Abgastest WLTP wird NoVA im Schnitt um 3.000 Euro erhöhen

Abgastest WLTP wird NoVA im Schnitt um 3.000 Euro erhöhen

Der Kauf eines Neuwagens ist durch die Kaufsteuer NoVA bereits gestiegen. Die Steuer steht aber erst vor einem gewalten Anstieg.

Die NoVA hat sich beim Kauf eines Neuwagens durch den neuen Abgasprüfzyklus WLTP bereits verteuert, obwohl die Politik das Gegenteil behauptete. Das ergab eine Datenanalyse von Eurotax. Doch der Anstieg ist nichts gegenüber dem NoVA-Anstieg der Neuwagenkäufern ab Ende 2019 blüht, wie Modellrechnungen von Eurotax enthüllen.

Bisher gab es von der Politik für Neuwagenkäufer stets beschwichtigende Worte. Der seit 1. September 2018 gültige neue, realitätsnähere Prüfzyklus WLTP werde derzeit noch zu keiner höheren Normverbrauchsabgabe (NoVA) führen, da als Berechnungsbasis für die NoVA noch auf die bisherigen Angaben des Messzyklus NEFZ rückgerechnet wird. Doch dem ist nicht so. Die NoVA steigt schon jetzt, wie die Analyse der entsprechenden Daten des Autodatenspezialsiten Eurotax ergab.

Trotz Rückrechnung: C02-Bemessungsgrundlage für NoVA steigt bereits

Die ursprüngliche Annahme, dass durch eine Rückrechnungsformel auf den bisher gültigen NEFZ-Wert sich keine Steigerungen im CO2-Ausstoß ergibt, hat sich laut Eurotax nicht bestätigt. „Unsere internationalen Daten zeigen einen durchschnittlichen Anstieg der CO2-Emissionen bei real zugelassenen Fahrzeugen zwischen sechs und sieben Prozent“, so Roland Strilka, Chef der Bewertungsabteilung des Autodatenspezialisten Eurotax.

NoVA seit 1. September um 28 Prozent oder 360 Euro gestiegen

Nimmt man die Neuzulassungen 2017 als Ausgangsbasis, ergibt die von Eurotax durchgeführte Modellrechnung einen Anstieg der durchschnittlichen CO2 Ausstöße von 119 g/km auf 127 g/km. Das bedeutet im Durchschnitt pro Neufahrzeug ein Ansteigen der NoVA um rund 28 Prozent von 5,8 Prozent auf 7,4 Prozent. Die NoVA verteuert sich bei diesem C02-Ausstoß damit im Schnitt um 360 Euro auf 1.700 Euro. Für den Staat bedeutet das im Jahr Mehreinnahmen von 130 Millionen Euro.

NoVA wird im Schnitt um 3.000 Euro pro Auto steigen

Richtig hart wird es für Neuwagenkäufer jedoch sobald Ende kommenden Jahres nicht mehr die rückgerechneten C02-Werte laut NEFZ-Prüfmethode als Berechnungsbasis für die NoVA gelten, sondern die tatsächlich unter WLTP gemessenen CO2-Werte angewendet werden. Laut Modellrechnung von Eurotax steigt die NoVA dann im Durchschnitt auf etwa 2.940 Euro pro Fahrzeug. Der NoVA-Prozentsatz wird damit im Schnitt bei 12,8 Prozent liegen. Das bedeutet im Vergleich zu dem Zeitraum vor dem 1. September 2018 (NEFZ) eine Steigerung um 120 Prozent, also auf mehr als das Doppelte. Profiteur ist wieder der Fiskus mit Mehreinnahmen von rund 550 Millionen Euro.

EU fordert dass die Steuern trotz WLTP gleich hoch bleiben

Und das obwohl die Europäischen Kommission trotz der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus ein steuerneutrales Aufkommen fordert.

Die Berechnung der NoVA: Hubraum (in ccm - 100) Mal 0,002 = Steuersatz. Der Höchststeuersatz liegt jetzt schon bei 20 Prozent des Autopreises ohne Steuern. Beim Audi Q8 beträgt die NoVA beispielsweise 16 Prozent.

Die Gegenvorschläge von Autohandel und Importeuren

Aufgrund der anstehenden Steuererhöhung beim Neuwagenkauf fordert der Fahrzeughandel im Gegenzug die Einführung einer Ökoprämie. Das würde Autofahrern, die derzeit einen alten Diesel fahren den Umstieg auf einen ökologisch vertretbareres Modell erleichtern. Die letzte Regierung hat diesen Wünschen bisher allerdings eine Absage erteilt. All jene, die kein neues Auto kaufen wollen, nützt diese Forderung jedenfalls nicht. Profiteur wäre in jedem Fall aber der Autohandel.
Günther Kerle, Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, fordert vielmehr die Besteuerung von Fahrzeugen vermehrt von den Faktoren Nutzung und Verbrauch anstatt von Besitz und Leistung abhängig zu machen.

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