Ab Montag Lockdown für Ungeimpfte in Oberösterreich

Oberösterreich zieht fünfte Stufe des Bundes vor. Am Mittwoch hatte der Landeshauptmann Stelzer (Türkis/ÖVP) noch gezögert. Die SPÖ spricht von "Stelzer-Lockdown". Rote, Grüne und NEOS rufen gemeinsam zum Impfen auf.

Ab Montag Lockdown für Ungeimpfte in Oberösterreich

Zögern in Etappen und Kehrtwende: Oberösterreichs Landeschef Thomas Stelzer hat einen Lockdown für Ungeimpfte verkündet, was er tags zuvor noch ausgeschlossen hatte.

Linz. Am Mittwochabend wollte Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer von einem Lockdown gleich welcher Art noch nichts wissen. Kaum einen halben Tag später ist es nun soweit. Ab Montag kommt in Oberösterreich ein Lockdwon. Und zwar für Ungeimpfte.

Die weiterhin extrem hohen Corona-Zahlen zwingen Stelzer nun geradezu dazu, diese Maßnahme zu setzen. Am Mittwoch hatte Oberösterreisch Landeschef noch den Ball an Gesundheitsminister Mückstein zurückgespielt und auf die Experten verwiesen. "Die Situation ist dramatisch, daher lösen wir die fünfte Stufe des Stufenplans des Bundes aus und planen ab Montag einen Lockdown für Ungeimpfte, sofern es rechtlich ein grünes Licht vom Bund gibt bzw. der Bund die Rechtsgrundlage schafft", erklärte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP). Damit bestätigte er einen Online-Bericht in der "Kronen Zeitung".

In Oberösterreich droht indes die Situation zu eskalieren. 461 Patienten auf der Normalstation und 89 auf der Intensivstation, dazu eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1193, so die von Stelzer in Zahlen ausgedrückte "dramatische Situation" in seinem Bundesland, die ihn zu der Maßnahme eines regionalen Lockdowns veranlassten. Mehrere Experten, nicht nur der Gesundheitsminister und die Opposition, hatten zuvor schon eingefordert, nun endlich Handlungen zu setzen.

Nach der Skepsis, vor dem Lockdown

Seit Donnerstagvormittag ist der oberösterreichische Landeshauptmann in Gesprächen mit Experten. Stelzer und sein Amtskollege aus Salzburg, LH Wilfried Haslauer (ÖVP), hatten in einer Videokonferenz Mittwochabendabend mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) Expertengespräche für Donnerstag vereinbart.

Der Minister hatte einen regionalen Lockdown vorgeschlagen, beide Landeshauptleute standen dem Wunsch eher skeptisch gegenüber. Am Freitag wird es erneut eine Videokonferenz mit Mückstein geben.

Experten fordern Entscheidungen der Politik

Die Entscheidung für den regionalen Lockdown war von Medizinern schon vorab empfohlen worden. Der Lungenspezialist an der Kepler Uniklinik, Bernd Lamprecht, meinte kurz vor Beginn des Experten-Treffens: "Wir haben nicht mehr wahnsinnig viel Zeit", denn "ein Normalbetrieb in den Spitälern ist nicht mehr möglich". Aus medizinischer Sicht hielt er eine "Kontaktreduktion für sinnvoll".

Oö. Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser plädierte für einen "Teil-Lockdown für Ungeimpfte " und forderte von der Politik "rasches Handeln. "Aus den Krankenhäusern ist der laute Hilferuf des Personals zu hören, dass den Intensivstationen bei gleichbleibender Entwicklung der Kollaps drohe. Daher sind weitere Maßnahmen unumgänglich", machte er Druck.

Vorwurf der Untätigkeit im Sommer

Oberösterreichs Grüne, SPÖ und NEOS, die Donnerstagmittag eine gemeinsame Erklärung zur aktuellen Krisenlage abgaben, machten Stelzer für die prekäre Situation verantwortlich. Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) hatte schon einen Namen für den kommenden harten Einschnitt: "Stelzer-Lockdown". NEOS-Klubobmann Felix Eypeltauer sieht in der schwarz-blauen Landesregierung "Verantwortungsflüchtlinge". Die "bewusste Untätigkeit im Sommer" des LH werde nun auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen.

Grün-Landesrat Stefan Kaineder vermisst bei Stelzer die "Dringlichkeit" für einen Impfaufruf, und daher "schlittert das Land teils ungeimpft in einen Corona-Winter". Mit der gemeinsamen Erklärung würden die drei Oppositionsparteien eigentlich das tun, was man sich vom LH seiner Stellvertreterin Christine Haberlander und dem blauen Stellvertreter Manfred Haimbuchner erwarten würden, meinte Gerstorfer. Eine geeinter Aufruf in der "sehr, sehr ernsten Lage" zum Impfen.

Stellantis CEO Carlos Tavares

Ein Jahr Stellantis: Tavares überzeugt Zweifler

Stellantis, das aus der Fusion von Peugeot und Fiat Chrysler …

Corona-Impfpflicht: Das gilt ab dem 1. Februar 2022

Die Bundesregierung hat die Einführung der allgemeinen Impfpflicht gegen …

Leadership: Erfolgreich Führen mit Weitblick

Vom „Boss“ zum Leader: „Chef“ zu sein genügt nicht mehr. „Smart …

So erstellen Sie einen Businessplan

Um an Kapital zu kommen, ist für Start-ups und viele andere …