Shoppen und Urlauben sind gut für die Wirtschaft

Shoppen und Urlauben sind gut für die Wirtschaft
Shoppen und Urlauben sind gut für die Wirtschaft

Steigende Ausgaben der Privathaushalte stärken das Wirtschaftswachstum.

Das leichte Wirtschaftswachstum hält dank der Kauflaune der Konsumenten und der Tourismuswirtschaft weiter an. Auch von der Industrie kommen gute Signale. Die Handelsbilanz ist allerdings negativ.

Österreichs Wirtschaft ist im dritten Quartal des Jahres 2016 wieder leicht gewachsten. Das BIP ist gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent gestiegen, nach 0,3 Prozent im zweiten Quartal des Jahres. Den Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts WIFO zufolge lag das saison- und arbeitstagsbereinigte BIP-Wachstum sogar noch einen Deut höher und erreichte 0,5 Prozent.

BIP-Entwicklung in Österreich 2004 - 2016

BIP-Entwicklung in Österreich 2004 - 2016

Unterstützend für das Wirtschaftswachstum wirkte sich im dritten Quartal erneut die anhaltend gute Konsumnachfrage aus. Die durch die Steuerreform und die niedrigen Treibstoffpreise aufgebesserte Einkommenssituation haben die private Konsumnachfrage um 0,4 Prozent steigen lassen. Bei den öffentlichen Ausgaben gab es dagegen mit plus 0,2 Prozent etwas weniger Bewegung nach oben.

Das im September anhaltende Schönwetter strahlen nun auch die Bilanzen der heimischen Hotellerie und der Gastronomie. Im Bereich Beherbergung
und Gastronomie stieg die Wertschöpfung aufgrund der starken Sommersaison um 0,8 Prozent.

Außenhandel als Dämpfer

Die Wertschöpfung im Handel konnte insgesamt um 0,3 Prozent gesteigert werden. Der Außenhandel mit Gütern verlief allerdings nur schleppend. Der internationale Handel konnte keinen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisten. Nur aufgrund der ebenfalls in dieses Segment eingerechneten Dienstleistungsausfuhren inklusive Reiseverkehr konnte der Export um 0,2 Prozent zulegen. Damit lag das Exportwachstum unter dem Importwachstum (plus 0,3 Prozent).

Etwas mehr investiert haben die heimischen Unternehmen. Besonders viel Geld wurde für Maschinen und Fahrzeuge ausgegeben. Die Baukonjunktur hat sich dagegen nach einem guten ersten Halbjahr wieder etwas abgeschwächt (plus 0,7 Prozent nach plus 1,2 Prozent im zweiten Quartal 2016). Die positive Grunddynamik der Bauwirtschaft hält allerdings weiterhin an.

Industriekonjunktur zieht an

Gute entwickelt sich auch die Industriekonjunktur im Land. Vor dem Jahreswechsel gewinnt sie deutlich an Fahrt. Der von der Bank Austria erstellte EinkaufsManagerIndex ist im November um 1,5 Punkte gestiegen und hat damit den höchsten Wert seit über fünf Jahren erreicht. Unter anderem wird der Wahlsieg Donald Trumps in den USA dafür als Grund gesehen. Österreichs Industriebetriebe haben im November starken Rückenwind aus dem Ausland erhalten, die verbesserte Auftragslage führe zu Produktionsausweitungen, die mehr Personal erforderten, was wiederum einen positiven Effekt auf die Beschäftigung im Land hat.

Seit Mitte des Jahres entstehen in der Industrie jeden Monat neue Jobs. Im November nahm die Beschäftigung so stark zu, wie zuletzt vor mehr als fünf Jahren. „Dank des kräftigen Beschäftigungsanstiegs werden in der Industrie im Jahr 2016 durchschnittlich 593.000 Arbeitskräfte beschäftigt sein. Nach zwei Jahren mit Beschäftigungsrückgängen sind wieder neue Jobs entstanden. Der Anstieg bleibt jedoch klar hinter dem kräftigen Plus von 1,4 Prozent in der Gesamtwirtschaft zurück“, analysiert Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Gesamtwirtschaftlich gesehen nimmt daher die Bedeutung der Industrie als Arbeitgeber weiter ab. Österreich entwickelt sich weiter in Richtung Dienstleistungs-Standort.

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