Wienerberger ist nach vier Jahren zurück in der Gewinnzone

Wienerberger ist nach vier Jahren zurück in der Gewinnzone

Wienerberger-CEO Heimo Scheuch

Der Ziegelhersteller Wienerberger hat sich 2015 aus der Verlustzone herausgearbeitet. Erstmals gab Wienerberger auch ein Mittelfristziel an: Bis 2020 soll der Umsatz auf "deutlich mehr als vier Milliarden Euro" wachsen.

Der Ziegelriese Wienerberger hat ein straffes Sanierungsprogramm durchgezogen und erntet nun die Früchte."Wir haben die Gruppe in den vergangenen Jahren komplett saniert und heuer kommen wir nachhaltig in die Gewinnzone zurück", betont Konzernchef Heimo Scheuch.

Wienerberger (ISIN AT0000831706) haben auch die höheren Preise geholfen, nach vier Jahren wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu können. Unter dem Strich steht ein Überschuss (nach Minderheitsanteilen und Hybridkapitalzinsen) von 36,5 Millionen Euro. Zuletzt hatte das Unternehmen vor vier Jahren 2011 einen Nettogewinn von knapp neun Millionen Euro geschrieben.

Derzeit hat Wienerberger weltweit noch 203 Werke in Betrieb. Die durchschnittliche Auslastung aller Standorte verbesserte sich 2015 von unter 65 auf 70 Prozent. Hier hat Wienerberger also noch Reservekapazitäten für eine verstärkte Nachfrage.

In Österreich ist der Konzern mit 13 Produktionsstandorten aus den Bereichen Ziegel, Dachziegel, Rohre und Betonflächenbefestigung aktiv, ein neuer Standort läuft demnächst in Wiener Neustadt an. Österreich liefere einen Anteil von rund 7,5 Prozent am Konzernumsatz.

2015 vergrößerte sich der Personalstand dank Zukäufen bzw. Übernahmen um 7 Prozent auf über 15.800 Arbeitnehmer, rund 1.100 davon in Österreich. Das war nicht immer so: "In den vergangenen fünf Jahren haben wir etwa 75 Werke geschlossen, die Kosten um 250 Mio. Euro reduziert und etwa 3.000 Mitarbeiter abgebaut", umriss Scheuch den bereits absolvierten harten Sparkurs. Vier Werke wurden im vergangenen Jahr "herausgenommen" - ein Kunststoffrohrwerk in Frankreich, ein Ziegelwerk in Belgien sowie ein Dachziegelwerk und ein Hintermauerziegelwerk in Deutschland. Die Restrukturierungskosten für das vergangene Jahr bezifferte Scheuch mit 17,5 Mio. Euro.

70 Millionen Euro Gewinn

Beim operativen EBITDA (um nicht wiederkehrende Aufwendungen und Erträge bereinigt) mit knapp 370 Millionen Euro übertraf Wienerberger 2015 deutlich sein Jahresziel von rund 350 Millionen Euro. Die Erträge aus dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen betrugen gut 23 Millionen Euro. Im Jahr davor hatte Wienerberger ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von rund 317 Millionen Euro erzielt. Heuer wird hier ein weiterer Anstieg auf 405 Millionen Euro angestrebt. 2016 werden nochmals Liegenschaften von aufgelassenen Fabriken im Volumen von 35 Millionen Euro abverkauft, was einen Ergebnisbeitrag von 15 Millionen Euro bringen soll.

"2015 haben wir das Unternehmen von einem fokussierten Ziegelunternehmen in ein Baustoffunternehmen weiterentwickelt - das gibt uns die Möglichkeit zu wachsen", betonte der Vorstandschef. Wienerberger sei heute in so verschiedenen Bereichen Infrastruktur (Abwasser- und Pipelinerohre aus Kunststoff), Sanierung (Dachziegel) und Neubau (Ziegel) tätig.

Das Ergebnis vor Steuern, nicht beherrschenden Anteilen und Hybridkapitalzinsen verbesserte sich in der Berichtsperiode von minus 229,7 auf plus 69,8 Millionen Euro. Der Gewinn je Aktie stieg auf 31 Cent, im Jahr davor schlug noch ein Verlust von 2,26 Euro je Anteilsschein durch. Die Dividende soll nun von 15 auf 20 Cent um ein Drittel kräftig angehoben werden. "Wir haben ein starkes Jahr hinter uns und blicken mit gewisser Zuversicht in die Zukunft", begründete der Konzernchef die geplante großzügige Ausschüttung von insgesamt 23,4 Millionen Euro (Vorjahr: 17,5 Millionen Euro).

Verlustanpassung

Eine kleine negative Komponente in der Bilanz: Der Verlust für das Vergleichsjahr 2014 musste nach einer Überprüfung durch die Österreichische Prüfstelle für Rechnungslegung (OePR) nachträglich massiv nach oben angepasst werden. Infolge von millionenschweren Abschreibungen hatte sich ein Fehlbetrag von knapp 262 Millionen Euro angehäuft.

Ursprünglich war bei Wienerberger bei der Bilanzlegung für das Jahr nur von einem Nettoverlust von 202 Millionen Euro die Rede gewesen. Nach der OePR-Prüfung kamen aber noch 1,9 Millionen Euro an Verlustvorträgen in Frankreich sowie Abschreibungen auf den Goodwill von rund 57 Millionen Euro hinzu. Von den Prüfern seien "Impairments" als zusätzlich notwendig erachtet worden, erklärte Konzernchef Heimo Scheuch. "Keine von diesen Korrekturen - außer die 1,9 Millionen Euro - hat einen Effekt auf 2015", betont Finanzchef Willy Van Riet.

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