Air Berlin: Erfolgreich in der Krise

Air Berlin: Erfolgreich in der Krise

Gute Auslastung trotz kränklicher Piloten nach Fusionsplänen mit Partner-Airline.

Die Air Berlin zählen bilanzielle Turbulenzen zum täglichen Geschäft, doch nun hat sich die Lage in der Luft deutlich stabilisiert.

Bei der kriselnden Fluggesellschaft Air Berlin sind im Oktober trotz des Wirbels um die Zukunft des Unternehmens weniger Sitze leer geblieben. Im Vergleich zum Oktober 2015 habe sich die Auslastung der Maschinen um 2,1 Prozentpunkte auf 86,3 Prozent verbessert, teilte Deutschlands zweitgrößte Fluglinie am Freitag mit.

Die Zahl der Fluggäste verringerte sich im Jahresvergleich zwar um 4,1 Prozent auf 2,75 Millionen. Das lag vor allem daran, dass die Niki-Mutter Air Berlin angesichts anhaltend roter Zahlen das Flugangebot noch stärker reduziert hatte und darüber hinaus zahlreiche Flugausfälle hinnehmen musste.

Anfang Oktober waren bei Air Berlin zahlreiche Flüge ausgefallen, nachdem das Unternehmen seine Aufspaltung angekündigt hatte. Piloten und Flugbegleiter bei der Partner-Fluglinie TUIfly, die nach diesen Plänen mit einem Teil von Air Berlin zu einem Ferienflieger-Bündnis zusammengeführt werden soll, meldeten sich reihenweise krank. Weil 14 TUIfly-Maschinen samt Personal schon jetzt bei Air Berlin im Einsatz sind, fielen auch dort viele Flüge aus. Einen Teil konnte Air Berlin mithilfe von befreundeten Airlines aus dem Verbund ihrer Großaktionärin Etihad auffangen.

Air Berlin ist hochverschuldet und schreibt seit Jahren Verluste. Nach den jüngsten Plänen soll sich die Stammflotte auf 75 Maschinen etwa halbieren. 40 Maschinen sollen samt Personal an den Lufthansa-Konzern vermietet werden. Die Ferienflieger-Flotte soll zusammen mit TUIfly auf gut 60 Maschinen kommen. Der TUI-Konzern hat nach heftigem Widerstand aus der TUIfly-Belegschaft eine Entscheidung über das weitere Vorgehen zunächst verschoben.

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