Automarkt: Europa droht jahrelanges Siechtum, Asien als Turbo

Der Wachstumseinbruch durch die Corona-Pandemie dürfte den europäischen Automarkt in den nächsten Jahren am härtesten treffen. Selbst in fünf Jahren könnte das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht sein. Weltweit dorhen massive Überkapazitäten.

Automarkt: Europa droht jahrelanges Siechtum, Asien als Turbo

Giftiger Cocktail: Die Überkapazitäten bei Autos gehen in die Millionen, dazu kommen eine schwache Nachfrage und sinkende Kaufkraft.

Für den weltweiten Automarkt dürfte die Corona-Epidemie in den nächsten fünf Jahren zu einem massiven Wachstumsrückgang führen, so die Prognose des Institutes Custumer Inside der Universität St. Gallen unter der Leitung von Ferdinand Dudenhöffer. Eine über Jahre schwache Entwicklung wird vor allem Europa, gefolgt von den USA vorhergesagt.

Europa: Autoabsatz noch immer unter 2019-Niveau?
Selbst 2025 dürfte laut der Prognose des St. Gallener Instituts die Nachfrage nach Neuwagen in Europa mit 14,6 Millionen verkauften Neuwagen noch unter dem Niveau des Jahres 2019 von 15,8 Millionen Stück liegen. In den USA könnten es - nach 20,2 Millionen verkauften Neuwagen im Vorjahr – mit 19,9 Millionen dann zumindest annähernd so viel sein wie vor dem Markteinbruch aufgrund des Corona-Shutdowns.

Prognostizierte Entwicklung des Absatzmarktes laut Uni St. Gallen, Angaben in Millionen. Von 2021 bis 2025 erholt sich der europäische Autoabsatz weltweit unter den großen Märkten am langsamsten. In Asien, vor allem in China, sollte die Nachfrage aber bereits im kommenden Jahr wieder kräftig anziehen, so die Erwartung.

2020: Rückgänge beim Autoabsatz in Europa am geringsten
Selbst wenn der Rückgang im Krisenjahr 2020 in Europa gar nicht am höchstens sein dürfte. Für Westeuropa rechnet Autoexperte Dudenhöffer mit einem Rückgang von knapp 18 Prozent, in den USA dürfte die Nachfrage um 20 Prozent hinunter rasseln, in Asien um rund 19 Prozent. Das Problem ist vielmehr die Entwicklung des nachfolgenden Aufschwungs. Der dürfte gerade in Europa besonders langsam von statten gehen, so die Uni St. Gallen in einer Analyse.

Automarkt Europa: Geringster Einbruch, geringste Wachstumserwartung

Uni-Professor Dudenhöffer begründet den schwachen Anstieg der Nachfrage in Europa damit, dass die Wachstumsaussichten in dieser Region am schlechtesten seien. “Der Schuldenabbau bremst das zukünftige Wachstum in Europa. Die Wachstumsraten der Volkswirtschaften könnten in den nächsten zehn Jahren ähnlich niedrig sein, wie in den vergangenen zehn Jahren“, so Dudenhöffer.


Euro-Raum ist der schwächere Partner im Verbund der großen Wirtschaftsräume

BIP-Wachstumsraten der Vergangenheit lassen für Europa nichts Gutes erahnen
Die BIP-Wachstumsraten der wichtigen Länder in Europa waren nämlich zwischen 2008 bis 2017 negativ. So lag die jährliche Wachstumsrate (CAGR) in Deutschland laut Studie im Schnitt dieser Jahre bei Minus 0,2 Prozent, in England bei -1,1 Prozent, in Frankreich bei -1,5 Prozent, in Italien bei -2,0 Prozent, ebenso in Spanien. „Das zeigt, wie schwer sich West-Europa tut, um den wirtschaftlichen Anschluss zu halten. West-Europa und der Euro-Raum sind damit die schwächeren Partner im Verbund der großen weltweiten Wirtschaftsräume“, resümieren die Studienautoren. Belastet werde das Wachstum in der EU durch die hohe Verschuldung, hohe Zentralbankkredite und geringes Wachstumspotential.


Der Corona-Erholungsprozess in Europa wird sehr lange dauern

Dudenhöffer: „Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre und der schwierigen Abstimmungen in EU-Europa gehen wird davon ausgehen, dass der Corona-Erholungsprozess in Europa sehr lange dauern wird.“

Sechs Millionen Neuwagen zu viel am Markt
Der europäische Automarkt hat zudem mit enormen Überkapazitäten zu kämpfen. Laut dem Institut weisen die drei großen Automärkte China, die USA und Europa noch im Jahr 2022 Überkapazitäten von jeweils zwei Millionen Autos auf. Selbst im Jahre 2023 dürften im Automarkt in Europa - im Vergleich zu 2019 – noch 1,6 Millionen Überkapazitäten vorliegen.

Autoexportnation Deutschland trifft es doppelt
Die schwachen Aussichten auf Erholung des Automarktes liegen auch an den hohen Exporten der europäischen Autohersteller in andere Regionen der Welt. So hat Deutschland im Jahre 2019 mehr als 1,5 Millionen Autos in die Märkte außerhalb der EU exportiert. Damit entsteht ein doppeltes Überkapazitätsproblem. „Die Nachfrage belebt sich in Europa nur langsam und die Exportmärkte entwickeln sich auch 2021 und 2022 schwach“, so die Einschätzung der Studienautoren. Damit seien Überkapazitäten von deutlich mehr als zwei Millionen Autos im europäischen Produktionssystem.

Erst 2025 dürfte die Zahl der Neuzulassungen weltweit wieder auf dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie erreicht sein.

2021: Starke Erholung in Asien, minimaler Rebound für Europa
Asien, speziell China, dürfte sich dagegen am schnellsten von den wirtschaftlichen Auswirkungen des COVID-2-Virus erholen. So wird für diese Region bereits im kommenden Jahr wieder ein Anstieg des Neuwagen-Verkaufs um 2,7 Millionen auf 28,6 Millionen gerechnet. Während für den europäischen Automarkt nur ein Zuwachs von 400.000 Stück erwartet wird und in den USA von einer Million zusätzlich verkaufter Neuwagen gegenüber 2020 ausgegangen wird.

Zwar erwarten die Autoren der Untersuchung der Uni St. Gallen bis 2025 eine Erholung des weltweiten Automarktes auf das Niveau von 2019, allerdings sei das demnach zu einem großen Teil Asien, speziell China, geschuldet.

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