Heta-Gläubiger bleiben hart: "Werden Angebot nicht annehmen"

Heta-Gläubiger bleiben hart: "Werden Angebot nicht annehmen"

Der Sprecher vom Gläubigerzusammenschluss appelliert an Kärnten: "Bitte sprecht mit uns." Über die Rückzahlungsbedingungen "die für Kärnten und Österreich verkraftbar sind", soll gesprochen werden.

Wien/Klagenfurt. Die Gläubiger der Heta bleiben hart. Sie schließen die Annahme des Kärntner Angebotes zum Rückkauf landesbehafteter Papiere der früheren Hypo Alpe Adria zu den gebotenen Konditionen aus. Ein Schuldenschnitt wird weiter ausgeschlossen. Das betonte Friedrich Munsberg, der Sprecher von Gläubigerzusammenschlüssen mit Forderungen von mehr als fünf Milliarden Euro am Mittwoch im APA-Gespräch.

"Das Angebot wird scheitern. Wir werden es nicht annehmen. Es wird definitiv scheitern", sagte Munsberg. Er ist im Brotberuf Vorstandschef der Dexia Deutschland, die 395 Mio. Euro zur Gänze von der Heta bzw. schlussendlich vom Land Kärnten zurückhaben will.

Für die Gläubigerzusammenschlüsse, für die Munsberg spricht, sagte er: "Wir haben weiterhin das Ziel, 100 Prozent unserer Forderungen zurückzubekommen. Diese Forderung ist absolut berechtigt." Dabei handelt es sich auch um eine Reaktion auf zuletzt seitens der Kärntner Finanzreferentin Gabriele Schaunig (SPÖ) verstärkte Appelle, das Angebot mit einer Abgeltung von 75 Prozent anzunehmen.

Die Argumentation Schaunigs, dass man "so ein super Angebot" annehmen müsse und sich bei einer Nicht-Annahme möglicherweise sogar schadenersatzpflichtig mache, sehe man umgekehrt: "Weil wir das Angebot so genau geprüft haben und weil wir eine große Verantwortung haben gegenüber unsern Kunden und Gesellschaftern, sehen wir uns in der Pflicht, es nicht anzunehmen." Die Argumentation Schaunigs erinnerte Munsberg an einen "Versuch, aus Opfern Täter zu machen".

Insgesamt werde "versucht, uns unter Druck zu setzen", sagte Munsberg auch in Richtung Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) - und zwar mit "der Drohung, Kärnten Pleitegehen zu lassen". Es sei "ungewöhnlich", dass Schelling "damit droht". Schließlich gebe es für die Hypo-Malaise auch Verantwortlichkeiten aufseiten der Republik, nicht nur beim Land Kärnten. "Wir erwarten uns daher, dass im schlimmsten Fall Österreich eintritt, um Kärnten zu unterstützen."

"Wir wollen ja nur unser gutes Recht, das Geld zurück, das wir ausgegeben haben", so Munsberg. Gerade in seinem Gläubigerzusammenschluss, dem "Par-Investorenpool", fänden sich durchwegs nur konservative Investoren, die nur wegen der Landeshaftung investiert hätten - und das zum größten Teil auch noch vor der Finanzkrise 2007.

Ebenfalls einen Appell wiederholt hat der Gläubigersprecher Richtung Kärnten: "Bitte sprecht mit uns." Man rücke zwar nicht von der 100-Prozent-Rückforderung ab, "da gibt es für uns keinen Verhandlungsspielraum", aber beispielsweise würde man über Schuldenstundungen oder längere Rückzahlungszeiträume über 30 Jahre sprechen. Konkreter wollte Munsberg hier auf vielfache Nachfrage aber nicht werden. "Wir haben einen Vorschlag und uns sehr viel Mühe gegeben, den auszuarbeiten - den wollen wir der Gegenpartei präsentieren. Wir glauben der Vorschlag ist vernünftig - er würde uns die 100 Prozent zurückbringen unter Bedingungen die für Kärnten und Österreich verkraftbar sind."

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