahrzeughalter als auch Unfallgeschädigte zügig Hilfe, und zwar ohne die Unsicherheiten, die eine langwierige gerichtliche Auseinandersetzung mit der verantwortlichen Partei mit sich bringen würde", sagte Claudius Leibfritz, der für das weltweite Kfz-Geschäft bei der Allianz verantwortlich ist. "Wir sind uns einig, dass der Grundsatz sich auch für teil- und vollautomatisierte Fahrzeuge eignet, und wir unterstützen eine entsprechende globale Standardisierung", erklärte Elmar Frickenstein, der bei BMW für das Autonome Fahren zuständig ist.

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