Ab 2020: Neue Berechnung der NoVA und Sachbezüge

Ab 2020: Neue Berechnung der NoVA und Sachbezüge

Ab 1. Jänner 2020 wird das neue, realitätsnähere Normverbrauch-Messverfahren WLTP bei Neuwagen als Bemessungsgrundlage herangezogen. Bei den meisten Modellen werden dadurch die NoVA sowie der Sachbezug für Dienstwägen steigen.

Mit dem neuen, realitätsnäheren Pkw-Abgasprüfverfahren WLTP sind die bei Abgasmessungen ermittelten CO2-Werte tendenziell gestiegen. Und damit auch die Berechnungsbasis für sämtliche Autosteuern, also die NoVA, die motorbezogene Versicherungssteuer und den Sachbezug für privat genutzte Firmenautos ab 2020.

Im Zuge der Steuerreform war geplant, die Berechnungsformel der Normverbrauchsabgabe (NoVA) so zu ändern, dass diese trotz höherer Messwerte nicht steigt. Dazu wird es nun nicht mehr kommen. Die Für das Steuerreformgesetz I, das neben der Anpassung der NoVA unter anderem auch eine Ökologisierung der motorbezogenen Versicherungssteuer vorsah, ist vorüber.

Somit werden - sofern in den nächsten Monaten nichts anderes mehr passiert - ab dem 1. Jänner 2020 die CO2-Messwerte aus dem Emissionsprüfverfahren WLTP die Basis für die Pkw-Besteuerung bilden.

Millionen aus CO2-Besteuerung

Im Sinne einer Wende der Steuerpolitik in Richtung CO2-Abgabe ist es durchaus sinnvoll, den Fokus auf eine CO2-Besteuerung zu legen. Das finden selbst Autoclubs und Importeure nachvollziehbar und richtig. "Für uns steht fest, dass Autofahrer ihrer Beitrag zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten müssen", sagt auch Martin Grasslober, Verkehrswirtschaftsexperte des ÖAMTC. Steuerliche Anreize zum Kauf effizienterer Neufahrzeuge seien richtig.

Dennoch argumentiert Grasslober gegen die Änderung ab 2020 so wie sie jetzt kommen wird. Er hält die neue Steuerformel nicht für aufkommensneutral. Der ÖAMTC befürchtet eine zusätzliche Belastung von rund 570 Millionen Euro – das ist mehr als eine Verdoppelung. "Es kann und darf nicht sein, dass die Konsumenten die Zeche für die neuen, höheren Laborwerte zahlen, obwohl sich am Verbrauch auf der Straße nichts ändert", argumentiert Grasslober: "Was es aber nicht braucht, ist eine Erhöhung der Steuerlast für die Konsumenten."

Der Verband der Automobilimporteure hat ebenfalls nachgerechnet und ermittelt, dass die durchschnittliche NoVA für Neuwagen im Schnitt um 20 Prozent steigen würde, was einer Erhöhung von 300 Euro pro Auto gleichkäme. Für Autos mit niedrigeren CO2-Emissionen wird die NoVA zwar günstiger, das sind allerdings nicht die leistungsstarken Modelle, zu denen auch die meisten der in den letzten Jahren so beliebten SUVs zählen.

Steuern nur ein kleiner Teil der Gesamtkosten

Die Normverbrauchsabgabe fällt einmalig bei der Erstanmeldung eines Autos in Österreich an. Für ein Durchschnittsauto beträgt sie einige hundert Euro, bei PS-starken SUV können es auch mehrere tausend Euro sein. Die Höhe hängt vom Preis des Autos sowie dessen CO2-Emissionen ab. Deshalb betrifft die NoVA faktisch nur Dieselautos und Benziner. Reine Elektroautos sind von der Abgabe befreit.

Im Vergleich zu anderen Kosten rund ums Auto macht die NoVA sowie auch die motorbezogene Versicherungsteuer nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten aus. Laut dem ÖAMTC-Kostenrechner kostet ein neuer VW Golf, Österreichs meistverkauftes Auto, Monat für Monat mindestens rund 500 Euro. Bis zu 50 Prozent der Kosten macht dabei allein der laufende Wertverlust aus. Danach folgen die Kosten für Sprit, Wartung und Haftpflichtversicherung.

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