EU-Parlament schiebt Halogenlampen-Verbot um zwei Jahre auf

EU-Parlament schiebt Halogenlampen-Verbot um zwei Jahre auf

Halogenlampen dürfen in der EU noch bis September 2018 verkauft werden.

Nach den Glühbirnen sollen auch Halogenlampen EU-weit verboten werden. Freitagabend hat das EU-Parlament das Verbot um zwei Jahre aufgeschoben. Es soll nun im September 2018 in Kraft treten.

Umweltschützer müssen eine Niederlage vor dem EU-Parlament hinnehmen. Sie hatten sich dafür stark gemacht, dass der im Jahr 2009 vom EU-Parlament getroffene Beschluss, Leuchtmittel der Energieklasse C und schlechter in der Europäischen Union ab dem September 2016 zu verbieten, eingehalten wird.

Als Leuchtmittel der Energieeffizienzklasse C gelten so genannte Hochvolt-Halogenlampen, das sind praktisch alle Halogenlampen. Am Freitagabend hat das EU-Parlament jedoch beschlossen, diese Ökodesignverordnung um zwei aufzuschieben. Die Umweltschützer bedauern die Entscheidung, Vertreter der Industrie und Politik hatten allerdings sogar einen Aufschub um vier Jahre, beziehungsweise eine generelle Streichung des Verbots gefordert.

Die Experten der Non-Profit-Organisation CLASP sehen den Aufschub als großen Verlust. Sie haben errechnet, dass es 40 Jahre lang dauern werde, um die durch die um zwei Jahre verlängerte Übergangsfrist entgangenen Einsparungen wieder wettzumachen.

6,6 Milliarden Euro

Halogenleuchtmittel sind 30 Prozent effizienter als die klassische Glühbirne, verbrauchen aber im Vergleich zu Energiesparlampen und LED-Leuchtmitteln noch deutlich mehr Strom. Bei der Entscheidung geht es laut Umweltschutzorganisation Global 2000 um ein Sparpotenzial von 33 Terrawattstunden Energie im Wert von rund 6,6 Milliarden Euro. Der Handel bereitet sich auf das Verbot vor. So hat etwa IKEA bereits angekündigt, ab September 2015 nur noch LED-Leuchten verkaufen zu wollen. Jeanette Skjelmose, IKEA-Managerin für den Bereich Beleuchtung: "LEDs brauchen um 85 Prozent weniger Energie, haben eine Lebensdauer von 20 Jahren und eine fantastische Lichtqualität. Unsere Kunden sparen damit vom ersten Tag an."

"Halogenlampen sind im Vergleich zu Energiesparlampen mehr als dreimal so umweltbelastend und haben einen fünfmal höheren ökologischen Fußabdruck als LED-Lampen. Außerdem haben Halogenlampen mit Abstand die schlechtesten Lebenszyklus-Kosten im Beleuchtungsbereich", erklärt Sibylle Egger von Global 2000. Ein möglichst rasches Verbot wäre aus klimapolitischer Sicht bedeutend: Rund ein Fünftel des globalen Stromverbrauchs entfällt auf künstliche Beleuchtung. Energiesparende Leuchtmittel sind daher wichtige Hebel, um Energie und Energiekosten zu sparen.

Leuchtmittelhersteller und Fraktionen wie die Europäische Volkspartei wollten dennoch einen Aufschub für das Verbot. Argumentiert wurde das vor allem damit, dass LED-Leuchten noch immer nicht in ausreichendem Maße verfügbar und in der Anschaffung für die Endverbraucher obendrein zu teuer seien. Sie forderten eine Verlängerung der Übergangsfrist bis 2018 oder 2020, respektive eine gänzliche Streichung des Verbots.

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