Spindeleggers Triple-A Faux-pas

Spindeleggers Triple-A Faux-pas

"Die Rache der Journalisten an den Politikern ist das Archiv", sagte der viel zu früh verstorbene ORF-Moderator Robert Hochner einmal. Wie richtig das ist zeigte sich wieder einmal Mittwochabend beim ZIB-Interview von Armin Wolf mit dem frisch angelobten Finanzminsiter Michael Spindelegger.

Armin Wolf hatte Spindelegger eingeladen, um im Live-Interview zu seinem Fehlen bei dem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel Stellung zu nehmen. Die Finanzchefs der EU-Mitgliedsstaaten sollten bei diesem Treffen die europäische Bankenunion auf Schiene bringen.

Die Finanzminister waren vollzählig versammelt, nur der frisch angelobte österreichische Vertreter Spindelegger fehlte und schickte statt seiner einen Vertreter. In der Runde der EU-Minister sorgte das für Irritation. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble quittierte das mit dem launisch-hämischen Kommentar: "Ich habe gehört, der neue österreichische Finanzminister wurde gerade erst eingeschworen. Da habe ich gedacht, ich bin ja auch gerade erst eingeschworen worden. Aber gut, Das ist 'Tu felix Austria'" .

Im Interview stellte Wolf Spindelegger die Frage, was ihn denn als Finanzminister qualifiziere. Die Antwort des Ministers darauf war: "Ich habe mit Bundeskanzler Faymann gemeinsam den Konsolidierungskurs verhandelt im Jahr 2012, der uns auch das Triple A wieder zurückgebracht hat."

Qualifiziert und disqualifiziert

Armin Wolf kam die Triple-A-Aussage Spindeleggers im Interview aber spanisch vor und stellte nach dem Interview auf seiner Facebook-Seite den Sachverhalt richtig:

"Manchmal gibt es Situationen in Live-Interviews, wo man sich bei einer Antwort denkt: "Das glaub ich nicht, stimmt das wirklich?" - Aber man kann das logischerweise im Moment nicht überprüfen, das Interview muss ja weitergehen. Meist hilft da ja sorgsame Vorbereitung, aber man kann sich eben nicht auf jede Eventualität vorbereiten." In der Situation war Wolf zwar überrascht, konnte Spindeleggers Aussage allerdings nicht überprüfen und ließ ihn deshalb weiterreden. Das tat er anschließend und fand den Artikel auf format.at, zum aktuellen österreichischen Bonitätsranking:

Österreich hat nach wie vor nur die Note "AA+/A-1+". Die Bestnote Triple A (AAA) hat Österreich von der Ratingagentur noch nicht zurückbekommen .

"Manchmal geht der Faktencheck ja auch ganz flott nach der Sendung. Mein Gefühl hatte mich nicht getäuscht. Aber für das Interview war das natürlich zu spät", notierte Wolf auf Facebook dazu.

Die Frage, ob Spindelegger nun als Finanzminister qualifiziert ist sollte Wolf nochmals stellen.

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