Männer: Länger gesund und früher tot

Männer: Länger gesund und früher tot

Statistisch gesehen durften Frauen dieses Alters davon ausgehen, 6,9 Jahre, also knapp ein Drittel dieser Zeit, ohne Einschränkungen bei den täglichen Aktivitäten zu verbringen, Männer hingegen 7,4, also einen vergleichsweise größeren Teil ihrer Lebenszeit.

Diese Zahlen wurden anlässlich der Abschlusskonferenz eines dreijährigen EU-Forschungsprojekts präsentiert, dessen Aufgabe es war, einen verbesserten Zugang zu Gesundheitsdaten zu schaffen, um eine solide Basis für Berechnungen der Kosten im Sozial- und Gesundheitswesen zu schaffen.

Warum Männer länger gesund bleiben, aber trotzdem früher sterben, ist noch nicht genau erforscht. Ein bestimmender Faktor dürfte die Tatsache sein, dass Männer eher vom plötzlich auftretenden tödlichen Erkrankungen wie Herzinfarkt und Co. ereilt werden, während chronische Erkrankungen eher Frauensache sind. Welche statischen Auswirkungen Lebensstil, Ernährung und Beruf spielen, ist - noch - nicht bekannt.

Tatsache ist, dass die Lebenserwartung 65-Jähriger von 1981 bis 2006 in Österreich bei beiden Geschlechtern um 4,3 Jahre gestiegen ist, wie Johannes Klotz von der Statistik Austria erklärte. Diese Zahl ist praktisch ident mit jener, die Männer und Frauen länger bei guter Gesundheit verbringen, und zwar in allen Bildungsgruppen. Ein Unterschied zeigte sich bei Frauen: Bei jenen mit mittlerer Bildung stieg die Zahl der Jahre, die bei Gesundheit verbracht wurden, um 5,6, bei Frauen mit niedriger Bildung um 3,7 und bei solche mit hoher Bildung um 3,2. Bei den Zahlen sind allerdings mögliche Zufallschwankungen in den Stichprobendaten zu berücksichtigen.

Im Kloster ist es anders

Die Lebenserwartung wird von biologischen und äußeren Faktoren beeinflusst. Wovon in welchem Ausmaß ist noch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Eine davon ist die sogenannte Klosterstudie Marc Luys vom Institut für Demografie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Luy hat die Lebensdauer von 12.000 Personen in Klöstern erfasst und herausgefunden, dass in dieser relativ homogenen Gruppe - ähnliche Tätigkeiten, Lebensgewohnheiten, Ernährung, etc. - der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen nur ein Jahr betrug im Vergleich zu sechs Jahren außerhalb der "Klostermauern". Die Folgerung von Marc Luy: "Biologische Faktoren spielen eine untergeordnete Rolle." Jetzt wird die Klosterstudie erweitert, und zwar um Gesundheitsfragen, um deren Beantwortung 1.200 Personen gebeten werden. Erste Ergebnisse der Langzeitstudie sind im kommenden Jahr zu erwarten.

Die statistische Lebenserwartung insgesamt steigt derzeit um drei Monate jährlich, was binnen vier Jahren ein zusätzliches Lebensjahr bedeutet. In Österreich wird die zunehmende Lebenszeit seit 140 Jahren beobachtet und war lange Zeit einem massiven Rückgang der Säuglings- und Kindersterblichkeit zu verdanken. Erst in den 1960er-Jahren setzte der Umschwung ein - die Menschen wurden immer älter.

Wie es mit der Anstieg der Lebenserwartung weitergeht, weiß niemand so genau: Erwartet wird, dass die Kurve sich längerfristig abflacht. Maria Hofmarcher, Koordinatorin des jetzt zu Ende gehenden dreijährigen Forschungsprojekts mit dem Titel Euroreach, sieht durchaus Ansatzpunkte, um die statistische Lebenserwartung weiter zu erhöhen: In der Gesundheitsförderung sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen sieht einen Nachholbedarf.

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