10.000 Chancen: Arbeitsplätze statt Mindestsicherung

10.000 Chancen: Arbeitsplätze statt Mindestsicherung

Bernhard Ehrlich, Initiator der Initiative "10.000 Chancen"

Arbeit für Flüchtlinge ist nötig. Viele Unternehmen besinnen sich ihrer Verantwortung, schaffen neue Arbeitsplätze und leisten damit wertvolle Integrationsarbeit. Private Aktionen wie „10.000 Chancen“ vermitteln Arbeitssuchende zu aufnahmebereiten Betrieben. trend. unterstützt gemeinsam mit dem Privat-TV-Sender puls 4 diese Jobinitiative.

Im März 2016 waren in Österreich 22.670 Asylberechtigte auf Jobsuche und diese Zahl wird im Laufe des Jahres deutlich steigen: Das Sozialministerium geht davon aus, dass es mehr als 30.000 Neuzugänge am Arbeitsmarkt geben wird; andere Schätzungen erwarten gar bis zu 50.000. Rasche Vermittlung tut not, denn die Versorgung durch den Staat über die Mindestsicherung - jenes Bezugs, den anerkannte Flüchtlinge ohne Job erhalten - kostet auf Dauer viel Geld. Nicht nur Finanzminister Hans Jörg Schelling macht sich Sorgen um die Finanzierung. Abhilfe schaffen allein Jobs, Jobs und nochmals Jobs.

Die Regierung zeigt zu wenig Engagement, dafür legten und legen sich NGOS besonders ins Zeug. Viele Hilfsinititativen und Plattformen haben sich gebildet und einige widmen sich ganz gezielt der Arbeitsvermittlung für Migranten.

10.000 Chancen - 100 Millionen

Bernhard Ehrlich, bis vor kurzem Geschäftsführer der Agentur „media.net“ ist einer davon. Er ist aus seinem Job ausgestiegen, um sich ganz seiner großen „Challenge“ zu widmen. Sein ambitioniertes Ziel: 10.000 Jobs zu vermitteln. „Ich will dem Staat dabei helfen, 100 Millionen Euro jährlich an Kosten zu sparen“ legt sich Ehrlich die Latte ziemlich hoch. Er rechnet vor: "837 Euro Mindestsicherung entsprechen 10.044 Euro im Jahr. Jeder vermittelte Asylberechtigte, der heute noch ohne Einkommen ist und daher die Mindestsicherung bezieht, entlastet den Staat um diesen Betrag. Dazu kommt noch die im Land geleistete Wertschöpfung."

Hintergrund: Asylsuchende bekommen, als Einzelpersonen vom Staat monatlich maximal 320 Euro für alle Ausgaben wie Miete, Heizung, Strom, Essen usw. ausbezahlt. Eine fünfköpfige Familie – also Mutter, Vater und drei minderjährige Kinder – bekommt insgesamt rund 910 Euro monatlich (Angaben laut UNHCR). Sind Asylsuchende aber - wie das meistens der Fall ist - in organisierten Unterkünften untergebracht (dazu gehören auch Mehrbettzimmer mit geteilten Bädern, Toiletten und Gemeinschaftsräumen) und bekommen sie dort auch Essen, dann erhalten sie monatlich nur noch 40 Euro "Taschengeld".

Erst Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte haben - wie auch Österreicher ohne oder mit zu geringen Einkommen - Anspruch auf Unterstützung, sodass ein Mindesteinkommen in der Höhe des Mindeststandards gesichert ist. Der Mindeststandard richtet sich nach der Höhe der Mindestpension. Laut dem Wiener Mindestsicherungsgesetz betragen diese Standards für Alleinstehende oder Alleinerzieher 837,76 Euro, für Paare pro Person 628,32 Euro, für Volljährige Kinder mit Anspruch auf Familienbeihilfe 418,88 Euro und für jedes Minderjährige Kind 226,20 Euro. Bei der Berechnung des Anspruchs auf Mindestsicherung wird das Einkommen aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen berücksichtigt. Die Mindestsicherung wird zwölf Mal jährlich ausbezahlt.

Wirtschaft zieht mit

Bernhard Ehrlich weiß zu überzeugen. Mittlerweile haben ihm etliche Firmen ihre Unterstützung zugesagt. Zum Start der vom trend. begleiteten Aktion kann er bereits hunderte Jobs vermitteln: Siemens ist mit dabei. Spar offeriert 216 Jobs, Lutz 316 Arbeitsplätze, auch Unternehmen wie ISS, Simacek, Schick oder Hilton Hotels stellen bieten Jobs für sein Herzensprojekt "10.000 Chancen" an. „Es ist das sinnvollste Projekt meines Lebens“, sagt Herr Ehrlich, „es bringt mich mit vielen tollen, engagierten Menschen zusammen.“

trend. unterstützt diese Aktion auch damit, dass die Arbeitsplätze unter www.trend.at/10000chancen aufrufbar sind.

"10.000 Chancen" von Bernhard Ehrlich ist natürlich nicht die einzige innovative Initiative zur Integration von Flüchtligen in den Arbeistmarkt. Exemplarisch möchten wir hier auf einige weitere verweisen:

  • Lobby 16 bemüht sich um Lehrstellen für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge.
  • refugeesWork.at : Das Start-up-Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, anerkannte Flüchtlinge und Arbeitgeber zusammenzubringen und will heuer noch 500 Jobs vermitteln.
  • Chancen:reich , Österreichs erste Berufsmesse für geflüchtete Menschen ist in Vorbereitung. Sie steigt am 29. Juni im Wiener Museumsquartier; der Veranstalter Michael Ströck erwartet 3000 geflüchtete Menschen mit Arbeitsberechtigung und mehr als 75 aufnahmebereite Arbeitgeber, darunter REWE, Ströck Brot, SPAR, die Post AG, A1, T-Mobile oder die Strabag.
  • Microsoft Österreich, Mobility Builders und WhatAVenture veranstalten am 21. und 22. Mai im Microsoft Office in Wien den ersten Refugee Hackathon. Dabei treffen sich rund 30 Entwickler, um innovative Lösungen für die aktuelle Flüchtlingssituation in Österreich zu konzipieren und prototypisch zu erstellen.

Zu weiteren Informationen und den Jobangeboten der Initiative "10.000 Chancen"

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10.000 Chancen: Jobangebote von Spar

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10.000 Chancen: Eine "Win-win-Situation"

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Arbeit als Chance, für Österreich und für Migranten

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10.000 Chancen: Jobs für Menschen, die sie wollen