Hausdurchsuchung bei Ex-Novomatic-Boss Franz Wohlfahrt

Hausdurchsuchung bei Ex-Novomatic-Boss Franz Wohlfahrt

Ex-Novomatic-Boss Franz Wohlfahrt: Razzien in der Kanzlei, der Wohnung und den früheren Büroräumen der Novomatic-Zentrale.

Grund dafür ist ein Untreueverdacht rund um Glücksspielgesetze in der Ära Grasser.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSta) veranlasste zu Wochenbeginn Hausdurchsuchungen beim Ex-Generaldirektor des Glückspielunternehmens Novomatic AG. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

„Im Strafverfahren Novomatic wurden Hausdurchsuchungen an Privatadressen und Geschäftsräumlichkeiten durchgeführt“, sagt WKSta-Sprecher Thomas Haslwanter gegenüber FORMAT. Konkret gehe es laut Haslwanter um den Verdacht der „Bestechungszahlung an Karl-Heinz Grasser“ für dessen Unterstützung bei der Liberalisierung des Glückspielmonopols und der versuchten Erteilung einer Glückspielkonzession an die Novomatic AG im Jahr 2005. Die Razzien fanden laut FORMAT in der Kanzlei und in der Wohnung von Franz Wohlfahrt in Wien-Wieden statt sowie in dessen früheren Büroräumen in der Novomatic-Zentrale in Gumpoldskirchen.

„Als Beschuldigte werden Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und ein ehemaliger Vorstand der Novomatic AG geführt“, bestätigt Haslwanter die FORMAT-Recherchen. Wohlfahrt trat bekanntlich Ende September als Novomatic-General zurück. Haslwanter: „Die Ermittlungen betreffen den Verdacht der Bestechung, der Geschenkannahme durch Beamte sowie der Untreue.“ Konkret soll Wohlfahrt mutmassliche Bestechungszahlungen in der Höhe von 100.000 Euro über die Zehnvierzig Gmbh von Walter Meischberger an Karl-Heinz Grasser veranlasst haben.

Franz Wohlfahrt hält in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber FORMAT fest: „Der von der Staatsanwaltschaft erhobene Verdacht im Zusammenhang mit dem seit Jahren öffentlich bekannten Sachverhalt aus den Jahren 2005/2006 entbehrt jeder Grundlage. Weder ich noch sonst ein Organ oder Mitarbeiter der Novomatic-Gruppe haben unmittelbar oder mittelbar an Untreue- oder Bestechungshandlungen mitgewirkt oder dazu beigetragen. Allfällige Zahlungsflüsse zwischen Ing. Meischberger und Mag. Grasser waren und sind uns völlig unbekannt, ebenso wie allenfalls darauf beruhende Vereinbarungen.“

Novomatic-Pressesprecher Hannes Reichmann: "Novomatic kooperiert bei der vollständigen Aufklärung des Sachverhalts und hält fest, dass in dieser Causa das Unternehmen und deren Organe stets korrekt gehandelt haben: Weder die Novomatic AG, ihr Eigentümer, noch ihre Organe oder Mitarbeiter stehen in diesem Zusammenhang unter Verdacht oder werden beschuldigt. Die Novomatic AG steht den Behörden zur Aufklärung dieser Angelegenheit selbstverständlich seit Jahren kooperativ und transparent zur Verfügung."

Karl-Heinz Grasser und Walter Meischberger haben in der Vergangenheit jedes strafrechtlich relevante Verhalten im Zusammenhang mit der geplanten Glückspielnovelle 2005/2006 kategorisch zurückgewiesen. Für alle genannten Personen gilt die Unschuldsvermutung.

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