Die Hypo-Connection der Familie von „Dschungelcamp“-Star Larissa Marolt

Die Hypo-Connection der Familie von „Dschungelcamp“-Star Larissa Marolt

In Deutschland sorgt Larissa Marolt momentan für Schlagzeilen. Als Teilnehmerin der RTL-Realityshow „Ich bin ein Star – holt mich hier raus“ spielt die 21-jährige eine Zicke wie im Bilderbuch – und polarisiert dabei gewaltig.

Doch dem TV-Publikum gefällt es. Denn die Siegerin der ersten Staffel von „Austria’s Next Topmodel“ ist gut für die Quote. 9,5 Millionen Zuseher hat die Sendung. Das ist neuer „Dschungelcamp“-Rekord.

Wer Larissa als „nervig“ oder gar „dumm“ bezeichnet, der kriegt es mit ihrem Herrn Papa zu tun. Der Hotelier Heinz Marolt ist nicht nur stolz auf seine Tochter, sondern steht gern selbst im medialen Scheinwerferlicht. Larissa mache ihren Job „hervorragend“, analyisert Marolt in „Heute“ und „Österreich“: „Deutsche Medien wie die ‚Bild am Sonntag‘ hätten sich sonst wohl kaum mit ihr doppelseitig und am Titelblatt befasst.“ Larissa lasse „sich nicht biegen und brechen. Auch nicht von den Medien“.

Heißes Gutachten

Die Familie der Kärntnerin ist knifflige Situationen gewohnt. Heinz Marolt war von 1990 bis 1999 FPÖ-Ortsparteiobmann in St. Kanzian und saß zwei Jahre für Jörg Haiders Partei im Nationalrat. Und ein FORMAT vorliegendes Sachverständigengutachten vom 9. August 2013 dokumentiert seine Verstrickung im Hypo-Sumpf. Für die Staatsanwaltschaft Klagenfurt prüfte Gutachter Josef Schima das „Finanzierungsgeschäft Marolt“. Demnach habe sich der Vater der Dschungelcamperin auf Kosten der Hypo Alpe-Adria saniert. Im Kern geht es um Kredite von rund sieben Millionen Euro, die die Hypo in den 90er-Jahren an die Hoteliersfamilie vergab. Obwohl der Betrieb laut Gutachten „rechnerisch überschuldet“ war und die Bilanzen von 1992 bis 1994 ein „deutlich negatives Eigenkapital“ zeigten.

Trotzdem pumpte die Hypo Jahr für Jahr gutes Geld ins Strandhotel am Klopeinersee, das der Familien nach wie vor gehört. Marolts FPÖ-Kontakte wirkten: Die Hypo stellte nie einen Konkursantrag. Im Gegenteil: Sie zahlte üppige „Kultur-und Veranstaltungsförderung“ an Marolt und verzichtete auf 2,18 Millionen Euro. „Die Gewährung des Nachlasses bzw. die Umwandlung in Besserungskapital war (...) wirtschaftlich nicht vertretbar“ (Gutachten). Denn es fehlte die gebotene Analyse von „Sanierungsmaßnahmen“ und die Überprüfung, ob das „aushaftende Obligo“ tatsächlich gedeckt ist. Die Verwertung von Grundstücken in St. Kanzian, die als Sicherheit bereitstanden, wurde in der Hypo offenbar nie in Betracht gezogen.

So kam laut Gutachten, was kommen musste: „Ein Schaden in Höhe von insgesamt 30 Milllionen Schilling (Anm.: 2,18 Millionen Euro) wurde damit in Kauf genommen.“ Das hätte verhindert werden können. So stellte Hypo-Anwalt Johann Quendler 1997 fest, dass bei Marolt „Mitte 1997 Zahlungsunfähigkeit vorlag.“ Marolt will die Hypo-Kreditgeschäfte nicht kommentieren: „Ich sage gar nichts.“

Der Fall brachte Ex-Hypo-Boss Wolfgang Kulterer 2010 ein Strafverfahren ein, weil er die Marolt-Kredite ermöglichte. Marolt blieb verschont, mögliches Fehlverhalten ist bei ihm verjährt. Das Verfahren gegen Kulterer wurde kürzlich nicht rechtkräftig eingestellt.

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