10.000 Chancen: „Wir brauchen Einstiegsjobs“

10.000 Chancen: „Wir brauchen Einstiegsjobs“

Christoph Neumayer, General der Industrielllenvereinigung

IV-General Christoph Neumayer fordert mehr Anstrengung bei der Integration von Migranten in den Arbeitsmarkt. Ministerien, AMS sowie Länder sollten endlich an einem Strang ziehen

trend: Sie haben Ende April am Integrationsgipfel der Regierung teilgenommen. Warum ist der ohne Ergebnisse geblieben?
Christoph Neumayer: Es gab von Regierungsseite Vorbehalte gegen die Vorschläge der Sozialpartner. Vor allem aus dem Finanzierungsbereich, auch von der Seite des Arbeitsmarkts. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wären, so die Befürchtung, ein zusätzlicher Pull-Faktor für Migranten, nach Österreich zu kommen.

trend: Es gibt ein Committment der Sozialpartner, die Arbeitsmarktintegration solle „rasch und nachhaltig“ sein – ein frommer Wunsch?
Neumayer: Die Übereinkunft der Sozialpartner ist sehr positiv zu sehen. Integration in den Arbeitsmarkt ist die stärkste Integrationsleistung. Man befähigt Menschen, nicht in die Mindestsicherung zu gehen, sondern etwas zum Gesamtsystem beitragen. Sie erhalten das Gefühl, gebraucht zu werden, kommen in Kontakt mit sozialen Netzwerken.

trend: Es gibt ein Committment der Sozialpartner, die Arbeitsmarktintegration solle „rasch und nachhaltig“ sein – ein frommer Wunsch?
Neumayer: Die Übereinkunft der Sozialpartner ist sehr positiv zu sehen. Integration in den Arbeitsmarkt ist die stärkste Integrationsleistung. Man befähigt Menschen, nicht in die Mindestsicherung zu gehen, sondern etwas zum Gesamtsystem beitragen. Sie erhalten das Gefühl, gebraucht zu werden, kommen in Kontakt mit sozialen Netzwerken.

trend: Welche Maßnahmen sind dringlichst?
Neumayer: Qualifizierungsmaßnahmen sollten sehr früh, nämlich schon bei Asylwerbern ansetzen, die ja bis zu zwei Jahren auf einen Bescheid warten müssen. Man muss auch jene Menschen rasch finden, bei denen hohe Wahrscheinlichkeit auf Anerkennung besteht. Gewünscht hätten wir uns auch, dass man Einstiegsjobs schafft. Man sollte gering Qualifizierten einen betreuten, befristeten Einstieg geben, mit der Perspektive, später regulär übernommen zu werden. Dass das nicht immer einfach ist, wissen wir. 95 Prozent der afghanischen Migranten sind beispielsweise unqualifiziert, ein Großteil nicht alphabetisiert.

trend: Es gibt aber auch gut ausgebildete Migranten …
Neumayer: Wenn der Kompetenztest zeigt, dass es spezielle Qualifikationen gibt, sollte der oder die Betreffende gleich in das System der Rotweißrot-Karte übertreten können. Da wäre die Vermittlung viel einfacher. Daneben sollte man das Buddy- und Mentoring-System weiter ausbauen. Da können viele, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, gut helfen.

trend: Wären Ein-Euro-Jobs wie in Deutschland hilfreich?
Neumayer: Es gibt andere Vorbilder: Die Schweden etws haben Step-in-Jobs. Da wird Arbeitgebern für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren ein Zuschuss zu den Lohnkosten gewährt, sofern der Teilnehmer einen Sprachkurs absolviert. Das dänische Modell funktioniert ähnlich. Unter den Kollektivvertrag zu gehen halten wir für nicht für das richtige Signal. Wir wünschen uns ein Einstiegsjob-Modell. Das kann man auch betriebswirtschaftlich verantworten.

trend: Sind sie mit der Vermittlungsleistung des AMS zufrieden? Wo sehen sie Verbesserungsbedarf?
Neumayer: Das AMS macht grundsätzlich einen guten Job. Aber ein Wunsch von uns wäre, beschäftigungsfördernde Maßnahmen wie Arbeitstrainings weiter zu verstärken. In Richtung betriebsnahe Qualifizierung könnte man mehr Anstrengungen setzen. Am besten wäre eine One-Stop-Leistung, eine Stelle, die den gesamten Prozess begleitet. Innen- und Integrationsministerium, AMS sowie die Länder sollten dabei an einem Strang ziehen.

trend: Was halten sie von privaten Initiativen zur Vermittlung von Asylanten?
Neumayer: Die Herausforderung ist so groß, dass es der Hilfe aller bedarf. Wir haben auch bei vielen Unternehmen großes gesellschaftspolitisches Engagement. Jeder, der sich einbringen kann, ist willkommen.

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