Vergessen Sie Europa

Vergessen Sie Europa

Europa befindet sich nach Ansicht von Pacific Investment Management (Pimco) in einer ähnlichen Situation wie Japan: Dem Kontinent steht demnach ein "verlorenes Jahreszehnt" bevor.

Das Durchwursteln der europäischen Politiker müsse ein Ende haben, da niedriges Wirtschaftswachstum und schwache Nachfrage die Stabilität gefährdeten, sagte Andrew Bosomworth, geschäftsführender Direktor bei Pimco, Reportern am Dienstag in Frankfurt. Die “Zombifizierung” in Europa könne nicht weitergehen. Europa drohe, an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren, während eine “hohe Wahrscheinlichkeit weiterer Umschuldungsmaßnahmen” bestehe. Die Abwärtsrisiken dominierten.

Die aggressive Geldpolitik habe einen Anstieg der Preise von Finanzanlagen herbeigeführt, und das in einem Ausmaß, dass es in einigen Sektoren mehr und mehr nach einer Blase aussehe, so Bosomworth. Die hyperaktive Geldpolitik habe die Preise von Aktien und Anleihen seit 2008 um etwa acht Prozent jährlich steigen lassen - zwei Mal so stark wie das weltweite nominale Bruttoinlandsprodukt. Das mache es schwer, noch Anlageklassen zu finden, bei denen die fundamentale Bewertung stimme.

Pimco meidet langlaufende Staatsanleihen und investiert außerhalb der Eurozone

Die Wachstumsaussichten Europas veranlassten Pimco dazu, langlaufende Staatsanleihen zu meiden und Investitionen außerhalb der Eurozone zu bevorzugen, hatte Andrew Balls, Leiter des europäischen Portfolio Managements, am 15. Mai angemerkt. Pimco sehe in wachsendem Ausmaß Anzeichen für Spekulationen bei Collateralized Loan Obligations und eine zunehmende Verschlechterung des Schutzes von Anlegerrechten, so Bosomworth.

Der europäische Kontinent sei mit einem jährlichen realen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von plus einem bis minus einem Prozent innerhalb der kommenden drei bis fünf Jahre konfrontiert, während die USA mittelfristig um rund zwei Prozent im Jahr wachsen dürften. China werde wohl um sechs bis 7,5 Prozent jährlich wachsen und sich in eine Konsumwirtschaft wandeln.

Dagegen drohe Brasilien, Indien und Russland langfristig erheblicher Gegenwind. Die Industrienationen, die ihre Währungen aus Wettbewerbsgründen abwerteten, dürften das Potenzial dieser Länder weiter einschränken.

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