Sammelklagen gegen VW bei US-Gericht eingegangen

Sammelklagen gegen VW bei US-Gericht eingegangen

Dem Wolfsburger Autokonzern Volkswagen geht es in den USA juristisch an den Kragen: Ein Team von 22 Anwälten bündelt die Sammelklagen gegen VW. Sowohl der ehemalige VW-Vorsitzende Martin Winterkorn, der neue Chef Matthias Müller und zahlreiche andere hochrangige Manager seien laut "Bild"-Zeitung persönlich angeklagt.

San Francisco/Wolfsburg. Die Sammelklagen in der Dieselaffäre des Autobauers Volkswagen sind einem Bericht zufolge bei einem Gericht in San Francisco eingegangen. Fast 200 VW-Kunden aus allen 50 US-Bundesstaaten werfen dem Wolfsburger Autobauer Betrug vor und fordern eine Entschädigung. Eine genaue Summe wird in der Sammelklage nicht genannt, der Betrag könnte aber in die Milliarden gehen.

Das Vorgehen von Volkswagen sei "eines der dreistesten Verbrechen von Unternehmen in der Geschichte", heißt es in der Zivilklage. Der Konzern habe "um jeden Preis" gewinnen wollen und dabei umweltbewusste US-Bürger mit falschen Versprechungen gelockt.

Wie die "Bild"-Zeitung am Mittwoch berichtete, werden neben dem VW-Konzern auch die VW-Töchter Audi und Porsche sowie der Automobilzulieferer Bosch angeklagt. Auch hochrangige Manager der Konzerne sollen persönlich haften.

Namentlich werden laut "Bild" der ehemalige VW-Vorsitzende Martin Winterkorn, sein Nachfolger Matthias Müller, Audi-Chef Rupert Stadler, Michael Horn (VW USA), Frank Tuch (VW-Qualitätssicherung), Bosch-Chef Volkmar Denner, Detlev von Platen (Porsche Amerika), Scott Keough (Audi Amerika) sowie die ehemaligen VW-Ingenieure Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz genannt.

In den Sammelklagen bündelt ein Team aus 22 Anwälten die Ansprüche aller in den USA durch die Abgasmanipulationen betroffenen Verbraucher.

Volkswagen hatte zugeben müssen, dass weltweit bei rund elf Millionen Dieselfahrzeugen mehrerer Marken eine Manipulations-Software eingesetzt wurde, die den Stickoxid-Ausstoß im Testbetrieb zu niedrig auswies.

Besonders in den USA, wo rund 600.000 Autos betroffen sind, drohen dem Konzern hohe Strafzahlungen und Schadenersatzforderungen. VW hat den renommierten Anwalt Kenneth Feinberg engagiert, um einen Entschädigungsfonds aufzulegen

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