Audi CEO Markus Duesmann: "Wir werden Tesla überholen"

Der CEO von Audi, Markus Duesmann, im trend-Exklusivinterview über die rein elektrische Zukunft der Premiummarke und seine Rolle als erster Jäger des Gamechangers Tesla. Das Gespräch fand am Rande der IAA Mobility im September in München statt.

Markus Duesmann, CEO AUDI AG

Markus Duesmann, CEO AUDI AG

trend: Herr Duesmann, Sie haben bei einer Veranstaltung am Rande der IAA einen interessanten Satz gesagt: "Die Elektrifizierung ist für uns durch." Was meinen Sie damit konkret?
Markus Duesmann: Ich meine damit die Technik. Wir wissen, wie E-Mobilität funktioniert, wir wissen, welche Reichweiten wir erreichen. Wir haben in jedem Fahrzeugsegment Projekte beschlossen. Es sind alle Entscheidungen gefallen, ab jetzt geht es nur noch um die Umsetzung. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob Elektromobilität technologisch möglich ist. Auch bei der Ladeinfrastruktur steht fest, wie diese in Städten und an Autobahnen aussieht beziehungsweise aussehen muss.

Wie bringen Sie das Ihren Kunden bei?
Audi hat heuer im ersten Halbjahr 980.000 Fahrzeuge verkauft und damit einen Rekordwert erzielt. Darunter allerdings nur 80.000 Elektro- und Hybridfahrzeuge. Wir bringen jetzt kontinuierlich neue vollelektrische Modelle auf den Markt, bis 2025 mehr als 20. Mit dem Q4 e-tron haben wir jetzt erstmals ein Volumenmodell im Angebot. Ab jetzt gehen wir in die Breite. Der e-tron wurde - quasi vom oberen Segment ausgehend - in manchen Ländern sogar zum Marktführer. Neue Technologien setzen sich oft von oben durch, so auch die Elektromobilität. Mit steigender Anzahl an Modellen wird der Anteil an verkauften Elektrofahrzeugen steigen. Wir werden nun Jahr für Jahr in jeder Fahrzeugklasse neue Modelle auf den Markt bringen.

Ist die Elektromobilität alternativlos und unumkehrbar?
Aus unserer Sicht ist sie der einzige Weg, die Mobilität CO2-neutral zu machen. Basis für das, was wir tun, muss immer regenerative Energie sein. Davon haben wir heute noch zu wenig. Der Energieträger wird dabei immer elektrischer Strom sein. Der absolut effizienteste Weg ist, Strom in Batterien zu speichern und in Bewegung umzusetzen. Es braucht daher einen ganz starken Push zum Grünstrom. Denn wir haben den Anspruch, dass unsere elektrische Flotte mit nachhaltiger Energie unterwegs ist.


Solange wir Kraftstoffe aus der Erde fördern, wird die CO2-Bilanz des Planeten schlechter. Wir müssen von fossilen Kraftstoffen wegkommen.

Fällt Wasserstoff als Energieträger der individuellen Mobilität aus?
Manche Konzerne, auch Sie, haben ja intensiv daran geforscht. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch ist die Brennstoffzelle einer Batterie weit unterlegen. Der mit Abstand effizienteste Weg ist - wie gesagt -, Strom direkt in einer Batterie zu speichern. Es ist nicht realistisch, von einer Welt zu träumen, in der wir synthetische Kraftstoffe oder Wasserstoff in großen Mengen über Grünstrom erzeugen. Wir von Audi sind der festen Überzeugung, dass Wasserstoff im Individualverkehr keine Rolle spielen wird. Bei stationären Anwendungen sieht das anders aus, da gibt es im Konzern Einsatzgebiete, die von der Grundlagenarbeit unseres Kompetenzzentrums in Neckarsulm profitieren können.

Deklinieren wir die Antriebstechnologien weiter durch: Der Verbrennungsmotor ist fertig entwickelt, oder?
Was Leistung und Wirkungsgrad betrifft, werden wir die bestehenden Verbrenner weiter optimieren. Wir werden keine neuen Motorgenerationen mehr auflegen. Doch ich verspreche, dass unsere letzten Verbrenner die besten sein werden.

Hybrid ist eine Brückentechnologie, die auslaufen wird, oder?
Unbedingt, denn für Hybridmodelle braucht man ja auch Verbrenner. Solange wir Kraftstoffe aus der Erde fördern, wird die CO2-Bilanz des Planeten schlechter. Wir müssen von fossilen Kraftstoffen wegkommen.

Slideshow: Audi e-tron Produktion

Wie riskant ist Ihre radikale Elektrostrategie?
Vor allem für eine Premiummarke wie Audi, deren Kunden doch eher auf der - sagen wir mal - traditionellen Seite sind. Das sehe ich völlig anders. Wir bedienen eine klar progressive Zielgruppe. Audi steht und stand immer für "Vorsprung durch Technik", ist von jeher immer eine etwas mutigere Marke, die immer vorne dabei ist. Audi wird das auch zukünftig sein. Wir sind fest davon überzeugt, dass die automobile Welt elektrisch sein wird. Deswegen setzen wir so stark auf E-Mobilität. Die Politik zeigt uns, dass sie in die gleiche Richtung gehen wird. Wir fühlen uns in unserer Strategie täglich bestätigt. Und unsere Kundschaft möchte das und erwartet das auch von uns. Insofern sind wir richtig aufgestellt und stehen zur Entscheidung, neue Modelle ab 2026 nur noch vollelektrisch auf den Markt zu bringen.


Wir drehen mit milliardenschweren Anstrengungen ein 90.000-Mitarbeiter-Unternehmen Richtung E-Mobilität.

Wann wird die Ladeinfrastruktur so perfekt ausgebaut sein wie das jetzige Tankstellennetz?
Sie müssen bedenken, dass die Autohersteller bisher keine Tankstellen betrieben haben. Wir waren nicht gewohnt, Kraftstoff zur Verfügung zu stellen. Hier hat sich die Erwartungshaltung uns gegenüber verändert. Weil wir wollen, dass E-Mobilität funktioniert und unsere Kunden und Kundinnen überall, wo sie sich bewegen, auch die entsprechende Infrastruktur vorfinden, leisten wir zum Ausbau unseren eigenen Beitrag. Audi launcht etwa in Nürnberg gerade eine Premium-Schnelllade-Lounge. Auch hier werden wir lernen: Wo wollen die Kunden am liebsten laden? Ist das bei Supermärkten, bei Naherholungsgebieten etc.? Und als Gesellschaft müssen wir Grünstrom, Grünstrom, Grünstrom erzeugen und diesen über eine vernünftige Infrastruktur verteilen. In Zentraleuropa, Österreich, Deutschland, der Schweiz, funktioniert das schon ganz gut. Doch es gibt Regionen in Europa, in denen noch deutlich mehr getan werden muss.

Kommt da genug Unterstützung von der Politik?
Wir alle können gar nicht genug tun. Das gilt für uns und auch für die Politik. Dort, wo Autos fahren, muss Ladeinfrastruktur sein. Vom Gesetzgeber sollte hier noch mehr kommen. Mein Zielbild ist: In 30 Jahren wird an jedem parkenden Auto ein Kabel dranhängen.

Audi an der Ladestation. Markus Duesmanns Zielbild: In 30 Jahren soll an jedem parkenden Auto ein Kabel dranhängen.

Audi an der Ladestation. Markus Duesmanns Zielbild: In 30 Jahren soll an jedem parkenden Auto ein Kabel dranhängen.

Bei der neuen IAA Mobility hier in München gab es wieder Demonstrationen gegen die Autoindustrie. Deutsche Umweltverbände und Greenpeace haben juristische Schritte gegen die großen Konzerne eingeleitet: keine Verbrenner mehr schon ab 2030 statt wie geplant ab 2035, Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. Tenor: Die Konzerne würden zu langsam agieren. Wie ernst nehmen Sie solche Schritte?
Ich bezweifle, dass wir dafür der richtige Adressat sind - weil wir eine klare und ambitionierte Strategie haben, um Mobilität CO2-neutral zu machen. Wir drehen gerade mit milliardenschweren Anstrengungen ein 90.000-Mitarbeiter-Unternehmen Richtung E-Mobilität. Und sollte schon 2030 ein Verbrenner-Verbot kommen, sehe ich uns auch vorbereitet. Ich bin grundsätzlich ein Gegner von Verboten. Und verklagen kann jeder jeden. Mir ist es lieber, über den Dialog gemeinsam Lösungen zu finden.


Wir kommen aus dem klassischen Fahrzeugbau und sind Tesla auf diesem Gebiet weit überlegen.

Sind das nicht auch Nachwirkungen des Dieselskandals, bei dem die Autoindustrie sehr viel Vertrauen verspielt hat?
Vielleicht spielt die Dieseltechnologie auch deswegen nicht mehr die gleiche Rolle wie noch vor ein paar Jahren. Was schade ist, denn es ist eine tolle Technologie. Unter den Verbrennungsmotoren ist der Diesel immer noch der effizienteste. Aber wir stellen uns auf die elektrische Zukunft ein.

Ist Audi jetzt der oberste Tesla-Jäger?
Wir kommen aus dem klassischen Fahrzeugbau und sind Tesla auf diesem Gebiet weit überlegen. Tesla hingegen kommt aus der Software und hat daher einen ganz anderen Ansatz für die Konstruktion von Automobilen. Mit der Software-Tochter des VW-Konzerns, CARIAD, setzen wir jetzt einen ganzheitlichen Ansatz um. Durch unsere Neuausrichtung im gesamten Konzern, etwa den stärkeren Fokus auf die Softwareorientierung in der Entwicklung, werden wir auch bei diesem Thema auf Augenhöhe sein. Wir holen sukzessive auf. Und vergessen Sie nicht die Größe des Volkswagen-Konzerns: Wir sind in relativ kurzer Zeit in der Lage, Millionen Stückzahlen zu erreichen. Insofern werden wir Tesla in Bezug auf das Gesamtfahrzeug und die Integration der Systeme ins Auto überholen können. Bei den verkauften Stückzahlen sowieso.

Wie schwierig ist es eigentlich, einen Konzern wie Audi radikal umzubauen?
Am besten führt man durch Beispiele. Ich bin ja ebenfalls Verbrennungsmotorenentwickler durch und durch gewesen. Und auch ich habe umgeschult ... (lacht). Gut, es kann nicht jeder Motorenbauer Audi-CEO werden. Es geht um das Mindset. Ich erkenne an, dass die Laufzeit von Verbrennern in absehbarer Zeit vorbei sein wird, und ich sehe den großen Vorteil, den die Elektromobilität uns bietet. Die Menschen bei Audi dafür zu begeistern, ist sehr gut gelungen.


In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts sollte es uns gelingen, beim autonomen Fahren serienreif zu sein.

Ihr Vorgänger hat ein sehr rigides Sparprogramm verkündet und war dann relativ rasch Geschichte. So einfach dürfte es doch nicht sein.
Am Ende doch. 500 Audianer haben uns im Vorstandsteam bei der Entwicklung der Strategie geholfen. Wir haben viel Zeit investiert, um die Mitarbeitenden zu hören. Die Welt verändert sich, die der Automobile auch. Ich merke viel Zuspruch im Team, natürlich gibt es auch Skeptiker. Das ist auch richtig so. Wir erleben ja gerade eine Revolution. Rückhalt gibt es auch deshalb, weil viele die Klarheit schätzen, die sie jetzt haben: Einige Zeit existieren zwei Welten parallel - Verbrenner und E-Autos -, aber wir wissen nun, wie es weitergeht. Klarheit ist das Wichtigste im Leben eines jeden Menschen. Wir investieren bis 2025 rund zehn Milliarden Euro in Elektrofahrzeuge und zeitgleich eine halbe Milliarde in Umschulungen und Qualifizierungsprogramme.

VW-Konzernchef Herbert Diess meint, dass das autonome Fahren die Industrie noch einmal komplett verändern wird. Das wäre die zweite Revolution innerhalb weniger Jahre. Wie sehen Sie das?
Ehrlicherweise ist der Wechsel auf den elektrischen Antrieb gar nicht so eine große Revolution. Die Autos fahren schöner, sind von der Beschleunigung her besser und sie sind leiser. Die tatsächliche Revolution kommt mit der Automatisierung des Fahrens. Die Komplexität der dafür benötigten Software ist mit nichts vergleichbar. Das wird die komplexeste Technologie aller Zeiten sein. Daher steckt hinter dem autonomen Fahren auch die größte Transformation.

Markus Duesmann und sein neuer, rein elektrischer Q4 e-tron, mit dem die deutsche Premiummarke ihren Kunden erstmals ein sogenanntes "Volumenmodell" anbietet.

Markus Duesmann und sein neuer, rein elektrischer Q4 e-tron, mit dem die deutsche Premiummarke ihren Kunden erstmals ein sogenanntes "Volumenmodell" anbietet.

Wie lange dauert es, bis die Forschungen alltagstauglich sind?
In der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts sollte es uns gelingen, serienreif zu sein. Und das ist angesichts der Komplexität extrem schnell.

Audi wird dann zu Apple auf Rädern und verdient mit der Software Geld, nicht mehr mit der Anzahl der verkauften Autos?
Fest steht, dass sich das Geschäftsmodell ändern wird. Ein großer Mehrwert ist vor allem der Gewinn an Zeit, den wir den Kunden und Kundinnen verschaffen. Wenn Sie von Wien nach München im Auto fahren, müssen Sie sich jetzt auf das komplette Verkehrsgeschehen konzentrieren und darauf, ob der Fahrer im anderen Auto das Richtige tut. In Zukunft werden Sie lesen, schreiben oder mit Ihrer Frau ein Videotelefonat führen. Wir generieren also einen neuen Wert, indem wir es den Kunden ermöglichen, ihre Zeit im Auto sinnvoller zu nutzen. Da wird es bestimmt viele unterschiedliche Geschäftsmodelle geben, angepasst an die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden. Wir würden nicht so viele Milliarden investieren, wenn wir nicht fest daran glauben würden, dass im autonomen Fahren auch Geschäft steckt.

Das überaus kritische "Manager Magazin" hat in einer sehr positiven Geschichte über Sie berichtet, dass Wolfgang Porsche und Hans-Michel Piëch Sie gefragt hätten, ob Sie sich die Führung des gesamten VW-Konzerns zutrauen würden. Sie hätten geantwortet: "Noch nicht." Stimmt das?
Nein.

Herr Duesmann, wir danken für das Gespräch.


Zur Person

Markus Duesmann, CEO AUDI AG

Markus Duesmann, CEO AUDI AG

Markus Duesmann, geb. 1969, ist seit April 2020 Vorsitzender des Vorstands der Audi AG. Der studierte Maschinenbauer aus Nordrhein-Westfalen begann seine Laufbahn bei Mercedes-Benz in Stuttgart - als Konstrukteur eines Zwölf- Zylinder-Serienmotors. 2004 wurde er Hauptabteilungsleiter für die Entwicklung neuer Dieselmotoren, 2005 übernahm er die Formel-1-Entwicklung bei Mercedes. 2007 wechselte er zum Konkurrenten BMW als Leiter Formel 1.2016 wurde er Vorstand bei BMW für Einkauf und Lieferantennetzwerk, ehe er 2018 vom Volkswagenkonzern abgeworben wurde. Aufgrund der Wettbewerbssperre konnte Duesmann seinen Job bei Audi erst 2020 antreten. Er ist auch im VW-Konzernvorstand für Forschung und Entwicklung verantwortlich.

Bei Audi setzt Duesmann eine radikale Erneuerungsstrategie um. Die Premiummarke wird ab Mitte des Jahrzehnts nur noch reine Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen. Im ersten Halbjahr 2021 erzielte Audi mit 980.000 verkauften Autos ein Rekordergebnis. In Österreich wurden in diesem Zeitraum 7.356 Fahrzeuge verkauft, um fast 60 Prozent mehr als im Jahr davor.



Apple auf Rädern

Nach der Elektromobilität steht der Autoindustrie schon die nächste Revolution bevor: AUTONOMES FAHREN.

DIE AUDI-STUDIE GRANDSPHERE CONCEPT soll die Zukunft der individuellen Mobilität versinnbildlichen - elektrisch, autonom, voll digital und relaxt.

DIE AUDI-STUDIE GRANDSPHERE CONCEPT soll die Zukunft der individuellen Mobilität versinnbildlichen - elektrisch, autonom, voll digital und relaxt.

Die Summen sind gewaltig: 73 Milliarden Euro da, 35 Milliarden Euro dort. Bis 2025 wird der Volkswagen-Konzern 75 Milliarden Euro in Elektromobilität, Digitalisierung und Hybridisierung investieren, davon alleine 35 Milliarden in die E-Mobilität. Die Premiummarke des Konzerns, Audi, hat die Kriegskasse mit einem Investitionsvolumen von noch einmal 35 Milliarden ebenfalls prall gefüllt. Knapp die Hälfte davon gehen in "Zukunftstechnologien". Als hätte es nie einen Dieselskandal gegeben - dessen gerichtliche Aufarbeitung mit einem Prozess gegen die früheren VW-Manager in Braunschweig gerade begonnen hat -, präsentierte sich der Volkswagen-Konzern bei der IAA Mobility in München Anfang September. Selbstbewusst, den Blick fest in die Zukunft gerichtet. Und die wird rein elektrisch sein und sonst gar nichts. Audi etwa legt keine neue Generation von Verbrennungsmotoren mehr auf, Wasserstoffantrieb für die Individualmobilität wird als Irrweg angesehen, die Entwicklung von synthetischen Kraftstoffen ebenso. Im Mittelpunkt der Forschungsbemühungen steht jetzt die Software.

DIE TOPFPFLANZE. So stellen sich die Audi-Designer die nahe Zukunft des Autofahrens vor: bequeme Loungesessel, Bildschirme, Tische, bei Bedarf auch begrünt.

DIE TOPFPFLANZE. So stellen sich die Audi-Designer die nahe Zukunft des Autofahrens vor: bequeme Loungesessel, Bildschirme, Tische, bei Bedarf auch begrünt.

Bei der Transformation des größten deutschen Industriekonzerns zu einer Art Apple auf Rädern spielt die 2019 gegründete Software-Tochter CARIAD die Schlüsselrolle. Sie ist finanziell gut ausgestattet und hat gerade 1.000 neue Softwareingenieure angeworben. CARIAD soll eine Softwareplattform für alle Pkw-Marken des VW-Konzerns entwickeln und an allem forschen, was in Zukunft wichtig wird: KI, digitale Sprachassistenten, Cloud-Navigation, Mehrwertdienste fürs Parken und natürlich autonomes Fahren möglich machen. "Das wird die komplexeste Technologie aller Zeiten", sagt Audi-CEO Duesmann. Und die werde, so VW-Konzernchef Herbert Diess, um 2030 die Industrie noch einmal komplett verändern.

Die personellen Zukunftsfiguren im VW-Konzern sind nach derzeitigem Stand Porsche-Chef Oliver Blume und eben Duesmann, der auch den Aufsichtsratsvorsitz von CARIAD innehat. Einer der beiden soll Diess nachfolgen, wenn dessen Vertrag 2025 ausläuft.



Strom tanken in der Zukunft

Audi errichtet nun auch eigene CHARGING CUBES für ultraschnelles Laden.

LADEKONZEPT made by Audi. In Nürnberg entsteht gerade die erste Ladelounge von Audi, die schnelles Laden von Elektrofahrzeugen à la Teslas Supercharger ermöglichen soll.

LADEKONZEPT made by Audi. In Nürnberg entsteht gerade die erste Ladelounge von Audi, die schnelles Laden von Elektrofahrzeugen à la Teslas Supercharger ermöglichen soll.

Der Mann ist ein Freund klarer Worte. "Sie müssen bedenken", sagt Audi-Chef Markus Duesmann, "dass die Autohersteller bisher keine Tankstellen betrieben haben. Wir waren nicht gewohnt, Kraftstoff zur Verfügung zu stellen". Aber, meint Duesmann, "hier hat sich die Erwartungshaltung uns gegenüber geändert".

Also baut Audi jetzt nicht mehr nur Autos, sondern auch Ladestationen. In großen Städten soll bis 2024 eine eigene futuristisch anmutende Premium-Ladeinfrastruktur aufgebaut werden (siehe Bild oben). Ein entsprechendes Pilotprojekt startet gerade in Nürnberg. Diese " Charging Cubes" aus flexiblen Containerelementen verfügen nicht nur über sechs Schnellladepunkte, sondern im Obergeschoß auch über eine Lounge, in der Audi-Kunden mit Snacks und Kaffee bewirtet werden sollen. Wobei an diesen "Cubes" auch externe Kunden nach Voranmeldung laden können. Insgesamt sollen 200 bis 300 derartige Stationen entstehen. Die Investitionskosten betragen laut deutschem "Handelsblatt" mehr als eine Milliarde Euro, auch Porsche könnte sich daran beteiligen.

Wie Tesla arbeiten die Ingolstädter intern aber schon am nächsten Schritt, um Stromtanken attraktiver zu machen. So sollen Ladestationen eines Tages zu richtigen Elektroraststätten werden. Zusätzlich errichtet Audi bis Mitte 2022 in Deutschland mehr als 4.500 Ladepunkte. "Zielbild" des Audi-CEOs ist: "In 30 Jahren wird an jedem parkenden Auto ein Kabel dranhängen."



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Lesen Sie die Themenstrecke ab Seite 63 in der trend. PREMIUM Ausgabe vom 24. September 2021.

Take Aways
  • Markus Duesmann ist seit April 2020 Vorsitzender des Vorstands der Audi AG.
  • Im ersten Halbjahr 2021 erzielte Audi mit 980.000 verkauften Autos ein Rekordergebnis.
  • Der Umsatz lag im ersten Halbjahr bei 29,2 Milliarden Euro, das Ergebnis bei 3,1 Mrd. € und die Rendite bei 10,7 %.
  • Audi beschäftigt aktuell rund 90.000 Mitarbeiter.

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