Audi steigt auf die Bremse: Rückrufaktion für 850.000 Dieselautos

Audi steigt auf die Bremse: Rückrufaktion für 850.000 Dieselautos

Eine Woche nach Daimler steigt auch Audi auf die Bremse: In einer freiwilligen Rückholaktion sollen Dieselautos ein neues Software-Update bekommen.

Ingolstadt. Wenige Tage nach der pompösen Präsentation eines neuen Audi-Modells, muss Audi eine Schlappe eingestehen: Audi startet einen Massenrückruf von Dieselautos. Nach Daimler hat nun auch der zum Volkswagen-Konzern gehörende Autobauer Audi eine freiwillige Rückrufaktion auf den Weg gebracht.

Audi bietet demnach ein Nachrüstungsprogramm für bis zu 850.000 Fahrzeuge mit den Abgasgrenzwerten Euro 5 und Euro 6 in Europa und weiteren Märkten an, teilte das Unternehmen mit. Die Autos sollen demnach ein kostenloses Software-Update bekommen.

Audi wolle mit dem Update dazu beitragen, die Stickoxid-Emissionen in den Innenstädten zu reduzieren und so auch möglichen Fahrverboten entgegenwirken, erklärte Audi. Der Rückruf gilt demnach auch für Modelle von VW und Porsche, die mit baugleichen Motoren ausgestattet sind. Ausgenommen von der Aktion sind die USA und Kanada.

Erst vor wenigen Tagen hatte der unter dem Vorwurf der Abgasmanipulation stehende Autobauer Daimler eine bestehende Rückrufaktion auf über drei Millionen Dieselfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz in Europa ausgeweitet. Gegen den Vorwurf, eine illegale Abschalteinrichtung zur Senkung des Schadstoffausstoßes eingebaut zu haben, wehrt sich der Konzern.

Die "Kampagne" gegen Diesel

Volkswagen-Konzernchef Matthias Müller sieht in der Diskussion um Fahrverbote und den Schadstoffausstoß von Dieselfahrzeugen eine Kampagne. "Die gegen den Dieselmotor laufende Kampagne ist heftig, der Marktanteil des Diesels rückläufig", sagte der VW-Vorstandschef der "Neuen Zürcher Zeitung" (Freitag).

"Doch man tut dem Diesel unrecht. Ich plädiere für eine sachliche, ausgewogene Diskussion." Die neuesten Diesel-Generationen seien "sehr gut", vor allem beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid-Gases (CO2).

Seit Monaten suchen deutsche Großstädte nach Lösungen, wie sie die Schadstoffbelastung mit den gesundheitsgefährdenden Stickoxiden auf ihren Straßen reduzieren können. In Stuttgart und München drohen insbesondere älteren Diesel-Autos Fahrverbote. In Europa müssen die Autobauer allerdings den CO2-Ausstoß ihrer Fahrzeugflotten in den kommenden Jahren deutlich senken. Ansonsten drohen ihnen wegen EU-Regeln deutliche Strafen.

"Die Realisierung wird sehr hart", gab Müller zu. Die Dieselmotoren verbrauchen pro gefahrenem Kilometer tendenziell weniger Kraftstoff und stoßen daher auch weniger CO2 aus - so sollen sie bei der Reduktion der Flottenemissionen helfen. Allerdings geht der Trend auch bei Dieselfahrzeugen zu größeren, schwereren Autos mit immer mehr Pferdestärken und dementsprechend höherem Verbrauch.

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