Tag der Arbeitslosen: Per 1. Mai ​bereits 419.875 ohne Job

Tag der Arbeitslosen: Per 1. Mai ​bereits 419.875 ohne Job
Tag der Arbeitslosen: Per 1. Mai ​bereits 419.875 ohne Job

Das Arbeitsmarktservice (AMS) meldet erneut Arbeitslosenzahlen in Rekordhöhe.

Ernüchterung zum Tag der Arbeit: 9,1 Prozent sind in Österreich ohne Job - um 1,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Österreich, einst Jobmarkt-Musterschüler in der EU, fällt nun hinter Deutschland und Großbritannien zurück.

Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich im April im Vergleich zum Vorjahresmonat weiter gestiegen und verharrt damit auf Rekordniveau: Ende April waren 419.875 Personen ohne Job, um 7,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg im Jahresabstand um 1,0 Prozentpunkte auf 9,1 Prozent.

Im Vergleich zu Ende März sank hingegen die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer, damals waren rund 429.000 ohne Job.

Ende April gab es 351.985 vorgemerkte Arbeitslose, das waren um 14,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. "Unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen bleibt weiterhin die Nachfrage der österreichischen Betriebe nach zusätzlichen Arbeitskräften hinter dem erhöhten Angebot zurück," heißt es dazu vom Sozialministerium. Die österreichischen Betriebe spüren laut Sozialminsiterium noch die schwache Export- und Inlandskonjunktur.

Trotz schwächelnder Konjunktur ist die Beschäftigung in Österreich im April weiter gestiegen. Die Zahl der aktiv unselbstständig Beschäftigten erhöhte sich per Ende April laut einer vorläufigen Prognose um 21.000 Personen (+0,6 Prozent) auf 3,41 Millionen. Die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen ist leicht um 52 (+0,2 Prozent) auf 27.707 gestiegen, teilte das Sozialministerium am Montag in einer Aussendung mit.

Die in den vergangenen Wochen in die Wege geleiteten konjunkturbelebenden und beschäftigungsfördernden Maßnahmen, allen voran die steuerliche Entlastung der Einkommen, die Wohnbauinitiative und der deutliche Ausbau der Beschäftigungsinitiative für Personen ab 50, werden laut Sozialministerium erst nächstes Jahr stärker auf die Gesamtbeschäftigung wirken. "Wichtig wird vor allem aber auch sein, dass die Sozialpartner bei begleitenden Themen wie dem Bonus-Malus für Ältere möglichst rasch zu Verhandlungsergebnissen kommen", betont Hundstorfer. Zusätzlich könnten auch angebotsentlastende und vor allem langfristig gesundheitsfördernde Maßnahmen wie der Abbau von übermäßigen Überstunden und zusätzliche Erholungstage für Personen die schon lange im Arbeitsleben stehen zu einer Erholung des Arbeitsmarktes beitragen.

116 Tage auf Jobsuche

Eine weitere unangenehme Entwicklung: Arbeitslose müssen in Österreich immer länger nach einem Job suchen.Die Arbeitssuche bei vorgemerkten Arbeitslosen lag per Ende April im Schnitt bei 116 Tagen und dauerte damit um acht Tage länger als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 lag die durchschnittliche Verweildauer bei 97 Tagen.

Überdurchschnittlich stark vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen waren per Ende April im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut Ausländer (+24,9 Prozent), behinderte Personen (+17,4 Prozent) und Ältere ab 50 Jahren (+17,2 Prozent). Im Vergleich etwas weniger dramatisch entwickelte sich die Lage bei Jugendlichen (15 bis 24 Jahre), hier gab es einen Zuwachs um 8,3 Prozent. Die Arbeitslosenzahlen stiegen bei Männern (+16,3 Prozent) stärker als bei Frauen (+12,2 Prozent).

Der größte Zunahme von Arbeitslosen nach Bundesländern wurde per Ende April in Wien mit plus 24,2 Prozent auf 122.347 Personen verzeichnet, gleichzeitig sank aufgrund der AMS-Kursreform die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 28,3 Prozent auf 24.924. In Niederösterreich stieg die Zahl der Arbeitslosen um 13,4 Prozent und reduzierte sich die Anzahl der Schulungsteilnehmer um 16 Prozent auf 9.614. Den geringsten Arbeitslosenzuwachs gab es in Salzburg (+5,6 Prozent). Salzburg war aber das einzige Bundesland mit einem Anstieg der Schulungsteilnehmer (+4,3 Prozent).

Österreich nur noch auf dem dritten Platz

Wichtig ist auch der Blick über die österreichischen Grenzen hinaus: "Sollte der Konjunkturaufschwung bei unserem Haupthandelspartner Deutschland anhalten, so werden das auch die österreichische Betriebe über kurz oder lang spüren", betont Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Der österreichische Arbeitsmarkt liegt laut EU-Statistikbehörde Eurostat hinter Deutschland und Großbritannien nunmehr an dritter Stelle in der Europäischen Union - einst war Österreich der EU-Musterschüler in Sachen Arbeitslosigkeit.

Deutsche Medien sprachen vergangenen Freitag, am Tag der Arbeit, gar von einem "Frühjahrsaufschwung": Mit 2,843 Millionen Arbeitslosen verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit (BA) die geringste Erwerbslosigkeit in einem April seit 1991. Das Beschäftigungsplus zeige sich in allen Bundesländern und nahezu allen Branchen; ein Drittel des Anstieges komme aus den beiden Wirtschaftszweigen der unternehmensnahen Dienstleistungen sowie Pflege und Soziales. Zum Vergleich: In Österreich gehört der Beriech Gesundheits- und Sozialwesen zu jenen, in denen die Arbeitslosigkeit am stärksten angestiegen ist (+13,6 Prozent).

Das Sozialminiszterium verweist in seiner Aussendung allerdings darauf, dass bei den beiden Spitzenreitern der Anteil der Niedrigeinekommensbezieher in den vergangenen Jahren besonders stark angestiegen ist. Bei der Jugendarbeitslosenquote behält Österreich mit 10,5 Prozent den zweiten Platz in der Europäischen Union.

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