Raiffeisen will sich von polnischer Tochter trennen

Raiffeisen will sich von polnischer Tochter trennen

Laut Insidern plant Raiffeisen Bank International (RBI) ihre polnische Tochtergesellschaft zu verkaufen. Der Verkaufsprozess sei bereits eingeleitet. Raiffeisen erklärt, dass man sich auf den Börsengang konzentriere, dess Umfang noch offen sei.

Warschau/Wien. Die österreichische Raiffeisen Bank International erwägt Insidern zufolge einen Verkauf ihrer polnischen Tochter. Die Bank habe die Investmentbank Citi mit der Suche nach möglichen Käufern beauftragt, sagten drei mit den Plänen vertraute Personen am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Die polnische Tochter von Raiffeisen steht zum Verkauf", sagte einer der Insider.

Der Schritt kommt überraschend, denn bis zuletzt hatte die Bank den wachsenden polnischen Markt zu einer ihrer Kernregionen gezählt. Geplant war lediglich, bis Mitte 2016 15 Prozent der Polbank über die Warschauer Börse zu verkaufen. Raiffeisen machen derzeit jedoch Ertragseinbußen am wichtigsten Markt Russland und Verluste in der Ukraine zu schaffen. Für das laufende Jahr erwartet die RBI unter anderem deshalb einen Verlust von bis zu einer halben Milliarde Euro.

Vorbereitung auf Börsengang

Eine Raiffeisen-Sprecherin erklärte, die Bank konzentriere sich in Polen derzeit auf die Vorbereitung des Polbank-Börsengangs. "Umfang, Struktur und Zeitpunkt für den Börsengang sind noch offen. Es sind noch keine Entscheidungen gefallen."

Raiffeisen hatte einen Teil ihres Polen-Geschäfts erst 2012 von der griechischen Eurobank EFG übernommen und mit ihrer bestehenden Tochter fusioniert. Damals hatte Raiffeisen für einen Anteil von 70 Prozent an dem neu übernommenen Geschäft einen Preis von 460 Millionen Euro vereinbart. Die fusionierte Polbank ist nach Angaben von Raiffeisen die achtgrößte Bank des Landes. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres erwirtschaftete das Institut einen Gewinn von 46 Millionen Euro - gut ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum.

Wettbewerber wie etwa die österreichische Erste Group sind seit Jahren auf der Suche nach Zukäufen in Polen - haben aber bislang wegen der hohen Preise davon Abstand genommen. Das Land gilt im krisengeplagten Osteuropa als einer von wenigen Zukunftsmärkten. In den Medien werden Banken wie Intesa Sanpaolo und die ungarische OTP als mögliche Käufer genannt.

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