Wealth Report 2015: Noch mehr Superreiche auf der Welt

Wealth Report 2015: Noch mehr Superreiche auf der Welt
Wealth Report 2015: Noch mehr Superreiche auf der Welt

Teures Pflaster Monaco: Im Fürstentum an der Côte d’Azur kostet der Quadratmeter dem Wealth Report zufolge rund 60.000 Dollar.

Trotz Wirtschaftskrisen wächst die Zahl der Superreichen stark an: 172.850 Menschen mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen Dollar leben derzeit auf dem Planeten. 2024 sollen es bereits 231.000 sein. Wo die Superreichen leben, wo sie investieren und für was sie ihr Geld ausgeben, lässt sich im aktuellen Wealth Report von Knight Frank nachschlagen.

Das Leben der Reichen und ihre Luxuswelt fasziniert. Das US-Magazin Forbes lässt jedes Jahr mit dem Ranking der reichsten Menschen der Welt aufhorchen, der Finanzdienst Bloomberg aktualisiert täglich seinen Bloomberg Billionaires Index und jährlich bringt der Immobilien-Consulters Knight Frank den Wealth Report heraus, in dem der Frage nachgegangen wird, wo die Superreichen der Welt leben und worin sie investieren.

Superreich ist für Knight Frank, wer mindestens ein Vermögen von 30 Millionen Dollar hat. Die Zahl derjenigen wird weltweit auf 172.850 geschätzt, ihre kumulierten Vermögen auf 20,8 Billionen Dollar. Die Zahl der Milliardäre nahm weltweit um 53 zu und liegt derzeit bei 1.844.

Ein Schlüsseltrend, der im Report beschrieben wird, bleibt die geografische Konzentration der Superreichen. In Europa leben zahlenmäßig die meisten Superreichen. Sie tummeln sich vor allem in den Finanzmetropolen: In London leben 4364 von ihnen, mehr als doppelt so viele als in Frankfurt, das mit 1909 Superreichen auf Platz 2 in Europa liegt. Nach Europa haben Nordamerika - New York 3008 - und Asien - Tokio 3575 - die höchste Zahl an superreichen Einwohnern.

Die beliebtesten Städte der Superreichen.

Zwar bleibt London vorerst das Zentrum für den globalen Reichtum, doch bis 2015 wird New York die Stadt an der Themse von der Spitzenposition verdrängen. Ein weiterer Trend: Die Top-10-Städte mit der höchsten prozentuellen Zuwächsen an Superreichen liegen alle in Asien. "Das rasanteste Wachstum an Reichtum wird in Städten wie Ho Chi Minh City, Jakarta, Mumbai und Delhi zu sehen sein", sagt Liam Bailey, Global Head of Research bei Knight Frank.

„Trotz Gegenwind für die Weltwirtschaft hat sich im Vorjahr die Bildung von Reichtum besonders stark entwickelt, wobei die Anzahl der Superreichen in 15 Ländern jeweils um mehr als 5 Prozent gestiegen ist. Zwölf dieser Länder waren Emerging Markets, was die Tatsache unterstreicht, dass diese Länder künftig die Hauptmotoren für die Schaffung von Reichtum sein werden", so Bailey.

Slideshow: Wohin die Superreichen jetten

Um von einer Stadt zur nächsten zur gelangen steigen Superreiche meist in einen Privatjet. Zu den Top-Routen gehören laut Flugdienstleister NetJets die Strecken Moskau-Nizza/Côte d’Azur, Miami-New York und New York-Los Angeles. Im Big Apple und an der Mittelmeerküste geben die Superreichen ihr Geld vor allem für Luxusgüter wie Uhren und Mode aus. Sogar für bereits getragene Stücke: Der Markt für Second-Hand-Luxus wird laut Wealth Report auf rund 19 Milliarden Dollar gschätzt. Und selbst zu Wearable Devices wie die kürzlich erschienene Smart Watch von Apple greifen Superreiche - allerdings als Luxus-Ausgabe mit Gold, Platin und Diamanten um 115.000 Dollar.

Von einem Küstenstädtchen zum nächsten schippern Superreiche in ihrer Yacht. Die Branche verzeichnete allein in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres einen sprunghaften Anstieg um 35 Prozent. Russland und den Nahen Osten sehen die Experten als die stärksten Umsatzmärkte - trotz Ukraine-Krise und den Unruhen im Nahen Osten.

Reichste Österreicher besitzen 138 Milliarden Euro

Und auch hierzulande vermehrt sich das Geld prächtig: Laut Erste Bank beträgt das Vermögen der reichsten Österreicher aktuell 138 Milliarden Euro, rund 8 Milliarden Euro mehr als noch im vergangenen Jahr. Zu den reichsten Österreichern zählt, wer über mehr als eine Million Euro verfügt - rund 82.000 Menschen. Und es wird weiter wachsen: Ende des Jahres soll es um weitere sieben Prozent auf 147 Milliarden Euro zulegen.

„Seit dem Einbruch der Kapitalmärkte im Jahr 2008 geht es steil bergauf. Aktuell verzeichnen wir beim Finanzvermögen der reichsten Österreicher einen Höchststand – mit klarer Tendenz nach oben“, sagt Wolfgang Traindl, Leiter des Private Bankings der Erste Bank. Wien spielt dabei die Rolle des Geldtresors Österreichs: 43 Prozent des gesamten Vermögens wird in Wien verwaltet, 57 Prozent in den Bundesländern.

Bis Ende des Jahres steigt das Vermögen der reichsten Österreicher um weitere 7 Prozent.

Im aktuellsten vom Wirtschaftsmagazin trend jährlich erstellten Ranking der 100 reichsten Österreicher liegen die Familien Porsche und Piech mit einem Vermögen von 44,8 Milliarden Euro an erster Stelle, gefolgt von Red Bull Chef Dietrich Mateschitz mit 7,5 Milliarden, der Familie Flick (6,9 Milliarden), dem Novomatic-Gründer Johann Graf (5,05 Milliarden, der Familie Swarowski (4,1 Milliarden) und Magna-Gründer Frank Stronach (3,9 Milliarden). Dem Wealth Report zufolge leben aktuell rund 1460 Menschen mit einem Vermögen von über 27,5 Millionen Euro in Österreich. Bis 2014 soll ihre Zahl um rund 28 Prozent auf 1874 steigen.

Hierzulande investiert wird vor allem in Aktien, Risiko-Unternehmensanleihen in Euro sowie in Lokalwährungen der CEE-Länder und Gold. Diamanten sehen die Experten der Erste Bank als aufkeimenden Investment-Trend.

Beliebt im Anlage-Portfolio der Superreichen sind neben seltenen Oldtimern, wertvollen Kunstwerken und erlesenen Weinen vor allem Luxus-Immobilien. Global sind die Preise für Immobilien im Luxus-Segment um knapp 2 Prozent angewachsen, New York sticht hier mit Zuwachsraten von über 18 Prozent heraus. In Wien hingegen sind die Preise sogar um 3 Prozent gefallen, die Nachfrage war 2014 rückläufig. Die Ursache: Nach einem sehr starken Wachstum in den vergangenen fünf Jahren hat sich Wien auf einem international angemessenen Niveau eingependelt. Zudem seien laut Eugen Otto, Chef der Otto Immobilien Gruppe, auch aufgrund der Ukraine-Krise viele Kunden aus Russland ausgefallen.

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