Krug gegen Krug

Krug gegen Krug

Ein Gumpoldskirchner Winzer wurde vom größten Luxuskonzern der Welt geklagt. Gestritten wird um den Namen. Aber der Österreicher hat die älteren Rechte.

Der Gumpoldskirchner Winzer Gustav Krug ist mit einer Klage konfrontiert, der er wie sein Anwalt Peter Ries gelassen entgegensieht. Gegner ist zwar LVMH, der größte Luxuskonzern der Welt, dessen Tochter Moët Hennessy Champagne Service (MHCS) auf Unterlassung klagt. Trotzdem lässt Ries ausrichten: „Das schaffen die nie!“

Inhalt des pikanten Rechtsstreits ist die Marke „Krug“ – nicht nur der heimische Winzer, sondern auch ein Champagner von MHCS heißt so. Allerdings wird der österreichische Wein nachweislich – durch eine von Maria Theresia unterzeichnete Urkunde – seit 1746 unter der Bezeichnung Krug produziert und ist somit fast 100 Jahre älter als die Champagnermarke.
Das ist den Franzosen ziemlich gleichgültig, denn sie haben die Wortbildmarke „Krug“ für Weine, Champagner, Schaumweine und alkoholische Getränke schützen lassen. Anwalt Ries kontert mit der so genannten Marktgeltung
in Österreich nach § 9 UWG, die sein Mandant seit hunderten Jahren hat.

MHCS fordert Namensänderung

Einfach erklärt: Kann Gustav Krug nachweisen, dass in seinen Vertriebsgebieten ein bestimmter Prozentsatz von Endabnehmern oder Händlern sein Produkt kennen, genießt er ebenfalls Markenschutz. Hingegen will MHCS Namen sowohl auf den Weinetiketten des Gumpoldskirchner
als auch bei sämtlichen Werbeauftritten verbieten lassen – und fordert sogar die Übertragung der Domaine www.krug.at . „Da setzt es bei mir aus“, ärgert sich Gustav Krug, „Es kann mir niemand verbieten, meinen eigenen Namen zu verwenden. Außerdem haben wir die Domaine in Österreich geschützt, nach dem heimischen Prinzip: first come, first serve.“

So ganz sicher sind sich die Franzosen offensichtlich doch nicht, das Recht auf ihrer Seite zu haben, denn immerhin bemühen sie sich schon seit sieben
Jahren um eine außergerichtliche Einigung. Gustav Krug kam MHCS insoferne
entgegen, als er dem Namen die Ortsbezeichnung Gumpoldskirchen hinzufügte.


Bild: © beigestellt

„Mir kann niemand vorwerfen, dass wir uns an die Produkte von Krug
Champagner angelehnt haben, zumal im Zentrum unseres Etiketts eine nackte Figur abgebildet ist.“ Gustav Krug und Anwalt Peter Ries wünschen sich eine „friedliche Koexistenz beider Marken, die sich nicht einmal am Markt begegnen“. Jetzt sind wieder die Franzosen am Zug.

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