Rekord-Arbeitslosigkeit hält an: 6,1 Prozent mehr im Dezember

Rekord-Arbeitslosigkeit hält an: 6,1 Prozent mehr im Dezember

AMS-Geschäftsstellen in Wien: In der Hauptstadt gab es mit 12,5 Prozent österreichweit den höchsten Anstieg an Arbeitslosen.

Das neue Jahr startet mit eine schlechten Nachricht vom Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen lag Ende Dezember um rund 45.000 höher als noch Ende November. Insgesamt waren 475.435 Menschen ohne Job. Sozialminister Rudolf Hundstorfer zufolge ist ein "wenig erfreuliches Jahr zu Ende gegangen".

Auch im Dezember gab es auf dem Arbeitsmarkt keine Trendwende: Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt weiter, wenn auch etwas langsamer. Ende Dezember waren in Österreich laut Sozialministerium 475.435 Menschen ohne Arbeit, um 4,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist um 6,1 Prozent auf 417.514 gestiegen, 57.921 Menschen waren in Schulungen des AMS (- 6,8 Prozent). Ende November betrug die Zahl der Arbeitslosen noch 430.107.

Allerdings steige die Arbeitslosigkeit nicht mehr so stark, während die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent "deutlich" zugenommen habe - im Jahresdurchschnitt waren 3,535 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt.

Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent. Nach internationalen Maßstäben beträgt die aktuell verfügbare Quote (Oktober 2015) 5,6 Prozent. Österreich liegt damit in der EU hinter Deutschland, Tschechien, Malta und Großbritannien an fünfter Stelle. Der EU-Durchschnitt liegt bei 9,3 Prozent.

Als Ursachen für die weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage macht Hundstorfer vor allem das schwache internationale Wirtschaftswachstum und viele zusätzlich in den Arbeitsmarkt eintretende Personen - Frauen und Zuwanderer - aus. Außerdem sei das Pensionsalter gestiegen. Die Anzahl der arbeitslosen Flüchtlinge hat sich gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf rund 21.000 erhöht. AMS-Chef Johannes Kopf geht davon aus, dass heuer noch 30.000 bis 35.000 dazukommen werden.

Arbeitslosigkeit in Wien doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt

Den größten Anstieg gab es in Wien mit 12,5 Prozent (15.900 Personen), den niedrigsten in Tirol mit 0,1 Prozent (31 Personen). In Vorarlberg lag sie mit 2,0 Prozent ebenfalls niedrig.

"Wir stellen fest, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Wien nun langsam schwächer wird", sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl: "Eine Umkehr des Trends ist das aber leider noch lange nicht - obwohl die Zahl der Jobs in Wien zunimmt, wächst die Zahl der Menschen, die auf den Arbeitsmarkt drängen, noch rascher an." Die Arbeitslosigkeit werde 2016 daher weiter ansteigen, prophezeite Draxl.

Am stärksten zugenommen hat die Arbeitslosigkeit bei Ausländern (+12,6 Prozent), mehr als ein Viertel aller Arbeitslosen gehört dieser Gruppe an. Stark betroffen waren auch Arbeitnehmer ab 50 Jahren (+9,9 Prozent) und behinderte Menschen (+9,3 Prozent), und Frauen mit +7,6 Prozent stärker als Männer (+5,2 Prozent).

Auffallend ist auch, dass Arbeitslose deutlich länger brauchen, um einen neuen Job zu finden - durchschnittlich 103 Tage, also um 13 Tage länger als vor einem Jahr. Mehr als 52.700 Leute waren länger als ein Jahr auf Jobsuche, um rund 33.500 mehr als vor einem Jahr.

"Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zum Jahreswechsel 2015/16 zeigen einen weniger starken Anstieg der Arbeitslosigkeit; dennoch kann noch immer nicht von einer grundsätzlichen Trendwende am Arbeitsmarkt gesprochen werden“, so Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Innerhalb der vergangenen sechs Monate stieg im Dezember die Arbeitslosigkeit am geringsten an (siehe Grafik unten).

2016 keine Entspannung

„Gemäß den Einschätzungen der Forschungsinstitute, steht dem österreichischen Arbeitsmarkt neuerlich ein einigermaßen schwieriges Jahr bevor. Es ist vor allem davon auszugehen, dass auch 2016 der Anstieg des Arbeitskräfteangebots noch weiter anhalten wird", so Hundstorfer weiter.

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