Netflix in Österreich: Tarife, Mitbewerber und der erste Test

Netflix in Österreich: Tarife, Mitbewerber und der erste Test
Netflix in Österreich: Tarife, Mitbewerber und der erste Test

Das Programm von Netflix ist breit gefächert, es reicht von Dramen bis zu B-Movies wie "Sharknado".

Kurz nach Netflix ist auch Google mit dem Film-Dienst "Play Movies" in Österreich gestartet. Beide Angebote lassen sich per App abrufen - allerdings droht bei Netflix eine saftige Mobilfunk-Rechnung, da Inhalte nicht offline gespeichert werden können.

Seit gestern, 18. September, ist die amerikanische Online-Videothek Netflix auch in Österreich verfügbar. Im Gegensatz zu linearem TV-Programm, bei dem die Zuschauer an einen fixen Sendeplan gebunden sind, können hier etliche Filme und Serien auf Abruf betrachtet werden. Mit an Bord sind neben diversen Filmen und bekannten Serien auch eigene Produktionen, wie etwa die Serien "House of Cards" oder "Orange is the new black". Am Abend des Starts hat sich Format.at das Programm genauer angesehen.

Die Anmeldung bei Netflix funktioniert rasch und unkompliziert, durch Angabe der Email-Adresse oder Login mit Facebook. Zwar ist der erste Monat für österreichische Kunden gratis, doch Daten der Kreditkarte müssen trotzdem angeben werden - damit, für den Fall einer Verlängerung nach der Probezeit, die Gebühr gleich abgebucht werden kann. Nach der Probezeit gibt es dann drei Tarife, gestaffelt nach der Anzahl der Geräte, auf denen das Programm gleichzeitig genutzt werden kann, sowie der gewünschten Bildqualität.

Tarife von Netflix.at
Preis/;Monat Qualität Anzahl Geräte
7,99 € Standard 1
8,99 € HD 2
11,99 € Ultra-HD 4
Preis/Monat Qualität Anzahl Geräte

Der günstigste Tarif eignet sich somit am Besten für Single-Haushalte, das mittlere Preissegment für Paare ohne Kinder, das teuerste Segment für Familien.

Nach der Anmeldung kann der Kunde verschiedene Nutzer anlegen, die wiederum Präferenzen für bevorzugte Filme und Serien angeben. Sagt ein Nutzer etwa, dass er gerne Action-Filme wie "Sharknado" schaut, wird er von Netflix auch entsprechende Filmvorschläge aus der Videothek bekommen. Wer sich mehr für Dramen interessiert, bekommt ein anderes Programm geboten. Das ist praktisch für Haushalte, in denen die Bewohner nicht alle Film-Vorlieben miteinander teilen. Ein spezieller "Kids"-Modus beinhaltet hauptsächlich Zeichentrick-Material aus den Disney-Studios und kommt ohne die Darstellung von Gewalt aus. Wer sich mit seinem Facebook-Konto verbindet, der erfährt, was der Freundeskreis schaut und kann sich dementsprechend austauschen. Auch nach der Erstanmeldung, so verspricht Netflix, werden die Empfehlungen angepasst, wenn der Kunde einen Film oder eine Serie auf einer Skala von 0 bis 5 bewertet.

Die angebotenen Inhalte sind gemischt; im Grunde sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Etwa gibt es hauseigene Serien wie "House of Cards" und "Orange is the new black", sowie auf erfolgreichen Filmen basierende Serien wie "Fargo" oder "From Dusk til Dawn". Das Filmanbeot reicht von Dramen wie "Hotel Ruanda", "Rain Man", oder "Waltz with Bashir" über Blockbuster wie "Thor", "Captain America" oder "Inception" bis zu absolutem Trash wie der B-Movie "Sharknado" (ja, Sie haben richtig gelesen: Im besagten Film geht es um einen Tornado voller Haifische). Auch deutsche Serien ("Pastewka", "Stromberg", "Ladykracher") und Filme ("Kleines Arschloch", "Sonnenallee", "Otto"). Die meisten internationalen Titel sind im Originalton und in deutscher Sprache, zumindest aber mit Untertiteln verfügbar.

Endlos-Serie, viele Geräte

Ist die Einrichtung abgeschlossen, so kann der Tester seinen Couchpotato-Modus starten: Gleich im Browser des PCs können diverse Filme und Serien betrachtet werden. Der Clou dabei: Ist eine Folge von Serien wie "House of Cards" zu Ende geschaut, so wird gleich die nächste Folge gestartet. Auf diese Art kann sich ein regelrechter Serien-Marathon im Wohnzimmer entwickeln - während klassische TV-Sender bloß eine einzige Folge zeigen und anschließend zu einem anderen Programmpunkt übergehen, ist hier eine ganze Staffel auf einmal verfügbar. In den USA hat sich hier bereits eine Art Suchtphänomen entwickelt, das dort als "Binge Watching" (in Anspielung auf "binge drinking", also Komasaufen) bezeichnet wird.

Neben dem Desktop-PC kann das Programm freilich auch auf anderen Geräten konsumiert werden. So unterstützen manche Hersteller von Heimkino-Systemen das Abspielen von Netflix per App auf dem Smart-TV; auch Spielekonsolen wie die Playstation oder Xbox erlauben den Zugriff auf das Netflix-Konto. Für den Film- und Seriengenuss auf Tablets und Smartphones gibt es Apps - doch Vorsicht: Es ist in der App nicht möglich, die Inhalte für den Offline-Gebrauch herunterzuladen; wer also seine Mobilfunk-Rechnung nicht durch hunderte Megabyte an Video-Streaming belasten will, der sollte in der App einstellen, dass Inhalte nur im WLAN abgespielt werden. Oder er befolgt unsere Ratschläge im nächsten Absatz.

Wohnzimmer-PC und Offline-Zugriff

An dieser Stelle noch ein kleiner Tipp für Tech-Profis: Wer sich selbst einen Wohnzimmer-PC basierend auf der Software XBMC gebaut hat, findet unter diesem Link eine Anleitung zum Einbinden von Netflix in XBMC. Clou dabei ist, über eine kostenpflichtige Software namens PlayOn Inhalte von YouTube, Vimeo und Netflix über den offenen Standard UPnP an den Wohnzimmer-PC zu übertragen. Dies erforderte im Test zwar ein bisschen Bastelei und ausgiebigen Mailverkehr mit dem Kundendienst von PlayOn, funktionierte letztenendes aber einwandfrei.

Vom gleichen Unternehmen kommt auch die Software "PlayLater". Mit dieser ist es möglich, Videos von Netflix auf der Festplatte zu speichern - so können sie anschließend offline, also beim Pendeln oder während eines Langstreckenflugs, betrachtet werden. Weitere Informationen finden Sie unter diesem Link: "Anleitung: So können Sie Netflix-Videos aufnehmen und später anschauen"

Konkurrenz: Sky, Maxdome und jetzt auch Google

Netflix ist nicht der erste Anbieter, der sich in den österreichischen OnDemand-Markt wagt. Bei der zum ProSiebenSat.1-Konzern gehörenden Plattform maxdome.at sind Serien und Filme etwa für 7,99 Euro pro Monat verfügbar, der Bezahl-Sender Sky bietet mit Sky Go und Sky Snap Video-on-Demand-Dienste; und auch die TV-Sender selbst bieten entweder auf ihren Websites bereits On-Demand-Inhalte in Form diverser Mediatheken, oder sie feilen an entsprechenden Konzepten. Der ORF hat etwa große Pläne mit der Plattform "Flimmit" - über seine Tochtergesellschaften Enterprise und ORS beteiligt sich der ORF am Wiener Start-up; im Gespräch mit dem trend sagt Reed Hastings, CEO von Netflix, dass er dies für einen "großartigen Schachzug" des ORF halte.

Zudem ist am Tag nach dem Netflix-Start auch Googles Filmdienst "Play Movies" gestartet. Hier können diverse Filme und Serien über Googles Play Store gekauft oder ausgeliehen werden. Die Inhalte werden entweder im Browser oder in einer App betrachtet - großer Vorteil gegenüber Netflix: Nach einem Download sind sie auch offline verfügbar, können also auch bei Langstreckenflügen oder in den Öffis angesehen werden.

Hastings steckt im Gespräch mit dem trend die Ziele angesichts der Konkurrenzsituation niedrig: „Wenn Maxdome in einigen Jahren die Hälfte des Marktes hat und wir ein Drittel, dann ist das gut.“

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