Einkommensfalle: Österreichern fehlen monatlich 358 Euro

Einkommensfalle: Österreichern fehlen monatlich 358 Euro

Die neue Konsumerhebung der Statistik Austria zeigt, dass Österreichs Haushalte in der Einkommensfalle stecken. Den durchschnittlichen monatlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte von 2.990 Euro, beziehungsweise 1.970 Euro pro Kopf, stehen durchschnittliche Netto-Monatseinkommen von lediglich 1.612 Euro gegenüber.

Viele Österreicher kennen das Problem, dass am Ende des Geldes noch relativ viel vom Monat übrig ist. Das ist auch wenig verwunderlich, wenn man die Personeneinkommen der unselbständig Erwerbstätigen mit den monatlichen Ausgaben privater Haushalte vergleicht.

Beide Werte werden laufend von der Statistik Austria ermittelt. Die Bruttojahreseinkommen beliefen sich demnach im Jahr 2014 auf durchschnittlich 26.273 Euro, die mittleren Nettojahreseinkommen auf 19.344 Euro, wobei Frauen mit 15.733 Euro netto weit hinter den Männern mit Nettobezügen von 23.003 Euro zurückliegen. Teilt man das durchschnittliche Nettojahreseinkommen auf zwölf Monate auf, so ergibt sich ein monatliches Durchschnittseinkommen von 1.612 Euro.

Die mit Abstand höchsten Einkommen unter den unselbständig Beschäftigten haben den Lohnsteuerdaten der Statistik Austria zufolge die Beamten mit über 50.000 Euro (brutto). Vertragsbedienstete und Angestellte kommen demnach im Schnitt auf rund 30.000 Euro monatlich, Arbeiter auf weniger als 20.000 Euro (siehe Grafik).

Mittlere Bruttojahreseinkommen 2014

Beamte sind Österreichs Bestverdiener.

Dem stehen die nun ebenfalls von der Statistik Austria veröffentlichten monatlichen Verbrauchsausgaben privater Haushalte gegenüber, die alle fünf Jahre im Zuge der Konsumerhebung ermittelt werden und die aus den Nettoeinkommen berappt werden müssen.

Der Konsumerhebung 2014/15 zeigt, dass die monatlichen Ausgaben der österreichischen Privathaushalte bei 2.990 Euro liegen. Die Äquivalenzausgaben, also die bedarfsgewichteten Pro-Kopf-Ausgaben der Haushalte, belaufen sich auf 1.970 Euro pro Monat. Damit liegen selbst diese Äquivalenzausgaben um 358 Euro über dem monatlichen Netto-Durchschnittseinkommen. Das bedeutet, dass den Österreichern im Schnitt dieser Betrag am Konto fehlt. Um diesen Fehlbetrag abzudecken müssen die Österreicher auf ihre Ersparnisse, Erbe oder Fremdfinanzierungen wie Kredite ausweichen.

Dabei leben die Österreicher noch nicht einmal auf besonders großem Fuß, denn alleine die zu den Grundbedürfnissen zählenden drei größten Brocken an den Gesamtausgaben, Wohnen und Energie (26,1%), Verkehr (14,2%) und Ernährung inklusive alkoholfreie Getränke (11,8%) machen bereits mehr als die Hälfte aller Ausgaben aus (siehe Grafik).

Verteilung der Haushaltsausgaben in Österreich

Haushaltsausgaben: Jeder vierte Euro muss für das Wohnen aufgewendet werden.

Mit der Höhe des Einkommens verändert sich klarerweise die Ausgabenstruktur der Haushalte: So verschieben sich die Anteile der Ausgaben bei Haushalten mit geringem Einkommen, besonders stark unter Arbeiter-Haushalten, verstärkt zu den Grundbedürfnissen Ernährung und Wohnen.

Einkommensstarke Haushalte können dagegen wesentlich mehr für andere Bereiche ausgeben. Besonders deutlich sind die Verschiebungen in den Bereichen Verkehr, wo vor allem teurere Autos gekauft werden, Freizeit, Sport und Hobby. Auch die Bedeutung der weiteren Ausgaben (Bekleidung, Schuhe, Cafe, Restaurant, Wohnungsausstattung) nimmt zu. In der Statistik sind dagegen Ausgaben für das Sparen, Kredite oder Immobilienkäufe nicht berücksichtigt.

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