Abgas-Schwindel: Daimler hat in USA Sammelklage am Hals

Abgas-Schwindel: Daimler hat in USA Sammelklage am Hals
Abgas-Schwindel: Daimler hat in USA Sammelklage am Hals

In der jetzt in den USA gegen Daimler eingereichten Klage werden Parallelen zu der Manipulationssoftware von Volkswagen gezogen.

In den USA wurde gegen Mercedes-Benz eine Sammelklage wegen Manipulationsverdachts eingereicht. Der Stickoxid-Ausstoß von 19 Modellen soll die offiziellen Angaben deutlich überschreiten.

Dem Konzern werden sowohl Verstöße gegen US-Umweltgesetze als auch Irreführung von Verbrauchern beim Autokauf vorgeworfen. "Wir halten die Klage für unbegründet", sagte ein Daimler-Sprecher. "Wir sind dabei, die Unterlagen zu sichten und wir werden uns verteidigen." Die Vorwürfe zeigten an der Börse gleich ihre Wirkung: Die Aktien des Autobauers gaben in der Spitze 4,2 Prozent auf 62 Euro nach. Sie gehörten zu den schwächsten Dax -Werten.

Bei den Anschuldigungen geht es um die Stickoxid-Emissionen von Fahrzeugen mit BlueTec-Dieselmotoren. Wie viele Modelle betroffen sind, blieb zunächst unklar. Bei der Mercedes C-Klasse gab es in der Vergangenheit bereits Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe - zuletzt, nachdem das niederländische Prüfinstitut TNO erhöhte Abgaswerte festgestellt hatte.

Die Angaben von Mercedes, wonach die "BlueTec"-Dieseltechnologie die weltweit sauberste sei, seien "irreführend und falsch".

Tatsächlich würden die in den USA zulässigen Höchstwerte um das 19-Fache überschritten, bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius sogar um das bis zu 65-Fache, heißt es in der Klageschrift. Ein Mercedes-Sprecher sagte, es gebe keine Grundlage für die Klage. Das Unternehmen werde die Unterlagen prüfen und sich verteidigen.

Den Einsatz einer speziellen "Defeat Device" genannten Software zum Austricksen von Emissionstests, wie sie Volkswagen beim Diesel-Skandal einsetzte, streitet Daimler ab. Ein Sprecher hatte diesen Vorwurf Anfang Februar als "haltlos" zurückgewiesen.

Grenzwerte bei Tests überschritten

Allerdings hatte der Mercedes C 220 bei Tests in den Niederlanden die Grenzwerte für Stickoxid-Ausstöße (NOx) überschritten. Daher stellte die Umweltschutzorganisation Deutsche Umwelthilfe (DUH) beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) einen Antrag auf Widerruf der Typgenehmigung des Dieselfahrzeugs.

Der Hersteller hatte die Testergebnisse des niederländischen Instituts nicht bestritten. Zum Schutz des Motors fahre Mercedes bei der C-Klasse die Abgasnachbehandlung bei Temperaturen von unter zehn Grad Celsius herunter, hatte ein Sprecher damals erklärt. Dadurch erhörten sich die Ausstöße. Die Abgasnachbehandlung werde aber "zu keiner Zeit" gänzlich abgeschaltet. Mercedes erfülle mit seinen Modellen die gesetzlichen Anforderungen und setze keine Manipulationssysteme ein.

Noch kein Manipulationsverdacht von US-Umweltbehörde

Die US-Umweltbehörde EPA hat Daimler bisher keine Manipulationen vorgeworfen. Bisher richten sich solche Anschuldigungen nur gegen VW. Die Tests von Diesel-Fahrzeugen - auch anderer Hersteller - dauerten jedoch an, sagte eine Sprecherin. Zu der Klage selbst wolle sich die Behörde nicht äußern.

Hinter dem Verfahren gegen Daimler steht der bekannte US-Anwalt Steve Berman, der bereits General Motors und Toyota mit Sammelklagen zu schaffen machte. Seine Kanzlei Hagens Berman hatte am 18. September - noch am Tag des Bekanntwerdens des VW-Skandals - begonnen, Mandanten für einen Prozess gegen die Wolfsburger zusammenzutrommeln.

Grundsätzlich ist es Autoherstellern in den USA nicht verboten, Einrichtungen zur Abgaskontrolle zu verwenden. Allerdings müssen diese Programme bei der Zulassung der Fahrzeuge offengelegt und von den Behörden genehmigt werden. Die EPA testet derzeit, ob das in der Vergangenheit immer der Fall gewesen ist.

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