Der Ukraine droht das Schicksal Jugoslawiens

Der Ukraine droht das Schicksal Jugoslawiens

Die drohende Zersplitterung der Ukraine, die zunehmende Radikalisierung und die Gefahr eines aufkeimenden Nationalismus mit Folgen für ganz Osteuropa

Von Wien ist man mit dem Auto schneller in der Ukraine als in Bregenz. Der blutige Konflikt liegt näher, als viele wahrhaben wollen. Und nach dem Zerfall Jugoslawiens könnte Österreich erneut ein (Bürger)krieg in seiner engeren Nachbarschaft blühen. Es deutet einiges auf ein solches Szenario, inklusive rechtsnationaler Auswüchse.

Der ukrainische Außenminister Leonid Koshara warnte gegenüber FORMAT in der Vorwoche: „Wir haben das erste Mal seit der Unabhängigkeit (1991) das Phänomen, dass rechtsextreme Gruppierungen eine Rolle spielen und Gewalt ausüben.“ Tatsächlich gibt es neben Verfechtern einer Teilung des Landes in einen russophilen Ostteil und eine prowestliche Region weitere Zerschlagungsbestrebungen. Schon den Sowjets waren Separatisten im sogenannten Transkarpatien, darunter noch immer viele Deutsche, aufgefallen.

Auf die Bukowina und ihre Bewohner hat Rumänien ein Auge geworfen, und das nordwestliche Wolhynien ist Polen nicht nur geografisch nahe. Und im Süden wittern die Krimtartaren eine nationale Jahrhundertchance auf eigenes Territorium. Ein Blick auf den Protestplatz Maidan bestätigt: All diese Nationalisten sind dort vertreten. Die Ukraine wird zum Pulverfass.

Dem Autor auf Twitter folgen:

Kommentar

Standpunkte

Arne Johannsen: Erst die Pleite, dann das Dilemma

Kommentar

Standpunkte

Miriam Koch: Arbeitsmarkt, Ziegen, Roboter und wir

Standpunkte

Robert Hartlauer: Wie die Kleinen Händler den Großen Paroli bieten