Hausdurchsuchung bei der ÖIAG: Post-Börsengang wird untersucht

Hausdurchsuchung bei der ÖIAG: Post-Börsengang wird untersucht

Die Staatsanwaltschaft prüft die ÖIAG-Deals der Jahre 2000 bis 2007, der Zeit, als Karl-Heinz Grasser österreichischer Finanzminister war.

Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt: Es gibt den Verdacht von Bestechungszahlungen beim Börsengang der Post AG. Auch der Verkauf des Dorotheums wird untersucht. In diesem Zusammenhang wurde eine Hausdurchsuchung bei der ÖIAG angeordnet.

Die Razziawelle rund um Karl-Heinz Grasser nimmt kein Ende. Über mehrere Hausdurchsuchungen, wie etwa bei Ex-Novomatic-Boss Franz Wohlfahrt, in der Novomatic-Zentrale in Gumpoldskirchen sowie in den Privatwohnungen von Ernst Plech und Walter Meischberger auf der Balearen-Insel Ibiza, wurde in den Vorwochen berichtet. Eine Sondereinheit des Bundeskriminalamts soll nach FORMAT-Informationen auch eine Razzia bei der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG durchgeführt haben.

Die Kommandoaktion fand im Auftrag der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) statt. Die Behörde prüft bereits eine Reihe von Auftragsvergaben und Privatisierungen der Jahre 2000 bis 2007, darunter den Verkauf von Austria Tabak und Dorotheum sowie den Post-Börsengang. Die ÖIAG stand damals unter Kontrolle von Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

"Es haben mehrere Hausdurchsuchungen in Geschäftsräumlichkeiten und Privatadressen stattgefunden“, bestätigt WKStA-Sprecher Thomas Haslwanter die FORMAT-Recherchen. "Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit dem Börsengang der Post AG.“

Zeitnah zum ungebetenen Besuch bei der ÖIAG wurden auch die Büros von Gerhard Grund und Eva Marchart in der Raiffeisen Centrobank (RCB) durchsucht. Die RCB-Manager Grund und Marchart weisen den von der WKStA geäußerten Bestechungsverdacht vehement zurück. Zur Erinnerung: Die RCB erhielt ein Mandat beim Post-Verkauf, das ihr 3,9 Millionen Euro Honorar brachte. Als Gegenleistung für die Mandatsvermittlung zahlte die RCB 350.000 Euro an Peter Hocheggers Valora AG. Hochegger wiederum soll das Honorar mit Walter Meischberger und KHG geteilt haben. Ein Teil des RCB-Honorars floss als Einlage in die Errichtung der Valora Solutions GmbH. Pikant: Valora Solutions war eine gemeinsame Firma von Hochegger, Meischberger und KHG

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