AK-Studie: Öffentlicher Verkehr in Wien mit großen Lücken

AK-Studie: Öffentlicher Verkehr in Wien mit großen Lücken

In Wien wird gerne die gute öffentliche Verkehrsanbindung gelobt. Das gilt jedoch nur für die Bezirke innerhalb des Gürtels, bestätigt nun die AK, die eine Studie dazu in Auftrag gab. In welchen Bezirken es die größten Probleme gibt und was die AK nun fordert.

Wiener Politiker preisen gerne den gut ausgebauten öffentlichen Verkehr der Stadt. Der Multi-Modale-Mix, also Bim, Bus, U-Bahn, würde in der Hauptstadt bestens funktionieren. Doch wohnt man außerhalb des Gürtels wird dieses Mantra der Politik rasch widerlegt. Wer auf Bim oder Bus angewiesen ist,die U-Bahn ist in den Randbezirken nur selten anzutreffen, gondelt nach wie vor recht lange von A nach B. Die geringe Auswahl an öffentlichen Verkehrsmittel und lange Wartezeiten, machen den Umstieg auf Öffis da alles andere als leicht. Das belebt nun eine Studie der Arbeiterkammer.


In die Bewertung flossen die Intervalllänge, die Länge der Fußwege zu den Stationen, der Anschluss an schnelle Linien und die Ausstattung der Haltestellen ein. Erstellt wurde die Studie im Auftrag der Arbeiterkommen von der Traffix Verkehrsplanung.

300.000 Wiener kämpfen mit schlechter Öffi-Anbindung
Rund 300.000 Einwohner haben laut der Studie nur eine mittlere bis schlechte Anbindung zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Davon betroffen sind vor allem die Randbezirke. Genau die Regionen, die das schnellste Bevölkerungswachstum verzeichnen.

Am schlechtesten ist die öffentliche Verkehrsanbindung in den Bezirken 10 bis 14, 16 bis 19 und 21 bis 23
Das besonders harte für die Bewohner solcher Bezirke: Dort sind fast nur Busse unterwegs, ergab die Studie. Die Intervalle der Busse liegen im Schnitt bei fast zehn Minuten. Selbst diese können, wenn es sich auf den Straßen staut, nicht immer eingehalten werden.

Lange Intervalle, wenig Busstopps
Bis man einen solchen Bus zu Fuß erreicht, kann es ebenfalls dauern. Laut Haltestellenzählung des Verkehrsverbunds Ost-Region (VOR) gibt es in der Innenstadt 17 Stopps pro Quadratkilometer, in den Außenbezirken nur acht.


Gerade in den Bezirken, in denen das Bevölkerungszuwachs am höchsten ist, ist die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsangeboten am schwächsten

resümiert Thomas Ritt, Leiter der Abteilung Kommunalpolitik bei der Arbeiterkammer Wien

Das starke Wachstum in Bezirken wie Floridsdorf oder Donaustadt dürfte anhalten. Bis 2035 rechnet die Stadt in den Außenbezirken mit einem Bevölkerungswachstum von 180.000 Menschen.

Zwischen den Außenbezirken pendeln: Wie vor Jahrzehnten nur schwer möglich
Erschwerend kommt bei den Außenbezirken hinzu: Zwar sind die Wege in die Stadt mit größeren Wartezeiten und langen Wegen, mit Bus oder Bim relativ direkt erreichbar, Querverbindungen innerhalb der Bezirke aber nach wie vor meist nicht vorhanden oder mit großen Mühen öffentlich zu erreichen. Das obwohl gerade dort, viele in den Nachbarbezirken arbeiten oder shoppen.

Eine Milliarde für den Ausbau der Randbezirke gefordert
Die Wiener AK fordert deshalb nun ein Ausbaupaket für die Außenbezirke im Umfang von einer Milliarde Euro über die kommenden zehn Jahre. Entstehen sollten demnach 37 neue Straßenbahnkilometer und acht neue Busverbindungen. Auch die U-Bahn sollte weiter ausgebaut werden - etwa eine Verlängerung der U2 nach Liesing. Zweitens wurde der Ausbau der S-Bahn auf bereits bestehenden Bahnstrecken gefordert. Hier müsste der Bund in etwa 80 Prozent der Kosten tragen, die Maßnahme käme der Stadt also vergleichsweise billig. Drittens, so Ritt, müssten "kleine Dinge, die man sofort machen kann", umgesetzt werden, wie etwa eine bessere Ausstattung von Haltestellen mit Sitzgelegenheiten und Dächern und eine Optimierung der Linienführung, um die Öffi-Nutzung attraktiver zu machen.

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