Audi und der Jammer mit der Dieselaffäre

Das Audi S5 Coupé

Das Audi S5 Coupé

Die Sonderbelastung durch die Dieselaffäre wirft Audi zurück. Der zum VW-Konzern gehörende Automobilhersteller senkt die Gewinnprognose. Die Rendite soll unter dem Dauerziel 8 bis 10 Prozent liegen. Weitere 265 Millionen müssen zur Seite gelegt werden.

Die Dieselaffäre und der Rückruf von Fahrzeugen mit möglichem Airbag-Defekt bremsen die Volkswagen -Tochter Audi und werfen sie hinter die Konkurrenz zurück. Wegen der hohen Extrabelastungen schraubten die Ingolstädter am Freitag ihre Gewinnziele für 2016 nach unten. War bislang eine operative Rendite zwischen acht und zehn Prozent angekündigt, werde angesichts der Sondereinflüsse - im ersten Halbjahr waren es 265 Millionen Euro - ein Wert "leicht unterhalb dieses Korridors" erwartet. In den ersten sechs Monaten erreichte die Marge haarscharf den Zielwert von 8,0 Prozent, nach 9,8 Prozent im Jahr zuvor. Der operative Gewinn brach im ersten Halbjahr um fast 18 Prozent ein auf 2,4 Milliarden Euro, während der Umsatz dank höherer Verkaufszahlen leicht zulegte.

Im zweiten Quartal, auf das ein Großteil der Rückstellungen entfiel, schrumpfte die Rendite auf 7,7 (9,9) Prozent. Damit lag Audi weit hinter Konkurrent Daimler, der in seiner Pkw-Sparte mit zehn Prozent glänzte. BMW veröffentlicht am Dienstag Zahlen für das vergangene Quartal; bei den Münchnern gilt für die Autosparte das im Premiumsegment übliche Ziel von acht bis zehn Prozent. Nur mit hoher Profitabilität lassen sich aus Sicht der Hersteller Milliardenausgaben für Elektromobilität oder autonomes Fahren, für neue Werke und Modelle wie auch für hohe Dividenden stemmen. Audi will die Vorleistungen im weiteren Jahresverlauf erneut erhöhen, um aus dem Autobauer eine "Digital Car Company" zu machen. Dafür muss woanders gespart werden - wo genau, behalten die Ingolstädter noch für sich.

Wie Audi weiter mitteilte, wurden die Rückstellungen wegen des Dieselskandals zuletzt um 132 Millionen aufgestockt, für technische Lösungen, für Rechtsstreitigkeiten oder für die Besänftigung verprellter Kunden und Händler; 2015 hatte die Abgasaffäre bereits mit 228 Millionen Euro ins Kontor geschlagen. Für den Rückruf von Autos mit womöglich fehlerhaften Takata -Airbags bildete die VW-Tochter im ersten Halbjahr Rückstellungen in Höhe von 133 Millionen Euro; im vergangenen Jahr fielen hier 70 Millionen Euro an. Zusammen mit den hohen Extrakosten von 2015 ergibt sich bislang bei der Vorsorge eine Gesamtsumme von 563 Millionen Euro

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller und der "Sedric", der vollelektrisch und autonom fahrende Minivan.

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