Dem Telekom-Banker Wanovits gehört die ukrainische Staats-Datscha

Dem Telekom-Banker Wanovits gehört die ukrainische Staats-Datscha

Der Landsitz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch am Kiewer Stausee spielt alle Stückerln: Driving Range, Gestüt, Bowlingbahn, Helikopter-Port und Bootsmarina. Die Mauern sind 6,5 m hoch, und vor den Toren patrouillieren Speznaz-Kommandoeinheiten. Eigentümer der Luxusimmobilie ist die Firma Euro East Beteiligungs GmbH in Wien-Margareten. Als Geschäftsführer firmiert kein Unbekannter: Johann Wanovits, Banker und Beschuldigter in der Telekom-Aktienkurs-Affäre.

Wie der Burgenländer zur Staats-Datscha "Meschigorja“ kam, ist Gegenstand umfangreicher Berichterstattung in der Ukraine. Die "Ukrainskaja Prawda“ hat Dokumente, nach denen der Staat in einer Geheimaktion das Eigentum an eine Donezker Firma übertrug und im Zuge eines Tauschs zwei baufällige Häuser in Kiew erhielt. Der neue Eigentümer verkaufte die Residenz weit unter Marktwert an eine Firma namens Tantalit. Kurz darauf wurde er von den ukrainischen Behörden für bankrott erklärt.

Mysteriöse Verbindungen

Der Clou: Die Tantalit gehört zu 99,97 Prozent der Euro East von Johann Wanovits. Er verkaufte im Vorjahr seine Firma an die englische Blythe Limited. Mit von der Partie ist der in der austro-russischen Community bekannte Salzburger Wirtschaftsanwalt Reinhard Proksch. Während in der Ukraine über Geldwäsche im Zusammenhang mit diesem Firmenkarussell spekuliert wird, waren weder Wanovits noch Proksch für eine Stellungnahme erreichbar. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Inzwischen wohnt Präsident Janukowitsch offiziell zur Miete in "Meschigorja“. Auf Staatskosten hat er sich ein Arbeitszimmer auf der Datscha einrichten lassen.

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