Audi e-tron: Der Kampf um den Premium-E-Automarkt ist eröffnet

Audi e-tron: Der Kampf um den Premium-E-Automarkt ist eröffnet

Das erste Elektroauto von Audi, der e-tron, steht demnächst bei den Händlern.

Die Premiumkonkurrenten Tesla und Jaguar haben bereits erste Elektroauto mit über 400 Kilometer Reichweite ins Rennen geschickt. Ab März soll auch der erste vollelektrische Audi, der e-tron im Handel sein. Was der neue Audi kann, wie die Konkurrenten im Vergleich dastehen und welche Hersteller als nächstes mit Luxus-Elektroautos kommt.

Nun ist es also bald soweit. Die ersten Elektroautos von Audi sollen in die Schauräume rollen - wenn auch mit Verzögerung. Ursprünglich hätte der neue Audi e-tron bereits im Dezember ausgeliefert werden sollen, doch wegen Software-Problemen wurde der Start verschoben. Nun soll es im März 2019 so weit sein, wie der Hersteller nun angekündigt hat.

Die Zeit drängt. Zwei Premiumhersteller sind mit reichweitenstarken Elektromodellen bereits auf den Markt. Derzeit teilen sich das Model X von Tesla und der Jaguar I-Pace seelenruhig den Markt auf. Den Jaguar gibt es seit wenigen Monaten, das Modell X schon seit zwei Jahren. Jedes Monat, dass andere Hersteller später auf den Markt kommen, drohen Newcomern geringere Absatzmöglichkeiten. So groß ist der Markt in diesem Spezial-High-End-Markt schließlich auch wieder nicht. Deshalb hat es auch Mercedes eilig seinen EQC, sein erstes Elektroauto, in den Handel zu bringen. Spätestens im Sommer soll es soweit sein.

Bei Bestellungen bis 8. Februar wird man bevorzugt
Doch jetzt ist Audi der nächste am Start. Der Vorverkauf hat schon begonnen. Für jene, die es kaum erwarten können, das erste Elektroauto der Ingolstädter ihr Eigen zu nennen, nimmt Audi bis 8. Februar noch Vorbestellungen entgegen. Diese Kunden werden dafür mit einer besonders schnellen Auslieferung belohnt. Einer der es kaum erwarten kann, ist Runtastic-Gründer Florian Gschwandtner. Der Start-up-Shootingstar hat sich als Erster den Audi e-tron gesichert.

e-tron deutlich billiger als der Tesla Model X
Der Preis für den e-tron beginnt bei 82.000 Euro. So viel kostet der 55 quattro. Der e-tron
quattro advanced ist mit 83.740 Euro veranschlagt. Nicht ganz billig, aber die Konkurrenz hat auch ihren Preis. Vor allem der Preis für den Tesla Model X ist nicht ohne und schlägt sich in der Basisversion mit 92.050 Euro zu buche. Was der Nachfrage keinen Abbruch tut. Das Leistungsspektrum des SUVs made in USA reicht von rund 330 bis über 770 PS.

Jaguar I-Pase am günstigsten
Am günstigsten ist der Elektro-Jaguar. Der I-Pace ist ab 78.380 Euro erhältlich. Damit ist der Wagen mit britischen Genen, trotz größerer Batterien als der Telsa, um rund 14.000 Euro günstiger als dieser. Innerhalb der bulligen Audi-SUV-Range liegt der e-tron in der goldenen Mitte zwischen Q5 und Q8, auch optisch. Der Q5, mit konventionellem Sprit betrieben, startet bei 49.360 Euro. Der Q8 legt nicht nur in der Größe, sondern auch beim Preis noch einmal kräftig eins drauf und ist mit Minimum 88.400 Euro veranschlagt.

Welcher fährt mit einer Batterieladung am längsten?
Wohl das wichtigste bei den neuen elektrisch betriebenen Modellen, ist die Reichweite. Laut WLTP-Prüfzyklus schafft der e-tron mit einer Batterieladung mehr als 400 Kilometer - und kommt damit nicht ganz so weit wie die Konkurrenz, die schon am Markt ist, zumindest laut Messungen offizieller Stellen. Der I-Pace hat 400 PS und schafft laut den realitätsnahem WLTP-Prüfzyklus 480 Kilometer. Das Modell X schafft in seiner reichweitenstärksten Aussführung laut ADAC-Test 451 Kilometer am Stück. Der neue Mercedes, der in wenigen Monaten mit Strom durchstartet, soll mit 408 PS wie der Audi mit einmal Volltanken um die 400 Kilometer zurücklegen können.

Beschleunigung in Sportwagenmanier
Doch neben Preis und Reichweite gibt es noch andere innere Werte, die neben dem Aussehen, über einen Kauf entscheiden. Für den Spaß sorgt unter anderem die Beschleunigungswerte. Da schielen die Kenner darauf, wie schnell man Tempo 100 erreicht hat. Die Werte sind bei allen drei top und auf Sportwagen-Niveau. Beim Audi e-tron ist das in 5,7 Sekunden möglich. Der I-Pace erlaubt die Beschleunigung der elektrisierten Raubkatze von 0 auf 100 km/h in gerade einmal 4,8 Sekunden. Der Tesla braucht dafür 4,9 Sekunden. Also auch auf diesem Gebiet liefern sich die Luxus-Autohersteller ein knappes Match.

In einer halben Stunde 80 Prozent laden
Der Audi e-tron hat eindeutig beim Laden die Nase vorne. Als erstes Serienautomobil kann der E-SUV an Schnellladesäulen mit bis zu 150 kW Gleichstrom (DC) laden. Damit ist er in weniger als einer halben Stunde wieder voll langstreckentauglich (Ladezustand bei cirka 80 Prozent). Alternativ lädt er Wechselstrom (AC) mit bis zu 11 kW, optional mit 22 kW. Ein spezielles Charing Service von Audi ermöglicht es den Kunden mit einer Ladekarte Zugang zu mehr als 70.000 Ladestationen zu haben.

Superschnell laden mit bis zu 150 kW Gleichstrom.

Für welches Modell man sich entscheidet, sofern man es sich leisten kann und über ausreichendes Abenteuergen verfügt, hängt aber nicht nur von puren Leistungsdaten ab. Viele Audi-Fans wird ohnehin nur ein Modell davon in Frage kommen. Auch wer den Wiederverkaufswert im Blick hat, hat mit Audi bestimmt keine schlechten Karten.

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