Jahresschluss: So können Unternehmer Steuern sparen

Jahresschluss: So können Unternehmer Steuern sparen

Der Countdown läuft, am 1.1. ist es zu spät. In unserem Steuertipp Nr. 26 geben die Experten von TPA Horwath Tipps wie Selbstständige und Unternehmer/Innen noch rechtzeitig vor dem 31.12. ihre Steuerlast optimieren können.

Gewinnfreibetrag

Natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften können sowohl bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnung als auch bei Bilanzierung einen Gewinnfreibetrag bis zu 13 % des steuerlichen Gewinnes (ausgenommen Veräußerungsgewinne), insgesamt jedoch höchstens EUR 100.000 im Veranlagungsjahr geltend machen. Bis zu einem Gewinn von EUR 30.000 kann der Freibetrag ohne Investitionserfordernis geltend gemacht werden. Im Jahr 2013 kommt es zu einer Staffelung des Gewinnfreibetrages, es kann daher sinnvoll sein, geplante Investitionen ins Jahr 2012 vorzuziehen.

Tipp:
Um Investitionen in ausreichender Höhe zu tätigen, ist eine Prognoserechnung empfehlenswert. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Investitionen noch heuer getätigt werden müssen. Die Anschaffung von Wertpapieren sollte unbedingt vor den Weihnachtsfeiertagen erfolgen, manche Banken wickeln Wertpapiertransaktionen zwischen den Feiertagen nicht mehr ab.

Tipp:
Generell gilt es durch die neue „Wertpapier-KESt“ zu bedenken, dass ein Investment im Betriebsvermögen steuerlich vorteilhaft gegenüber dem Privatvermögen sein kann, zB durch die Abzugsfähigkeit von Nebenkosten und Spesen sowie erweiterte Verlustverrechnungsmöglichkeiten.

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Gruppenbesteuerung

Besteht Ihr Unternehmen aus mehreren Kapitalgesellschaften mit Regelbilanzstichtag, kann bis zum Jahresende rückwirkend die Bildung einer Unternehmensgruppe beantragt werden. So können Gewinne einer Gesellschaft mit Verlusten einer anderen Gesellschaft (teilweise) verrechnet werden. Haben Sie zB Unternehmensakquisitionen, also Beteiligungsanschaffungen von außerhalb des Konzerns fremdfinanziert, so kann die Gruppenbesteuerung auch zu steuerlichen Verwertung der Finanzierungskosten und zur Geltendmachung der Firmenwertabschreibung sinnvoll sein.

Energieabgabenvergütung

Ein Vergütungsantrag muss spätestens bis zum Ablauf von fünf Jahren gestellt werden. Für das Jahr 2007 und folgende kann ein Vergütungsantrag somit noch bis zum 31.12.2012 gestellt werden. Für Dienstleistungsbetriebe besteht ein Vergütungsanspruch nur noch für Zeiträume bis 31.1.2011.

Wertpapiere für die Pensionsrückstellung

Zum Ende des Wirtschaftsjahres müssen für Pensionsrückstellungen Wertpapiere und/oder Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen im Nennbetrag von 50 % des vorjährigen Rückstellungsbetrages im Betriebsvermögen vorhanden sein.

Rückstellungen

Langfristige Rückstellungen für sonstige ungewisse Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften dürfen steuerlich nur mit 80 % des Teilwertes angesetzt werden.

Tipp:
Rückstellungen für Zeitausgleichsguthaben und Überstunden der Mitarbeiter können nach wie vor mit 100 % angesetzt werden.

Steuersparen bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihr steuerpflichtiges Einkommen optimieren, indem sie Betriebsausgaben vor dem 31.12.2012 bezahlen, diverse Vorauszahlungen leisten (Einschränkungen sind zu beachten), bzw. Rechnungen an ihre Kunden erst am 31.12.2012 legen. (Potentielle) Kleinunternehmer sollten auch die umsatzsteuerlichen Kleinunternehmergrenze von grundsätzlich jährlich EUR 30.000,00 (Netto-Grenze) im Auge behalten.

Tipp:
Beachten Sie jedoch die fünfzehntägige Zurechnungsfrist für regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben.

Spenden steuerlich absetzbar

Spenden aus dem Betriebsvermögen sind bis höchstens 10 % des Gewinnes des unmittelbar vorangegangenen Wirtschaftsjahres steuerlich als Betriebsausgaben absetzbar, zusätzlich können Spenden aus dem Privatvermögen als Sonderausgaben abgesetzt werden, soweit sie 10 % des Gesamtbetrages der Vorjahreseinkünfte nicht übersteigen. Die aktuellen Listen der begünstigten Spendenempfänger finden Sie auf der Homepage des BMF unter www.bmf.gv.at.

Geld- und Sachspenden in Katastrophenfällen können steuerlich ohne 10%ige Höchstbegrenzung als Betriebsausgaben abgesetzt werden, wenn sie mit einem Werbeeffekt verbunden sind (auf die entsprechende Dokumentation – Berichte in Zeitungen, Homepages, Fotos etc. – ist zu achten).

Neue Meldepflichten für Neue Selbstständige

Neue Selbstständige müssen ein Überschreiten der Versicherungsgrenzen bis Jahresende melden, ansonsten kommt ein Strafzuschlag von 9,3 % zur Anwendung.

Weitere Infos unter http://www.tpa-horwath.at

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